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  Der Klavierstimmer | Pascal Mercier
 
 
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Der Klavierstimmer
Pascal Mercier

btb Verlag, 2000 - 508 Seiten

Kundenbewertung:(31 Bewertungen)
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Tod des Tenors

Wie gehen Kinder mit den Taten ihrer Eltern um? Patricia und Patrice müssen den gemeinsam geplanten Mord ihrer Eltern an einem berühmten italienischen Tenor ertragen.
Wie kam es dazu? Die Zwillinge, die Jahre nach ihrer Flucht aus Berlin wieder nach Hause(?) kommen, schreiben in 7 Heften im Nachhinein ihre Sicht, ihre Erinnerungern auf, um so zu den Ursachen für diese Tat und auch für ihre Entscheidungen vorzudringen. Interessant das oft doppelte Erinnern an das Zusammenleben in der Familie, das unterschiedliche Wahrnehmen und Wichten von Ereignissen.
Auch in diesem Roman (eigentlich untergeordnet) taucht wieder der Übersetzer auf. Herrlich seine Entscheidungen für die Sprache! Welche Macht hat das Wort? Auseinandersetzung und Vergebung!
Sprachlich hervorragend und dicht gelingt es Mercier, den Verfall einer Familie lesenswert und zugleich anrührend zu schildern. Der Gedanke an Thomas Mann liegt nahe.


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Genau und verwirrend

Auf reichlich fünfhundert Seiten so überreiche Details von so vielen Geschichten: die Mutter, die eine Karriere beenden muss, Morphinistin wird, von einem Tenor verstossen wird, von einem Vater missbraucht wurde, der Vater, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs,gute Stiefeltern bekam, die ihm einen Ehrgeiz einpflanzten,mit einer Oper berühmt zu werden, der sein Leben an dieser Idee aufreibt,zusammen mit seiner Frau de Tenor erschiessen will, der ihnen soviel Lebensqualtität geraubt hat, die Kinder,Zwillinge, die in grosser Intimität voneinander nicht lassen können, bis zu, Tabubruch des Inzest, dann vor diesem Verhältnis und der Familie fliehen und durch die Bluttat am Tenor wieder zusammenkommen. Dieses sind nur die Haupt-Protagonisten,bei denen es eine Vielzahl von Geschichten und äusserst subtile Erwägungen gibt.Man hat, auch durch den stilistischen Kniff, die Geschichte durch die Erzählung der beiden Geschwister quasi " gebrochen " zu lesen, ein wenig Schwierigkeiten, den roten Faden in der Hand zu behalten und auch den Verdacht, dieser sei dem Autor auch ein wenig entglitten, denn die zuerst im Vordergrund stehende Geschichte der Lösung aus die Identität vernichtender Intimität tritt gegenüber der Entfaltung der Geschichte der Eltern unter Einbeziehung der Grosseltern, der Stiefeltern und anderer in den Hintergrund und wird nachdem diese durch den Tod beider Eltern zu einem gewissen Ende kam, nicht adäquat wieder aufgenommen ( es lagen auch fast dreihundert Seiten dazwischen).Bieri ( er ist nun einmal Philosoph) hat den genauen Blick. Eine Sprache, die sich nicht einfach dahinliest und eine Ausarbeitung von Details, die einerseits grossartig ist, aber den Blick auf den roten Faden verschwimmen lässt. Das Buch ist deswegen keineswegs langweilig, dafür schreibt Mercier viel zu gut, aber man muss sich mächtig konzentrieren, der Geschichte Herr zu werden und manche Fäden, die gesponnen wurden, bleiben als loses Ende zurück( so zB die Geschichte mit Paco).Was hat mich am meisten beeindruckt ? Das kleine Detail:Fritz Bärtschi ( sein damaliger Name) macht mit seiner Mutter, die hart schuftet und wenig verdient, eine kleine Reise, sie können sie wenig leisten, die Mutter untersucht ihre Börse und ein einzelner Sfrs. springt heraus,die Mutter hat sich abgewendet, weil sie sich schämt. Dieses Details kam bei mir am tiefsten an.
Ich habe das Buch gerne gelesen


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Gefühlskrimi

Wer hat hier wen warum gemordet, und wer kam daneben noch zu Schaden?

Patrice und Patricia, die beiden Zwillinge sehen sich nach 6 Jahren der Familien-Flucht in Berlin wieder. In sieben Tage- und Familiengeschichtsbüchern schreiben sie je für sich das Erlebte und neu Erfahrene auf und treffen sich in Paris, um die Hefte zu tauschen.

Die enge Geschwister-Liebe von einst wird vor dem Hintergrund eines toten Tenors und zwei kurzfristig hintereinander verschiedener Eltern ergründet, die Familiengeschichte ist aufgerollt, erklärt und verarbeitet. Von Lebenslügen und Manipulationen der alten Generationen befreit, kann sich nun ihr eigenes Leben entfalten.


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Wunderschöne Geschichte über LIebe & Zwänge

Pascal Mercier (eigentlich Peter Bieri, anerkannter Philosph) spielt in diesem Roman auf faszinierende Weise mit den Zwängen der eigenen Herkunft und Erziehung, der hingebungsvollen Liebe und zeigt am Ende Täter, Opfer und Beobachter, die alle nicht das sind, das sie zu sein scheinen ... Ein philosophischer Krimi, der am Ende so tragisch schön ist, dass es einem schon mal feucht um die Augen werden kann.
Ein Volltreffer!


reviews: 1, 2, 3, page 4, 5, 6, 7



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