Klasse sind:+ die Sprache - präzise, klar, auf den Punkt, aber nicht unterkuehlt+ der Aufhaenger der Geschichte - wunderbar absurd+ wie real die Anwaltsszene und die Eitelkeiten skizziert werden+ der Sarkasmus, die Absurditaet, mit denen der Autor die Taten seines Protagonisten Dr. Urs Blank schildert+ der mitreissende Show-Down
Ein wenig Abstriche in der B-Note:+ ein klein bisserl absurd ist gerade die Verwicklung von Pius Ott schon - aber auch irgendwie wieder gut+ Anwaelte nehmen niemals Pilze ... tststs ... :-))
Und es stimmt tatsaechlich - man liest das Buch (uebrigens gutes Druckbild) in einem Rutsch durch ... keine Jahrhundertliteratur, aber ein spannender, schön absurder Sarkasmus-Krimi :-)
Der erste Gang in den Wald ist nach ist diesem Buch so interessant wie die Entdeckung einer verborgenen Insel.Ein psychodelischer Megatrip durch die Literatur Endlich wieder eines von diesen Büchern, die leise und zurückhaltend anfangen, dich jedoch von Beginn an fest im Griff haben. Die Spannung steigt so unmerklich, dass man längst dem Buch verfallen ist, bevor man es merkt.Ich liebe Bücher, die mich die Welt um mich herum vergessen lassen und dazu brauche keine psychodelischen Wirkstoffe. Denn, deren Wirkung und Folgen hat Herr Suter so detailiert beschrieben, als wäre ich selbst die Hauptdarstellerin.Wunderbares Buch! Grossartige Mischung aus Wissen, Sprache, Thrill, Gesellschaftskritik, und mehr. Unbedingt zu empfehlen.
Text & Co - Irene Bassal
Die Geschichte ist hier schon vielfach nacherzählt, deshalb möchte ich darauf verzichten. Auch Suter, wie andere Autoren ebenfalls, vermischt verschiedene Elemente. Wirtschaftskrimi, psychedelischer Roman, Survival-Anleitung und klassischer Kriminalroman. Aber im Gegensatz beispielsweise zu Frank Schätzing (?Der Schwarm") oder Andreas Eschbach (?Eine Billion Dollar") verliert er sich nicht und kommt vor allem mit angenehmen 315 Seiten aus. Ihm fehlt der Ehrgeiz, eine Geschichte so aufzublähen, dass ein sechs- oder siebenhundert Seiten starkes Werk das Ergebnis ist. Oder gar 1.000 Seiten wie bei Schätzing. Für den Leser ist das wohltuend.
Sein Erzählstil bleibt weitestgehend nüchtern, von Schwülstigkeit keine Spur. Eine besondere Sympathie für seine Figuren ist nicht zu spüren. Dafür lernt der Leser umso mehr über Pilze und über das Überleben in freier Natur. Das interessiert Sie nicht? Mich eigentlich auch nicht, aber Suter versteht es, mit der Story insgesamt auch das Interesse für diese Details zu wecken. Insbesondere weil sie elementare Bestandteile der Geschichte sind, und nicht nur schmückendes Beiwerk.
Ich kann die Romane von Martin Suter (auch ?Small World") nur wärmstens empfehlen. Sie sind ideale Lektüre für zwischendurch, für den Urlaub, auf Reisen, oder für verregnete Tage, an denen man sich nach etwas gehobener Spannung sehnt. Und Spannung gibt es reichlich auf der dunklen Seite des Mondes.