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  Der Teufel von Mailand | Martin Suter
 
 
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Der Teufel von Mailand
Martin Suter

Diogenes, 2007 - 304 Seiten

Kundenbewertung:(66 Bewertungen)
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Granitgraues Finale

Das Finale ist granitgrau. Nicht pechschwarz. GRANITGRAU!

Mit der Teufel von Mailand ist Martin Suter leider nur ein *Grauer* Psychothriller
gelungen.

Klar, der Schreibstil und die Milieukenntnis des Schweizers sind, wie in allen seinen Romanen, unerreichbar gut.
Die *Stimme* ( damit verstehe ich, wie sich die Geschichte in meinen Gehirn abspielt) die Suter Martin schafft ist aller Ehren wert.
Allerdings fehlt dieser Story der letzte Farbtupfer.
Die Hauptfigur Sonia leidet nach einem Lyserg-Säure-Diethylamid,-Trip verstärkt an *Synästhesie*: Wahrnehmungen verknüpfen sich. Geräusche bekommen Farben oder Formen. Berührungen duften oder schmecken. Beim Lesen kam in mir der Verdacht auf, der Literat Suter wollte einige noch nicht verarbeitete Gedanken aus *Die dunkle Seite des Mondes* unters Volk bringen.
Auch fehlt mir diesmal ein Markenzeichen des Autors: Die unerwartete Wendung. Zu durchsichtig und zu vorhersehbar ist der Plot.

Fazit:
Für mich steht die Farbe Grau zwischen Weiß und Schwarz. Der Roman ist nicht gut, jedoch auch nicht schlecht. Grau ist er.
Also für Martin Suter Verhältnisse schlechte, graue 3 Sterne.



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Die Hölle im Wellnesshotel

Mit dem neuen Martin Suter wurde ich nicht so richtig warm, zu der Hauptperson Sonia, einer kühlen, seltsam abweisenden Frau, die scheinbar niemanden an sich heranlässt und vor ihrem gewalttätigen Exmann Angst hat, fand ich keinen Draht. Die Geschichte ist zu aufgesetzt, es gibt zu viele offenkundig falsche Fährten, die Atmosphäre im kleinen Bergdorf und im wenig besuchten Hotel Gamander ist beinahe klaustrophobisch, ein wenig "Shining "- Hauch weht den Leser an und am Ende gibt es einfach zu viele offene Handlungsstränge und ungeklärte Biographien, zu viele Figuren, deren Rolle einem nicht wirklich klar wird. Mit diesem Buch wollte Suter einfach zu viel, er hat Elemente aus seiner "Dunklen Seite des Mondes" mit noch mehr Esoterik und der Sagenwelt des Engadin verwoben, dazu etwas Stalking, ein wenig "Wenn die Gondeln Trauer tragen", eine Prise "Fenster zum Hof" und eine Messerspitze "Verhängnisvolle Affäre", gut verrührt mit lauter Klischeefiguren wie dem schwulen Masseur, dem bekifften Almrasta, der leicht trashigen Freundin, der vornehmen Maman mit düsteren Hintergedanken und dem sexy Barpianisten, dazu noch ein Papagei namens Pavarotti und unheilvoll vor dem Fenster rauschende Birken - mir war das ein gar zu ungenießbarer Brei.
Drei Punkte nur, weil es generell immer ein Vergnügen ist, Suter zu lesen, seine feine Sprache und der subtile Zynismus retten die viel zu magere Story und mich vor tödlicher Langeweile während des langen Wartens auf einen bestreikten Pendlerzug.......



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Teufels Feder

Sonia Frey ist finanziell erfolgreich geschieden, auch vom Gesetz wurde ihr Recht zugesprochen, schließlich war ihr Mann (Frederic) zwar ein reiches aber ganz unsympathisches Kaliber. Um ihrem Leben den Touch einer Veränderung zu verleihen, bewirbt sie sich nach langem Nichtstun (naja: finanziell abgesichert - Danke Frederic) als Physiotherapeutin in einem Hotel in Engadin, das sich im Begriff befindet, mit neuem Konzept nach langwieriger Renovierung neu zu eröffnen - die Chefin: wunderschön und ohne Makel. Im Dorf - schließlich nicht vom Tourismus gesegnet - begegnet man dem Wellness Hotel, ihren Mitarbeitern und Gästen mit Ablehnung und Frost. Demnach ist auch nicht lange zu überlegen, wer wohl die alte Sage des "Teufels von Mailand" nachspielt.

Wohl wahr - nicht so spannend wie seine Vorgänger, zeichnet sich dieser Roman durch sein herrliches, intensives, verkrachtes, eisgekühltes und tiefgehässiges Lokalkolorit aus. Egal ob kleine Bosheiten von hinten geschlichen kommen und volle Überraschung leisten, die Wetterkapriolen einen tristen, grauen, verschleierten Beitrag leisten oder Gerüche Gestalt annehmen, Farben die Geschmacksknospen anregen, Gefühle in schimmernden Farben leuchten und Töne im Nacken kraulen ... das Wort stammt ohne Zweifel aus Suters Feder!



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