Perlmann ist ein Linguist, der es weit gebracht hat und nun plötzlich an einem Punkt ankommt, wo er "nichts mehr zu sagen hat." Weil er aber auch das niemandem sagt, wird er weiterhin zu Tagungen eingeladen, soll Vortragsmanuskripte einreichen und eine Ehrenprofessur in Princeton erhalten. Und nun findet er sich als Hauptverantwortlicher einer linguistischen Fachtagung wieder, deren Krönung ein Vortrag von ihm, dem berühmten Perlmann, sein soll. Allein der Gedanke an die zahllosen Situationen, in denen andere (Kollegen, die Tochter, die Sekretärin, sogar die Hoteldame oder der Kellner) merken könnten, wie es um ihn bestellt ist, bringt Perlmann fast um den Verstand. Seine Gedanken kreisen nur noch um den Teufelskreis "Tarnen-Verbergen-Unvorhergesehene Zwischenfälle-Entlarvtwerden", und nur die abendlichen Schlaftabletten und eine zunehmende Absonderung von der Gruppe helfen ihm mit Mühe durch die Wochen dauernde Fachtagung.
Für den Leser, zumal den mit der wissenschaftlichen "Szene" vertrauten, ist die Lektüre nicht selten an der Schmerzgrenze: Man kann es ja so gut verstehen! Wie Perlmann sich jede Einzelheit in allen entsetzlichen Konsequenzen bis ins letzte ausmalt, dann aber doch einfach weitermacht und schließlich nicht selten nur durch "dumme Zufälle" gerettet wird. Ab und zu hört man kurz auf zu lesen, um einfach wieder durchzuatmen.
Für alle, die auch schon einmal am Tag der Veranstaltung das Manuskript nicht hatten und sich gefragt haben, warum das Ganze eigentlich so wichtig ist: ein Muss (und ein Vergnügen). Für alle anderen: vielleicht ein wenig zu detailreich in der Beschreibung der wissenschaftlichen Auseinandersetzungen.