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  Das Zimmer der Signora | Hansjörg Schertenleib
 
 
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Das Zimmer der Signora
Hansjörg Schertenleib

Aufbau Tb, 2004 - 472 Seiten

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Drei Kapitel und 443 Seiten hat der Roman von Hansjörg Schertenleib. Diese Tatsache macht es schon zu einem Ausnahmebuch. Der junge Stefano kommt aus der Schweiz nach Italien zurück, um zusammen mit seinem Bruder seinen Vater zu beerdigen, der Selbstmord verübt hat. Auf der Rückreise gerät er in die Fänge der dominanten Carla. Mit dieser Begegnung beginnen die erotischen Abenteuer des jungen Mannes, der zu allem Überfluß von der Polizei aufgespürt wird.

Der Vorwurf an ihn lautet: Fahnenflucht. Stefano landet in einem Veteranenheim, wo er alte Männer versorgen muß. Seine gelegentlichen Treffen mit Carla werden durch diesen Umstand mitbestimmt. Sehr devot läßt sich der Rekrut auch noch von der dominanten Liebhaberin erniedrigen. Vielschichtig führt der Autor seine Leserschaft in eine ganze Reihe von Praktiken ein, was für allzu zartfühlende Gemüter doch etwas starke Kost sein dürfte.

Aber es kommt noch besser: Stefano braucht, wie jeder Rekrut, Geld. Und weil er ja an einer Schauspielschule war, verdingt er sich bei einer ungemein wohlhabenden Frau, die ihn erotische Geschichten vorlesen läßt. Das ist eine durchaus seltsame Obsession, da der Ehemann der Signora nichts davon erfahren darf. Und weshalb Stefano auf der Anfahrt mit dem Fahrer der Frau eine Augenbinde tragen muß. Erst als diese ihm den obskuren Auftrag gibt, eine Fotografie aus London zu besorgen -- und zwar um jeden Preis -- nutzt er das ihm zur Verfügung stehende Geld, um aus dem Teufelskreis der Abhängigkeiten auszubrechen. Da er, um den Auftrag zu erfüllen, ohnehin aus der Armee desertierte und nicht mehr nach Italien zurückkehren kann, setzt er sich gleich richtig ab.

Schertenleibs Buch ist nicht leicht einzuordnen. Ihn in die Sparte "Erotik" einzustufen, wäre nicht richtig. Aber harmlose leichte Muse kredenzt er auch nicht. Das Umschlagcover verdient ebenfalls Beachtung: Es ist von der aus vielen Fotozeitschriften bekannten Karin Szekessy. --Corinna S. Heyn


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Das Haus der Männer ...

... und das Zimmer der Signora. So heisst das Hauptkapitel von Hansjörg Schertenleibs Roman aus dem Jahr 1996 und zeigt, dass der Titel problematisch ist und nicht wirklich etwas über den Inhalt des Buches aussagt.
Im ersten Kapitel geht es um den 24-jährigen Italo-Schweizer Stefano Mantovani, der nach Norditalien zurückkehrt, da sein Vater Suizid begangen hat. Seine Familiengschichte ist wirklich interessant. Nach der Scheidung der Eltern wächst er in der Schweiz auf, getrennt von seinem Bruder, der bei seinem Vater geblieben ist. Zudem trifft Stefano seine Jugendliebe Carla wieder.
Das zweite Kapitel spielt in einem Veteranenheim, wo alte Männer ausrangiert worden sind, bis sie sterben. Stefano wird vom Militär verhaftet und muss dort als Pfleger seinen Wehrdienst ableisten. Das Leben im Altersheim und die Geschichten der alten Männer wird sehr zähflüssig erzählt. In Rückblenden kommt immer wieder die Vergangenheit von Stefano zu Tage, die von sexuellen Obsessionen durchdrungen ist. Schliesslich taucht eine geheimnisvolle Signora auf, die Stefano als Vorleser engagiert, um in einer Frauenrunde sexuell anstössige Texte vorzutragen. Diese Szenen erinnern mich irgendwie an den Kubrick-Film "Eyes Wide Shut".
Im dritten Kapitel fasst Stefano von der Signora den Auftrag, ein Bild von einem verkaufsunwilligen Künstler zu beschaffen. Er quittiert den Militärdienst und geht nach London. Schliesslich endet der Roman in Irland.
Schertenleibs Roman "Das Zimmer der Signora" ist ein kunstvolles Konglomerat von verschiedensten Erzählsträngen, Erzählebenen und Themen. Insgesamt fand ich die Szenen im Veterenanheim zu episch und folglich auch etwas langweilig. Die Familien- und Liebesgeschichte kommt leider zu kurz. Vieles bleibt für mich unklar, insbesondere auch die Rolle der Signora. Keine klare Message ist für mich erkennbar. ?Das Zimmer der Signora" ist nicht gerade ein Buch, dessen Inhalt durch den Leser leicht erfassbar ist.


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Wunderbar knisternder Entwicklungsroman

Dieser packende Roman schildert, wie der junge Schauspielschüler Stefano Mantovani zum erwachsenen Mann wird: Unfreiwillig kommt er in das einzige Veteranenheim der italienischen Armee, wo er bei der Pflege der alten Männer mithelfen muss. Mit Gespür für Tragik und Komik schildert Schertenleib den Alltag seines Protagonisten, der sich mit erotischen Erinnerungen an seine Jugendliebe Carla bei Laune hält. Schliesslich nimmt er einen ungewöhnlichnen Job an: er wird Vorleser bei der geheimnisvollen Signora, und gerät in den Strudel der Leidenschaft.



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