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  Fliehe weit und schnell | Fred Vargas
 
 
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Fliehe weit und schnell
Fred Vargas

Aufbau Tb, 2004 - 399 Seiten

Kundenbewertung:(31 Bewertungen)
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Tag für Tag steht der bretonische Matrose Joss Le Guern an der Pariser Avenue du Maine und versucht, die schnell vorbei eilenden Passanten mit Lokalnachrichten zu versorgen. In angetrunkenem Zustand ist dem Seebären und Haudegen sein Urahn -- ebenfalls ein "Ausrufer" -- erschienen und hat ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt. Besser als jene sehr realen Flöhe, die ihre Stiche am Hals einer Toten hinterlassen haben. Schwarz ist die Leiche, wie die Pestopfer vergangener Zeiten, und die Flöhe, an denen sie sich infiziert hat, wurden mit der Post geschickt. Kann es da ein Zufall sein, dass Joss in letzter Zeit immer häufiger Texte verliest, die die Apokalypse heraufbeschwören, "wenn Schlangen, Fledermäuse, Dachse und all die anderen Tiere in Massen auf die Felder stürmen, wenn Obst und Gemüse zu faulen beginnt und von Würmern befallen wird"? Immerhin ist die Stadt bald mit schwarzen Leichen durchzogen.

Joss ist überzeugt davon, "dass den Dingen ein geheimes, bösartiges Leben innewohnte", heißt es in Fred Vargas' Roman Fliehe weit und schnell. Und so überrascht es den Ausrufer nicht, dass viele Pariser einen Zusammenhang herstellen zwischen seinen schaurigen Meldungen und den gespenstisch ermordeten Todesopfern, an deren Türen geheimnisvolle Zeichen prangen. Auch Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg glaubt an einen Zusammenhang, nicht aber an einen mysteriösen. Und so beginnt er mit den Mitteln der Logik in diese Richtung zu ermitteln.

Mystik-Krimis haben Hochkonjunktur, und neben allerlei Hannibal Lecters finden vor allem auch Massenmord-Thriller mit religiös gespenstisch ummäntelter Symbolik reißenden Absatz. Für Fans dieser Sparte ist Fliehe weit und schnell nachgerade der ideale Lesestoff. Man darf gespannt sein, wie viel Zeit bis zur Verfilmung noch vergehen wird. Bis dahin kann man es sich mit dem Buch ja auf dem Sofa zu gruseliger Unterhaltung gemütlich machen. --Stefan Kellerer


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Außergewöhnlich

Bereits nach den ersten Seiten dieses Buches wußte ich, dass ich es mit einem ganz anderen Schreibstil zu tun haben werde, als ich es gewohnt bin. Es war mein erstes Buch dieser Autorin (deren Vorname mich anfangs dazu brachte, zu denken, es handele sich um einen Mann). Ich kann den Stil ihres Krimis nicht mal genau beschreiben, empfand ihn teilweise aber sehr "altertümlich" orientiert.

So dachte ich das erste Viertel dieses Buches auch die ganze Zeit, die Geschichte würde sich vor 100 oder 200 Jahren abspielen, bis mir Begriffe wie "Computer" oder "Inline-Skates" dann doch sehr außergewöhnlich für diese Zeit vorkamen und mir bewußt wurde, dass das Buch tatsächlich in der Jetzt-Zeit spielt. Durch das Thema der "Pest" und den Beruf des "Ausschreiers" habe ich mich dazu verleiten lassen, mich während des gesamten Buches immer wieder in einer längst vergangenen Zeit zu sehen. Das hat mich ehrlich gesagt ein wenig irritiert.

Nichtsdestotrotz ist der Plot dieses Buches und vor allem auch die Idee eine sehr grandiose. Der Ausschreier Joss erhält Botschaften, mit denen er zunächst nichts anfangen kann. Aber immer mehr verdichtet sich die Vermutung, dass mehr hinter diesen Botschaften steckt, als man meint. Und leider wird die Vermutung dann sehr schnell zur Tatsache, als nach und nach einige Morde "auf der Karte" stehen. Die Auflösung am Ende ist sehr überraschend konstruiert und dennoch sehr intelligent ausgetüftelt.

Alles in allem ein unterhaltsamer Krimi, der mich persönlich zwar etwas in die Irre geführt hat, aber dennoch sehr lesenswert ist.


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Immer noch besser als die meisten anderen Krimis

Der 3. Adamsberg - Fall, mein 3. Vargas - Buch. Bin ich schon süchtig? Nein, denn zum Glück habe ich endlich einen Schwachpunkt entdeckt. Danglard, der bewundernswerte Vater von fünf Kindern und Logiker, wird dem Leser plötzlich als Biertrinker vorgestellt, obwohl er sich, wie alle wissen, an Weißwein hält. Wahrscheinlich "nur" ein Übersetzungsfehler, aber nervernd. Weil auch die Geschichte diesmal etwas unglaubwürdiger klingt, gibt es erstmalig von mir Abzüge in der Bewertung. Für vier Sterne reicht es aber immer noch, denn alles andere (Spannung, Schreibstil, Haupt- und Nebendarsteller, etc.) bleibt überwältigend. Der 4. Adamsberg - Fall ist schon bestellt.


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Krimi auf allerhöchstem Niveau

"Fliehe weit und schnell" ist ein typischer Vargas. Ein fesselnder, vielschichtiger Kriminalroman mit markanten, teilweise verschrobenen Charakteren. Allen voran Kommissar Adamsberg.
Meines Erachtens hat das Buch nur einen kleinen Schönheitsfehler, der leider immer wieder zu beobachten ist. Im Klappentext wird einfach zuviel von der Handlung vorab preisgegeben. Ich bin froh, dass ich mir es abgewöhnt habe diese Texte vollständig zu lesen.
Ich denke man kann bei diesem Buch auf den guten Namen Vargas vertrauen und sich von diesem auf allerhöchstem Niveau geschriebenen Krimi in seinen Bann ziehen lassen.


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Es gibt Orte, an denen weht der Geist...

... wie an der Ecke Edgar-Quinet-Delambre, wo sich Anwohner und Marktgänger tummeln, um im Vorbeigehen den Nachrichten des Ausrufers Joss Le Guerns zu lauschen ...

Alltag in Paris, ein Haufen kurioser Charaktere - zumal in einem Hotel wohnhaft, zumal Mitglieder und Vorgesetzten der hiesigen Kriminalpolizei - und Vieren, die auf Wohnungstüren gemalt ebenso Verwirrung stiften, wie die seltsamen Mitteilungen, die Joss der Ausrufer täglich seinem Publikum mitteilt, welche schließlich den ersten Pest-Toten mit sich bringen.
Ein Kriminalroman, der die Fähigkeit besitzt, Spannung zu schüren, obwohl der erste Mord über einhundert Seiten auf sich warten lässt, der den Eindruck vermittelt, Gerüche wahrnehmen zu können, der eine Waffe zieht, die uns Mittelalter wittern lässt - die Pest!

Gut strukturierter Wahnsinn, interessante Hintergründe über die großen Epidemien, sanftmütige Mystik - ohne Frage. Ein schließlich überraschender Mörder ohne überraschendes Motiv - dennoch ein sehr schwungvolles Krimierlebnis!



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Pest in Paris

Joss LeGuern ist Ausrufer in Paris: Für 5 Francs das Stück verliest er öffentlich Nachrichten, wie man sie in Kleinanzeigen in Zeitungen entdeckt. Seit einigen Wochen finden sich darunter bedrohliche Botschaften in einer alten Sprache. Zur gleichen Zeit werden Wohnungstüren am anderen Ende der Stadt mit umgekehrten 4ern bemalt; hinter nicht markierten Türen findet man eine Leiche, von Flohbissen übersät und schwarz gefärbt. Kommissar Adamsberg muss schnell den Täter ermitteln, bevor Panik ausbricht, denn sowohl Joss' Nachrichten als auch die 4er weisen auf eine Pestepidemie hin.
Fred Vargas' Paris ist keine Metrolpole, in der Autos Stoßstange an Stoßstange die Straßen verstopfen, Leute mit Taschen und Tüten bepackt umherhetzen und an jeder Ecke Touristen Stadtpläne studieren. Es ist eine Art Miniaturkosmos im Format einer Kleinstadt, in der merkwürdige Typen absonderliche Dinge tun und Tür an Tür mit Gelehrten leben, die über ganz spezielles Wissen verfügen. Man kann in einer Frühstückspension wohnen, im Bistro gegenüber mittagessen und überleben ohne floriende Geschäfte. Dass in diesem Paris keine simplen Verbrechen geschehen, versteht sich von selbst. Ebenso einleuchtend, dass Überlegungen zur Aufklärung nur den intuitiv arbeitenden und verschlungenen Gedankengängen eines Kommissars wie Adamsberg während seiner Spaziergänge und seines Herumsitzens und Trinkens im Bistro entspringen können. Immer dann, wenn Adamsberg an die Grenzen seiner Gedanken stößt, ist einer da, dessen Wissen weiterhilft (oder der einen kennt, der mehr weiß). Gekrönt wird das Ganze von einer Lösung, die passend verschlungen-verworren-komliziert ist.
Ein Serienmörder mit alten Handschriften im Gepäck: Ob man eine Hintergrundidee kennt oder nicht, spielt keine Rolle; bei Vargas wirkt sie so frisch und unverbraucht, als hätte diese Autorin sie erfunden.
Und wie nebenbei hat man, während man nichts anderes macht als in einem Krimi zu schmökern, ein paar leeren Felder in seinem Geschichtswissen gefüllt und einige Irrtümer über die Pestkrankheit korrigiert.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7



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