Der Zug, der pünktlich war, ist ein Fronturlauberzug Paris-Przemysel, mit dem ein junger deutscher Soldat wieder auf dem Weg zur Ostfront ist. Plötzlich, mitten in Galizien überfällt ihn die Gewißheit, bald zu sterben.
Je weiter der Zug Richtung Osten fährt, desto präziser wird diese Ahnung, desto mehr Umrisse erhält sein eigener Tod.
Dieses hellsichtige Wissen wird eindringlich variiert: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fließen nur in diesem einen Punkt zusammen; Der baldige Tod.
Böll arbeitet zielsicher und schnörkellos auf das grand finale zu. Denn der Tod ist klar, er ist in Lemberg. Und so begibt sich der junge Soldat, sein Schicksal in klaren Zügen schon im Voraus erlebend, in seiner letzten Nacht [und es wird seine letzte sein] in ein Lemberger Bordell, zu einem Freudenmädchen um mit ihr dies zu erleben, was jeder Mann in seinem Leben tun möchte, bevor er für das Vaterland seine Lebenslichter löscht.
Nur: Der Held und das Freudenmädchen rühren sich gegenseitig mit Worten und Musik zu Tränen und Böll entwickelt für das Ende eine wahrlich klassische Dramatik, schön geschrieben, wenn auch ungewöhnlich.
Wenn man dann das Buch zuschlägt und in Gedanken darüber verfällt, dann entfaltet sich die gesamte literarische Schönheit dieses Buches. Eine traurige Geschichte über den Tod, und doch eigentlich nur über die Schönheit des Lebens, wäre alles nur anders gekommen.
Oder hätte es gar nicht anders kommen können?