Der Klavierstimmer | Pascal Mercier
Bücher:
Der Klavierstimmer
Pascal Mercier
btb Verlag
, 2000 - 508 Seiten
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Kauftipp
Vom Stimmen und von Unstimmigkeiten...
Ein atemberaubendes Buch. Die minutiöse Beschreibung des Leidenswegs eines Mannes, der nach Erfolg strebt und an der Versagung dieses Erfolgs zugrunde geht, hinterlässt Trauer, Mitgefühl; Ärger und vor allem Beklemmung. Ein wunderbares Portrait, eine geniale Romanidee und größtenteils stark gezeichnete Charaktere - wenn auch der Schreibstil der beiden Zwillinge zu ähnlich ist für ihre Verschiedenheit. Einziges Manko: wie bei vielen Büchern wurde auch hier Stoff für mindestens fünf Bücher in einem zusammengezwängt: Inzest zwischen Zwillingen, eine erotische Mutter-Sohn-Beziehung, eine erotische Vater-Tochter-Beziehung, Morphiumabhängigkeit, Mord undundund. Mir persönlich hätte der Erzählstrang rund um den tragischen Opernkomponisten völlig genügt...
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Bleibt hinter Merciers "Nachtzug nach Lissabon" zurück
Während "Nachtzug nach Lissabon" fesselt und auf eine rasante Reise entführt, fehlt bei "Der
Klavierstimmer
" der Spannungsbogen. Auch läßt sich zu viel im Voraus erahnen. Obwohl stilistisch einwandfrei, gelingt es Mercier nicht, die Geschichte tatsächlich aus zwei Perspektiven zu erzählen: Während Mercier Patrice im Laufe des Buchs einen Charakter verleiht, wird Patricia nicht zu einer eigenständigen, lebendigen Persönlichkeit. Ihr Erleben der Geschehnisse bleibt so verschwommen. Durchhalten zahlt sich aufgrund pointiert geschriebener Weisheiten im letzten Viertel des Buches trotzdem aus.
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unglaublich schön
Mercier ist für mich wirklich ein Virtuose der Wörter!
Sein Stil ist unglaublich poetisch, gefühlvoll und ausdrucksstark, ohne dabei anstrengend oder unverständlich zu werden.
Die Geschichte "der
Klavierstimmer
" ist ebenso beeindruckend wie seine Erzählform: Nachdem ihr Vater angeblich einen Mord während der Aufführung von "Tosca" verübt hat führt das Zwillingspaar für den jeweils anderen eine Art Tagebuch. Sie schreiben, um einander einerseits besser zu verstehen, die Vergangenheit aufzuarbeiten und zu erkennen, wie es zu dem Mord kommen konnte. Andererseits schreiben sie, um einander endlich loslassen zu können.
Die Familiengeschichte wird somit von zwei Seiten erzählt, die sich nahtlos ineinanderfügen, alle Gefühle der Beiden schonungslos offen legen und dem Leser die Möglichkeit geben, sich als stummer Beobachter des Ganzen zu fühlen.
Ein sehr beeindruckendes Werk!
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Ein geplatzter Traum, missverstandene Liebe und große Gefühle!!
Nie zuvor habe ich ein Buch gelesen, das so viele verschiedene, die Menschen bewegende, Themen vereint und dabei von solch fantasitscher Erzählkarft ist!
Es ist nicht möglich den Inhalt des Buches kurz zusammen zu fassen...irgendein wichtiges Detail würde immer fehlen.
Aber von vorne: Nachdem ich "Nachtzug nach Lissabon" geradezu "verschlungen" habe, wollte ich mehr von diesem faszinierenden Autor lesen. Ich besorgete mir "Lea" und "der
klavierstimmer
", mit dem ich began. Und dieses Buch hat mich über zwei Wochen nicht mehr losgelassen. Jede freie Minute nutzte ich um weiterzulesen. Die zahlreichen, so einfühlsam beschrieben, tragischen Charaktere, sie lassen Einen nicht mehr los. Diese unglaubliche Spannung, lässt meiner Meinung nach alle Schwächen hinten anstehen!
Zu Beginn ist es zunächst einmal schwierig dem Plot zu folgen, da sich Patrice und Patricia oft in ihren Erzählungen verstricken, mal etwas von "heute" mal etwas von "vor 6 Jahren" erzählen. Aber gerade das macht das Buch auch so interessant. Man kann die Gefühle der Zwillinge beim schreiben geradezu aus den Worten "herausfühlen".
Was mich persönlich auch entwas enttäuschte (andere werden es für brilliant halten) sind die Geschehnisse auf der aller letzten Seite der Romans, was ich jetzt aber nicht vorwegnehmen will.
Die Richtungswechsel in der Geschichte, die sehr viele überraschende Wendungen enthält, sorgen dafür, das die Spannunug aufrecht erhalten wird, zeihen die Geschichte jedoch teilweise auch ins nrealistische.
Alles in Allem ist Mercier wieder ein unglaublich fesselndes Buch gelungen, das man nich aus der Hand legen mag.
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Ein Schreibstil vom Feinsten!
Wieder einmal hat mich Pascal Mercier nicht enttäuscht. Er schreibt in einer Dichte und mit so klarer sprachlicher Schönheit wie selten jemand in der heutigen Zeit. Seine Bücher leben durch die psychischen Studien und Situationsbeschreibungen, er schreibt keine Actionbücher, wer sowas erwartet wird enttäuscht sein. Nein, seine Geschichten sind leiser Natur beschreiben Familiensituationen , wie auch in diesem Buch. Alleine die Berichte der Zwillinge ihre tiefe Verbundenheit die bis zum Inzest führen, die beklemmende Atmosphäre im Haus, der Vater mit seiner Geschichte , die Mutter alle Gefangene ihrer Kindheit. Literatur vom Feinsten.
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