Der Chinese | Henning Mankell
Bücher:
Der Chinese
Henning Mankell
ZSOLNAY-VERLAG
, 2008 - 603 Seiten
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Massenmord, Moral und Weltpolitik
Wie alle Mankell-Krimis beginnt auch dieser mit der grausamen Tat, dem Massaker in einem kleinen schwedischen Dorf: 18 meistenteils sehr alte und miteinander verwandte Menschen werden ermordet und mit scharfer Klinge bestialisch zugerichtet. Dieses blutige Schlachtfeld markiert den Einstieg in diese spannende Geschichte, in der Henning Mankell einen mitnimmt auf eine abenteuerliche und interessante Reise in die Vergangenheit: In das China des 19. Jahrhunderts, der Mao-Ära und der vorolympischen Gegenwart, auf die ersten Eisenbahnbaustellen in den USA, nach England, nach Südafrika und auch nach Schweden.
Der Plot ist hochkomplex, absolut interessant und auch sehr lehrreich geschrieben. Langweilig wird es nie, auch wenn am Ende mehr als die eingangs erwähnten 18 Menschen eines unnatürlichen Todes sterben und sich das Finale lange abzeichnet.
Spannend, lesenswert und zur rechten Zeit: Schließlich stelle nicht nur ich mir die Frage, ob die Vergabe der olympischen Spiele an Peking moralisch vertretbar ist. Und darüber werden Sie nach der Lektüre dieses Buches auf jeden Fall nachdenken.
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Super!!!
Die gewohnt und geliebte Mankell Spannung von Anfang bis Ende.
Lange musst ich warten, aber es hat sich gelohnt!
Umbedingt empfehlenswert!
Mankell - zu viel konstruiert
Auch mir ging es so wie anderen bereits: gespannt fieberte ich dem Erscheinen des neuen Krimis von Mankell entgegen und hatte "Der
Chinese
" schon lange vorbestellt - habe ich doch alle bislang erschienen gelesen und war stets nicht enttäuscht worden.
Nun aber hat es schon länger als sonst gedauert, bis das Buch zu Ende gelesen war. Für mich bereits ein Zeichen, dass einfach nicht die Spannung aufgebaut wird wie bei den anderen Krimis und ich das Buch durchaus auch zur Seite legen konnt.
Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, als ob manches künstlich zusmmengesetzt wird - China als wichtiges Land und Ursprungsland hier im Roman - das Buch erscheint 2008 im Jahr der Olympischen Spiele und im Zentrum der politischen und wirtschaftlichen Presse - Zufall ?. Ähnlich geht es mir mit Afrika, das dann guter letzt auch noch eine wichtige Rolle spielt - mir zu weit hergeholt !
Es gibt nicht diese faszierende logische Kette wie sonst bei Mankell - schade, aber trotzdem werde ich mich wieder auf einen neuen Kriminalfall freuen.
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Sehr interessant
Henning Mankell kenne ich von den Wallander Krimis her ganz gut. Auch der
Chinese
beginnt sehr trocken, was natürlich bei dem furchtbaren Massaker, der den Auftakt der Handlung bildet, sehr brutal und nüchtern rüber kommt. Die Emotionen werden dem geschockten Leser überlassen. Das ist nicht ungewöhnlich für Mankell`s Schreibstil.
Der erste Teil behandelt das Massaker und führt die wichtigste Person des Romans ein. Im zweiten Teil wird der Leser urplötzlich ins Jahr 1863 nach China versetzt. Man lernt San und seine zwei Brüder kennen und erlebt hautnah den schweren Leidensweg der Brüder. Zum Inhalt sei nur soviel gesagt: die amerikanische Eisenbahnstrecke wurde mit viel Schweiß und Blut armer elender Kreaturen gebaut, die nicht einmal verstanden hatten, warum gerade ihnen das passieren konnte.
Langsam beginnt der Leser zu ahnen, wie diese Geschichte zusammenhängt mit den grausigen Ereignissen am Anfang des Buches.
Man liest voller Spannung und Erwartung weiter und lernt einiges über das Rechtssystem in Schweden und natürlich auch sehr viel über die politischen und historischen Hintergründe Chinas.
Zum Schluss hin schließt sich langsam der Kreis und man erfährt die Gründe für all das Morden.
Ich bedanke mich bei Mankell für diesen wunderbaren Krimi und dass er mir einen kleinen Einblick gewährt hat in das für mich so geheimnisvolle mystische China.
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Ein schwedischer Autor im Umbruch...
Henning Mankell gehört sicher zu den bekanntesten schwedischen Autoren und schwedische Literatur gehört zur Zeit zum guten Ton! Nun hat Mankell seine Kultfigur Kommissar Wallander an den Haken gehängt und schreibt einen völlig neuen Roman. Erstmals werden auch Landesgrenzen gesprengt und ferne Kontinente bereist, Afrika und China, doch spannend ist das Buch weniger, weil der Leser auf die Aufklärung der grauenvollen Tat in diesem kleinen schwedischen Dorf wartet. In Mankells Romanen geht es eher darum, die psychologischen Motive, die hinter der Tat stehen, mit dem Suchscheinwerfer herauszuholen. Somit wird manchmal im Detail das große Ganze deutlich. Und das macht diesen Roman so eigenartig menschlich und hochinteressant!
Manche Stellen werden etwas übertrieben und gerade das China der vorolympischen Spiele wird etwas unglaubwürdig dargestellt. Unser Held, die Richterin Birgitta Roslin, findet mehrmals Spuren, die ein gesamtes Polizeiteam übersieht. Aber sie ist als Schwedin ja auch schon mit der Maobibel groß geworden und hat eine enorme Sensibilität: als ein vorbestrafter Schwede den Massenmord an den Dorfbewohnern gesteht, scheint Birgitta Roslin die Einzige zu sein, die auf der richtigen Spur ermittelt.
Spannend, mitreissend, empfehlenswert!
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