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  Geisterfahrer | Tom Liehr
 
 
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Geisterfahrer
Tom Liehr

Aufbau Tb, 2008 - 330 Seiten

Kundenbewertung:(12 Bewertungen)
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Ganz nett, aber keine fünf Punkte

Den übrigen Lobesarien kann ich mich leider nicht anschließen. Das Buch hat eine ganz nette Story, gerade der Anfang ist sehr flüssig und stimmig erzählt. Ab Teil zwei kippt das Ganze jedoch, die Ereignisse werden abstruser und unrealistischer (z. B. bester Freund ever soll Angebetete vergewaltigt haben, das reicht aus, um nie wieder ein Wort mit ihm zu wechseln?) Auch das ewig auftauchende Muster, dass der Hauptdarsteller plötzlich von jeder Frau, die ihm über den Weg läuft, flachgelegt wird, zieht irgendwann nicht mehr. Die einzige wirkliche Botschaft des Buches (Das Leben kommt immer von vorn) ist auch kein eigenständiger Ansatz des Autors, sondern wurde von Herbert Grönemeyer "ausgeliehen". Alles in allem nette Unterhaltungsliteratur aber auch nicht mehr..


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Auf der Flucht

Tim Köhrey ist sechs, als seine Eltern bei einem Autounfall sterben. Er kommt in eine Pflegefamilie, die ihn aufnehmen, weil sie das Pflegegeld brauchen. Auf dem Gymnasium befreundet er sich mit dem dicken - genauer gesagt: fetten - Kuhle. Tims Vater hat ihm wenig vermacht, aber unter dem wenigen befindet sich ein primitives, selbstgebasteltes Mischpult und eine große Plattensammlung. Mit deren Hilfe können die beiden Jungen Tapes aufnehmen und mischen, eine Tätigkeit, die sie bald perfekt beherrschen und die ihnen auf Partys Anerkennung verschafft.

Leider knutscht die Freundin mit einem anderen und Kuhle versucht, ein Mädchen zu vergewaltigen. Tim lässt alles stehen und liegen, geht auf ein anderes Gymnasium und will Freundin wie Freund nie mehr sehen.

Wieder einmal schildert Liehr die Achtziger Jahre, wieder einmal Berlin und Musik und jemand, der davonläuft. Klingt das, als ob es nur ein Remake von "Radio Nights" und "Idiotentest" ist? Es klingt so. Aber ist nicht so. Weil Tom Liehr jedes Mal einen anderen Mann schildert, weil die Geschichten dann doch anders verlaufen, trotz des gemeinsamen Themas im Hintergrund und weil er so rasant erzählt, das man das Buch nicht mehr weglegen will.

Diesmal ist auch der Erzählstil ein ganz anderer. Nicht mehr die coole Sprache, der Witz, der den Leser auch über traurige Szenen lachen lässt. Dieses Buch erzählt sehr viel ernster, dramatischer. Verpasste Chancen, kleine und große Fluchten, die Mauern, die man selbst errichtet und dann als unverrückbar begreift und das Leben, das längst nicht so spannend und cool wird, wie man sich das mit zwanzig erträumt hatte.

Wieder ein echter Tom Liehr und doch kein Remake, sondern ein Buch, dass einen nicht mehr loslässt.

(C) Hans Peter Roentgen




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Mein erstes Buch von Tom Liehr. Und bestimmt nicht das letzte.

Nachdem ich lange genug auf ein neues Buch von Tommy Jaud gewartet habe bin ich durch "andere Kunden kauften auch" auf Geisterfahrer gestoßen. Und ich muss sagen: Grandios. Toller Schreibstil, fesselnde Geschichte. Bestimmt nicht mein letztes Buch von Tom Liehr!


Ein tolles Buch - mit ganz kleinen Abstrichen

Mit seinem vierten Roman hat es sich Tom Liehr endgültig in seinem Metier gemütlich gemacht. Er ist bewusster strukturiert und sorgfältiger geschrieben als "Idiotentest": manchmal etwas zu sorgfältig, wenn eine Metapher unbedingt her muss, auch wenn sie vielleicht ein bisschen müde wirkt. Das lenkt aber kaum von dem immer noch wilden und unerhört flapsigen Stil ab, der selten zum Lachen, dafür umso öfter zum schmunzelnden Nicken anregt.

Die größte Stärke liegt mit Sicherheit in den wundervoll lebendigen Charakteren, die einem ganz unaufdringlich näher kommen, wie alte Freunde; und wenn nach rund 100 entspannt ziellosen Seiten eröffnet wird, in welche Richtung die Geschichte sich nun eigentlich bewegen wird, registriert man verdutzt, wie lieb man selbst die kaum angerissenen Nebenfiguren gewonnen hat.

In Wirklich gibt es sie aber gar nicht, die undeutlichen Nebenfiguren, denn bis das Buch vorbei ist, werden noch viele Hintergründe ausgeleuchtet und wird immer wieder auf die frühen Erlebnisse zurück gekommen. Das ist leider auch die größte Schwäche: So befriedigend es auch ist, jeden Lebenslauf sauber abgeschlossen zu sehen, entsteht hier doch viel mehr als bei den Entwürfen der Charakterzüge der Eindruck einer geordneten Komposition ? während der reine Schreibstil locker hingeworfen erscheint, zeigt sich in der Struktur eine Ordentlichkeit, die mitunter zur bürokratischen Abarbeitung verkommt.

Der Lesefreude tut das alles überhaupt keinen Abbruch. Trotz der kleinen Einbrüche kann man durchgehend den Spaß erkennen, den Tom Liehr beim Schreiben offensichtlich hatte, und es bleibt gar keine Wahl, als sich anstecken und mitreißen zu lassen. Zum Ende kommt dabei ein derartiger Fahrtwind auf, dass man es eigentlich gleich noch einmal lesen könnte.

Tom hat gesagt, dass dies wahrscheinlich sein letzter Roman dieser Machart sein wird. Das ist sehr schade ? aber was soll jetzt auch noch kommen? Es bleibt nur zu hoffen, dass er sich in seinen zukünftigen Gefilden genauso souverän bewegt.


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Ein tragigkomisches, manchmal etwas melancholisches Jungsbuch

In Tom Liehrs neuem Buch geht es ums Erwachsenwerden und um viel Musik. Den roten Faden bildet dabei das stets wechselhafte Gefühlsleben seines jungen Helden Tim. Und obwohl so manche Entscheidung, die Tim in seiner Emotionalität fällt, etwas überzogen wirkt, ist Tom Liehr hier ein tragigkomisches, manchmal etwas melancholisches Jungsbuch über verpasste Chancen, viel Berlin und die achtziger Jahre gelungen.

Wer Rocko Shamonis ?Dorfpunks? und Frank Gooßens ?So viel Zeit? mag, wird am ?Geisterfahrer? Spaß haben.


reviews: page 1, 2, 3



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