Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde | Alan Weisman
Bücher:
Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde
Alan Weisman
Piper
, 2007 - 432 Seiten
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Wissenswertes kurzweilig verpackt
Für ein Sachbuch liest es sich unglaublich schnell und flüssig. Man wird auf herrlich unangestrengte Weise mit Informationen versorgt,
ohne
dass das Buch seicht oder oberflächlich wirkt.
Kein trockener Paukermief sondern erfrischendes Wissen.
Die Meinung vorheriger Rezensenten, dass der Autor "Themaverfehlung" begangen hätte und viel "
Über
flüssiges" im Buch stehen würde, kann ich nicht verstehen. Erstens kann ein Buchtitel nie eine komplette Inhaltsangabe sein, zweitens steht alles, was im Buch vorkommt in sinnverwandtem Zusammenhang.
Wer will schon entscheiden, welche Informationen relevant sind und welche nicht?
Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, keine einzige Zeile hat mich gelangweilt und gelernt habe ich auch so einiges dabei.
Wer also mit diesem Werk überfordert scheint, sollte doch lieber bei populärwissenschaftlichen Zeitungen bleiben, die ihre Themata in kurzen Artikeln abhandeln. ;-)
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Ein Gedankenexperiment ...
...
über
das ich immer noch nachdenke, sowie eigene Szenarien gedanklich durchspiele. Letztendlich ist dieses für mich folgendes: Ein (Nach-)Denkanstoss!
Wie vermüllt
uns
ere Meere wirklich sind. Meeresstrände, die heute - durch Plastik-Kleinteile - so schön bunt geworden sind. Schildkröten, die sich an Plastiktüten verschlucken und eingehen, weil sie Plastiktüten für fressbare Quallen halten. Peelingcreme - die kleinste Plastik-Kügelchen enthalten. Vögel - die u.a. durch Funkantennen ihre Orientierung verlieren, ihren Weg daher nicht mehr finden (können) und oft als Folge davon verenden. Das alles (und noch viel mehr) geschieht in einer
Welt
mit uns.
Thema verfehlt? Das finde ich nicht. Der Autor macht sich seine eigenen Gedanken und diese basieren nunmal auf seinen Erfahrungen, Recherchen, seiner Art die Welt zu sehen. Solche Bücher eben auch subjektiv angereichert mit "objektiven" Fakten.
Ohne
diese Ballance würde dieser Bericht für mich seine Authentizität einbüßen.
Was der Autor beschreibt ist vielleicht nicht (für jeden) neu. Vielleicht (der Masse) nicht mal unbekannt. Dennoch scheinen viele Informationen im Medienüberfluss einfach unterzugehen.
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich gern auf eine subjektiv (auf dem Wissen, den Erfahrungen und den Gedanken des Autors beruhend) gefärbte Gedanken
reise
mitnehmen lassen möchte. Selbst gern weit
erde
nkt. Sich selbst gern eigene Meinungen bildet (die ja nicht zwangsläufig mit den Ansichten des Autors übereinstimmen müssen). Empirische Forschungen nicht anbetet als die "einzige Wahrheit" (denn auch Wissenschaftler sind Menschen, die "Fehler" machen können oder z.B. wichtige Aspekte übersehen können), sondern in der Lage ist - sich zu fragen: Woran könnte es noch liegen? Was könnte passieren? Was ist schon geschehen?
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"...denn sie wissen nicht, was sie tun!"
Dieses Buch beleuchtet auf interessante Art und Weise den menschlichen Einfluss auf die
Erde
in der Vergangenheit und Gegenwart. Gleichzeitig versucht Alan Weisman einen Ausblick auf die Zukunft und verdeutlicht dabei, wie dringend eine globale Kursänderung notwendig ist, um den Infarkt noch aufzuhalten. Ob durch dieses Buch oder die zahlreichen anderen Informationen zum Thema, niemand wird später sagen können, von nichts gewusst zu haben. Daher wird es für den heiligen Vater auch schwierig sein, zu vergeben. Und dass die Kirche bis heute keinerlei Antworten oder auch nur Fragen zu diesem Thema hervorbringt, beschreibt Weisman vollkommen richtig. Dort zählte ja schon immer das Jenseits, welchem wir wahrscheinlich mit großen Schritten näher kommen.
Im Turbokapitalismus zählen Egoismus und Kurzsichtigkeit, egal um welchen Preis. Da bekennt sich die Bundeskanzlerin zwar zum Klimaschutz, weiht aber Kohlekraftwerke ein und fordert höhere Schadstoffgrenzen für deutsche Autoherstellter. Das bringt echte Glaubwürdigkeit und Vorbildfunktion in anderen Ländern wie China und Indien.
Schade ist es für die nächste Generation, die
uns
ere Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit noch stärker zu spüren bekommen wird,
ohne
Änderungen realistisch herbeiführen zu können.
Umso unverständlicher sind die Ausführungen einiger Vor-Rezensionisten, die scheinbar eine Hollywoodgeschichte mit Happy-End erwartet haben um anschließend in ihren SUV-Geländewagen zu steigen und zum Flughafen zu fahren, um mal kurz in die Karibik zu jetten.
Mit Weisman denkt der eine oder andere künftig vielleicht doch mehr nach und zieht entsprechende Konsequenzen.
Viele Spaß beim Lesen!
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