Perlmanns Schweigen | Pascal Mercier
Bücher:
Perlmanns Schweigen
Pascal Mercier
btb Verlag
, 1997 - 638 Seiten
Kundenbewertung:
(28 Bewertungen)
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Kauftipp
brauchte lange, aber dann...
ich habe gut 2 Jahre gebraucht das Buch zu lesen. Nicht am Stück selbstverständlich, aber immer wieder. Es hat seine Längen und trotzdem hat es mich nicht losgelassen. Im besten Sinne des Wortes ist dies (sprach-)philosphischer Roman, der zumindest zum Ende auch die Spannung eines Krimis erreicht. Letztlich geht es, lapidar gesagt, um die existentielle Frage, was man mit seinem Leben anfängt und ob das Leben, das man führt, eigentlich noch das eigene ist. Dabei ist der Roman sowohl bedrückend bis zuweilen irrsinnig komisch und immer auf hohem sprachlichem Niveau.
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fängt langsam an, aber dann...!
Sprachlich herausragend! Am Anfang des Romans spinnt sich das Netz des Handlungsgefüges zwar recht lang, aber ab der Mitte wird der Leser für sein Durchhaltevermögen mehr als reich belohnt!
Spannend bis zum Schluss! Immer wieder wird der Leser bis kurz vor eine mögliche Auflösung mitgetrieben, dann aber wendet sich unverhofft das Plagiatsdrama in eine ganz neue Richtung und weiter geht es atemberaubend wie auf einer Achterbahn .... hier des schlechten Gewissens, der Zweifel ... u.a.
Super! Ganz ungewöhnliches Buch und tolles Sujet! Sollte unbedingt verfilmt werden!
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Well, Pascal, nice little book
Philip Perlmann, Linguistikprofessor und anerkannte Kapazität seines Fachs, soll ein Treffen hochrangiger Wissenschaftlerkollegen in einem luxuriösen italienischen Hotel leiten.
Was diese Kollegen jedoch nicht ahnen und auch nicht erfahren dürfen, ist, dass Perlmann sich seit längerer Zeit völlig ausgebrannt fühlt und überzeugt ist, zur Wissenschaft im allgemeinen und zu seinem Fach im besonderen nichts mehr zu sagen zu haben.
Innerlich hat sich Perlmann längst aus dem Wissenschaftsbetrieb verabschiedet und empfindet dessen Mechanismen - den Zwang, ständig neue Erkenntnisse zu liefern, eigene Thesen zu verteidigen, Irrtümer von Kollegen aufzudecken etc.- nur noch als nutzlos und bedrohlich.
Wirkliche Freude empfindet Perlmann nur noch beim Übersetzten aus fremden Sprachen, jener Leidenschaft, die ihn einst zur Linguistik geführt hat.
So nutzt er die Zeit, die eigentlich zur Ausarbeitung seines eigenen - von allen mit Spannung erwarteten - Beitrags erforderlich wäre nicht zu dessen Vorbereitung, sondern zur Übersetzung eines russischen Aufsatzes, den ein im persönlich bekannter aber in Fachkreisen völlig namenloser russischer Autor verfasst hat.
Die Panik, den Kollegen einen eigenen Beitrag vorstellen zu müssen, verleitet ihn in einer Kurzschlussreaktion dazu, den übersetzten russischen Text zur Verteilung an die Kollegen weiterzugeben. Ihm ist bewusst: sollte dieses Plagiat aufgedeckt werden, wäre seine berufliche und soziale Existenz vernichtet.
Als plötzlich und völlig unerwartet der russische Autor des Textes seine Ankunft ankündigt, sieht Perlmann nur noch einen Ausweg: Er muss den russischen Kollegen töten! In Perlmann reift ein minutiöser Mordplan, der seinen eigenen Selbstmord einschließt...
Pascal Mercier (alias Professor Peter Bieri) ist in meinen Augen ein brillanter Roman gelungen: In hervorragender Weise gelingt es dem Autor, die innere Zerrissenheit seines Protagonisten plastisch zu machen, der zwischen dem Gefühl, aus dem als gnadenlos empfundenen Wissenschaftsbetrieb ausbrechen zu müssen und dem Bewusstsein, damit seine gesamte bisherige Existenz in Frage zu stellen derart zerrissen wird, dass er zur Vertuschung eines (vermeintlichen) Plagiats keinen anderen Weg mehr sieht als einen Mord und seinen Selbstmord.
Dies gelingt Mercier zum einen durch seine genaue Beschreibung der zunehmend paranoiden Gefühlswelt des Protagonisten. (Diese Beschreibungen habe ich, anders als andere Rezensenten, weder als monoton noch detailversessen sondern als dem Bewusstseinszustand der Hauptfigur angemessen empfunden) Zum anderen durch die hervorragend entwickelten weiteren Charaktere, insbesondere den "Haupt-Antagonisten" Brian Millar (Ich hoffe, ich habe dessen Diktion in meiner Überschrift leidlich getroffen.) Hier kommen dem Autor offensichtlich seine "Insider-Kenntnisse" aus dem realen Wissenschaftsbetrieb zugute.
Obwohl der Roman über 630 Seiten stark ist, reißt der Spannungsbogen in keinem Moment ab. Im Gegenteil: Ich habe das Buch mit einigen Jahren Abstand ein zweites Mal gelesen und es kann die Spannung sogar wieder aufbauen, wenn man den Plot bereits kennt.
Das gelingt nach meiner Einschätzung kaum einer Geschichte und macht diese daher in meiner persönlichen Wertung zu einem der für mich seltenen "Fünf-Sterne-Bücher".
Insgesamt ein herausragendes Buch, dass mitreißende Spannung mit höchstem Anspruch und Eloquenz vereint: Eine absolute Leseempfehlung.
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