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  Der vierzehnte Stein | Fred Vargas
 
 
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Der vierzehnte Stein
Fred Vargas

Aufbau Tb, 2006 - 480 Seiten

Kundenbewertung:(25 Bewertungen)
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Welcher Kommissar hat ihn nicht, den ?Feind aus alten Tagen?? -- Als der Pariser Kommissar Adamsberg durch Zufall auf einen Mordfall an einem jungen Mädchen stößt, der sich in der Nähe von Straßburg zugetragen hat, erinnert ihn dies an das Tatmuster eines Serienmörders, der nie gefasst und schon seit etwa 15 Jahren für tot gehalten wurde. Es ist Adamsbergs ?Dämon? aus seiner Zeit als junger Polizist, der einstmals so einflussreiche und mächtige Richter Fulgence. Dieser ?Richter Gnadenlos? hatte nicht nur einen dunklen Hintergrund, sondern war vor vielen Jahren auch verantwortlich dafür, dass Raphael, der Bruder Adamsbergs, eines Mordes beschuldigt wurde, diese Anklage nie verwand und danach spurlos verschwand.

Doch dies alles ist zunächst nur eine Ahnung und -- in den Augen seiner Kollegen -- ein Hirngespinst. Unterdessen wird Adamsberg zusammen mit einigen Mitarbeitern für zwei Wochen in die kanadische Provinz Québec zu einem internationalen Polizeilehrgang geschickt. Als er dort eine Affäre mit einer jungen Französin beginnt und diese kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird, hat die Vergangenheit Adamsberg endgültig eingeholt. Die Tote weist die gleichen Wunden auf wie vor Jahrzehnten die Opfer des Serienmörders.

Es ist doch bemerkenswert, mit welcher Gründlichkeit uns die französische Autorin Fred Vargas immer wieder mit ihren genauso poetischen wie schicksalhaften Geschichten in ganz eigene Erzählwelten entführt. Kriminalromane sind zum Glück immer Fiktion, doch mit ihrem verschrobenen Kommissar, der seine Fälle mehr intuitiv als analytisch auflöst, und mit den sehr menschlich gezeichneten skurrilen Figuren, schafft Vargas eine Phantasiewelt, die in der Kriminalliteratur ihresgleichen sucht. In diesem Roman ist es Adamsbergs Kollegin Retancourt, die als starke und eigenwillige Frauenfigur dem Plot eine überraschende Wendung gibt.

Der vierzehnte Stein (übrigens eine Anspielung auf das chinesische Ma-Jongg-Spiel) ist eine gelungene Fortsetzung der Adamsberg-Saga. Vargas? Romane stecken voller Symbolik, ob es nun blaue Kreidekreise auf Pariser Straßen (in Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord) sind, geheimnisvolle Zahlen auf Türen (in Fliehe weit und schnell) oder hier die Spuren eines Dreizacks als Wundmal bei den Opfern eines pathologischen Serientäters.

Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass in Der vierzehnte Stein die Übersetzung aus dem Französischen zumindest teilweise recht eigenwillige Wege einschlägt, wenn z.B. eine Mordkommission als ?Mordbrigade? und das Département Bas-Rhin grundlos mit ?Niederrhein? (statt deutsch ?Unterelsass?) übersetzt wird, oder wenn die Übersetzerin den Québécois einen Dialekt verpasst, der jenseits von Gut und Böse liegt. Doch dieser Wermutstropfen sollte weder Vargas-Fans noch abenteuerlustige Krimileser abschrecken, sich einen Tag Urlaub zu nehmen und sich in der wunderbar eigenen Welt Adamsbergs und seiner Mitstreiter einzunisten. --Christian Koch


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Wolkenschaufler in Quebec

Man sollte diesen Krimi aus ganz unterschiedlichen Gründen lesen:

Erstens, weil Fred Vargas - wenn man sie mit anderen populären Krimi-Autoren vergleicht - ungewöhnlich intensive Dialoge und fein ausgezeichnete Figuren produziert (das was in der "Brigitte"-Rezension auf dem Buchdeckel als "schräg" bezeichnet wird; man kann sich darüber streiten, ob das der richtige Ausdruck ist). Adamsberg ist sicher ein Unikum, auch wenn der Typ "schweigsamer, introvertierter Ermittler ohne Führungskräfte-Potenzial" nichts wirklich Neues ist- spannend ist seine Lebensgeschichte, die Stück für Stück ein wenig mehr enthüllt wird, allemal.

Zweitens, weil es urkomisch und sehr erhellend zu lesen ist, wie die franko-kanadischen Ausdrücke ins Deutsche übersetzt worden sind; das gelingt nicht immer reibungslos (denn wie schreibt man Slang, ohne dass es lächerlich wirkt?), aber Ausdrücke wie "Wolkenschaufler" (eine Art "Träumerling") sind fantastisch.

Drittens, weil die Story voller interessanter Wendungen ist und (zumindest für mich und meine Vorliebe für attraktive Show-downs) fesselnd bis zum Schluss.

Viertens wohl, weil Fred Vargas offensichtlich zu der Sorte Krimi-Autoren gehört, die in chronologisch später angesiedelten Romanen immer mal wieder Bezug auf frühere nimmt - in "Die dritte Jungfrau" zum Beispiel geschieht das mehrmals. Und dann ist es angenehmer, den Zusammenhang zu kennen anstatt ihn einfach nur hinzunehmen.

Und das große Aber: Mein Problem mit Adamsberg und den ihn umgebenden Geschichten ist, dass es sich doch teilweise im zwischenmenschlich fantastischen, eher unrealistischen Bereich abspielt: Die zielgenaue Intuition Adamsbergs, die sehr zufälligen Eingebungen, die teilweise hoch artistischen Dialoge, der allwissende Kollege Danglard - all das macht es zu einem Leseerlebnis, von dem man aber doch in jeder Sekunde genau weiß, dass es sich so nie abspielen würde.
Vielleicht ist ja genau das gewollt.


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Viele Flugstunden entfernt

Unerledigte Fälle gehören zu jedem Kommissar. Auch wenn die Autoren uns bis auf wenige Ausnahmen weismachen wollen, dass jeder Fall am Ende aufgeklärt wird, haben ihre Helden ihre Leichen im Keller, gegen die sie in der Gegenwart nichts ausrichten können, solange nicht neue Beweise auftauchen. Bei Jean-Baptiste Adamsberg, Fred Vargas Serienheld, führt der Zufall Regie und verstrickt ihn in die Abgründe der eigenen Familiengeschichte, in der sein Bruder des Mordes bezichtigt wird. Nur dass Adamsberg sich nicht gleich auf die Spurensuche begeben kann. Er muß in Kanada an einem internationalen Lehrgang teilnehmen. Was als Abwechslung gedacht ist, wird zur Tortur, da Adamsberg scheinbar die Hände gefesselt sind. Wie Vargas seinen eigenwilligen Zügen neue Facetten abringt, ist spannend zu lesen und ein weiterer Höhepunkt in Vargas Welt des literarischen Kriminalromans. Diesmal ist Adamsberg nicht imstande, allein durch Grübeln der Lösung eines Falles näher zu kommen. Er ist zu sehr mit seinen Gefühlen über das Schicksal seines verschwundenen Bruders beschäftigt, so dass er die Falle übersieht, die ihm gestellt wird. Er ist es nicht gewohnt aus der Fremde heraus zu ermitteln, nicht sein bewährtes Netz auf Pariser Boden ausspannen zu können. Adamsberg gerät in Mordverdacht und sieht sich einem Gegner gegenüber, der ihm überlegen zu sein scheint. Nur kann dieser nicht gegen die Kollegialität an. Adamsberg findet überrascht Helfer, auch wenn er an deren Loyalität zwischenzeitlich zweifelt. Unterhaltsam, teils amüsant geschrieben, wartet Der vierzehnte Stein darauf, dass Leser seine tiefere, richterliche Bedeutung ergründen.


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Wunderbar

Die Adamsberg-Romane erfahren eine stetige Steigerung. "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" war eine interessante, aber noch nicht wirklich fesselnde Story. "Bei Einbruch der Nacht" war schon eine Steigerung, aber die Spitzenklasse wurde erstmals mit "Fliehe weit und schnell" erreicht. Noch besser hat mir "Der vierzehnte Stein" gefallen, weil dieses Buch alles hat, was ich mir für ein echtes Lesevergnügen wünsche: Sympathische und bedrohliche Figuren, die jedenfalls glaubwürdig sind; Spannung bis zum Nervenkitzel; und nicht zuletzt eine gute Portion Humor, hier vor allem repräsentiert durch die kulturellen Unterschiede zwischen Franzosen und (französischsprachigen) Kanadiern. Dazu natürlich dramaturgische Wendungen und, bei Vargas immer vorhanden, literarisches Niveau (hier vermute ich auch die Ursache für manche schlechte Bewertung - das Buch ist nichts für Thrillerfans der jüngeren Generation oder Leute, die simpel konstruierte Stories und Charaktere a la Dan Brown bevorzugen, und es ist auch weniger düster als viele der von mir durchaus sehr geschätzten Skandinavien-Krimis). Kurz: Ein hervorragendes Buch, das man gerne auch ein zweites oder drittes Mal lesen kann. Vargas' jüngstes Werk, "Die dritte Jungfrau", werde ich mir demnächst vornehmen. Meine Erwartungen sind natürlich sehr hoch.


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Ohne Hilfe geht's nicht!

Das Buch hat mir sehr gut gefallen.Kommissar Adamsberg ist ein eigenbrötlerisches Genie,das zwar jeden noch so verzwickten Fall aufklären kann,aber in zwischenmenschlichen Beziehungen eine echte Niete ist.In dem hier erzählten Fall wäre er ohne Hilfe Anderer am Ende,käme nie weiter.Er ist auch anfangs voller Misstrauen gegenüber denen,die ihm helfen,und dennoch retten sie ihn und helfen bei der Lösung.Zum Schluss ist er beschämt und froh,dass nicht alle so denken wie er.Werden wir nicht langsam alle so? Und geniessen wir nicht auch die Wärme des unerwarteten Geholfenwerdens?
Deswegen liest sich für mich das Buch sehr schön.Als Krimi ist die Handlung für mich zu konstruiert und auch total unwahrscheinlich und auch voller Ungereimtheiten,deshalb ein Stern Abzug..


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Besser geht es nicht ...

... dachte ich schon bei den ersten beiden Adamsberg - Fällen. Und weil der dritte Fall ("Fliehe weit und schnell") tatsächlich ein ganz kleines bischen schwächer war, fühlte ich mich im Recht. Doch jetzt verstrickt Fred Vargas Ihren Kommissar persönlich in den vierten Fall, und tatsächlich: Es geht doch. Bisher das spannendste Buch mit Adamsberg, aber mehr als 5 Sterne geht ja nicht. Mal sehen, was noch kommt ...


reviews: page 1, 2, 3, 4, 5



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