Die Geschichte erzählt über ein Land unter einer Diktatur mit ihren Zwängen, ihren ebenso lächerlich anmutenden, aber brutalen Ansprüchen an ihre Untertanen, wie sehr das Leben von grundsätzlichen Entscheidungen geprägt wird -den eigenen und denen anderer- und einfach von der Faszination, die eine Frau auf einen jungen Schüler ausübt, der in ihr alles sieht, wovon er in diesem tristen Land träumt. Der Schüler unternimmt mit Hilfe seiner Phantasie eine höchst sympathische Flucht in die Kunst und in die Liebe. Er läßt dabei nichts unversucht, sowohl das Objekt seiner Liebe als auch die Kunst und ihre Wirkung zu erforschen.
Leider ist mitunter die Begabung des Schülers etwas überzeichnet. Das ärgert umso mehr, als der Roman in der Ich-Form geschrieben ist. Immer wieder zu lesen, was der Erzähler alles kann und wie leicht es ihm fällt, kann schon ermüdend sein. Hier hätte sich der Autor etwas zurückhalten können.
Interessant ist auch, wie sehr Libera es schafft, den Leser für die im Buch erwähnte Literatur zu interessieren (Joseph Conrad, Hölderlin, Racine). Ich habe mir die erwähnten Bücher gekauft und lese sie jetzt durch. Daß das so ist zeigt, daß es Libera wirklich gelingt, seine Geschichte und seine Figuren zum Leben zu erwecken. Man möchte lesen, was Madame und und den Helden bestimmt und begeistert.