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  Im Schatten des Palazzo Farnese | Fred Vargas
 
 
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Im Schatten des Palazzo Farnese
Fred Vargas

Aufbau Tb, 2003 - 207 Seiten

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Sie sind schon ein seltsames Trio, die drei jungen Franzosen, die es zum Studium nach Rom verschlagen hat und die sich, aus welchem Grund auch immer, nur mit den Namen römischer Kaiser anreden: Claudius, der Hitzige, Tiberius, der Überlegte, und Nero, der Exzentriker. Zusammen bilden sie ein untrennbares Gespann, und alle sind sie der schönen Laura verfallen, der jungen Stiefmutter von Claudius. Als Claudius' Vater Hugo Valhubert, ein Pariser Kunstsachverständiger, unerwartet nach Rom reist, um dem Raub einer Michelangelo-Zeichnung nachzugehen, fällt er gleich am ersten Abend mitten in der Menschenmasse auf der Piazza Farnese einem Mord zum Opfer ?- ein Unbekannter hatte Gift in seinen Wein gemischt. Das Motiv bleibt zunächst unklar: War es Zufall oder stand die Tat im Zusammenhang mit der geraubten Zeichnung?

Valhuberts Tod löst einige Unruhe in den höchsten Kreisen der französischen Hauptstadt aus, und man setzt Richard Valence auf den Fall an. Valence ist nicht nur kultiviert und äußerst gut aussehend, sondern auch ein erfahrener Sonderermittler und Spezialist für verworrene Kriminalfälle. Außerdem ist er immer noch in Laura verliebt, was seine Ermittlungen in der ewigen Stadt nicht gerade vereinfacht. Weitere Hindernisse auf dem Weg zur Lösung des Falles sind ein italienischer Kollege, der ganz eigene Spuren verfolgt und ein durchtriebener Bischof, der mehr weiß als er zugibt.

Fred Vargas schreibt Kriminalromane der ganz anderen Art. Die Bücher der französischen Kultautorin verdrehen ihren Lesern mit viel Genuss und Geschick den Kopf. Ihre eigenwilligen Dialoge und die oft exzentrischen Charaktere sorgen für einen seltsamen Schwebezustand, in dem man nicht so genau weiß, was eigentlich geschieht, was aber der Spannung keine Abbruch tut. Im Gegenteil, wer Vargas' französische Fälle wie zum Beispiel Fliehe weit und schnell oder Das Orakel von Port-Nicolas mit zunehmender Begeisterung verschlungen hat, wird auch von diesem erstaunlichen ersten Roman (der bereits 1994 in Frankreich erschien) schnell in seinen Bann gezogen werden. --Peter Schneck


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Geheime Familienbande

Wer die nachfolgenden Krimis von Fred Vargas kennt, wird sicher von ihrem Erstling enttäuscht sein. Was später subtiler in die Welt eines Jean-Baptiste Adamsberg eintaucht, ist hier in schrägen Ansätzen zwar bereits zu bestaunen, Verdächtige tragen die Namen römischer Kaiser, eine Mutter schmuggelt Kunstwerke über die Grenzen, um eine uneheliche Tochter zu ernähren, ganz zu schweigen von dem Mißtrauen, das Franzosen befällt, wenn sie auf Italiener stoßen, doch reicht all das nicht aus, um einen spannenden Krimi zu lesen.

Der Täter ist früh erkennbar. Dennoch zeigt sich bereits eine von Vargas Stärken: Sie vermag Dialoge zu schreiben, die nicht nur dazu dienen, die Klärung eines Mordfalles herbeizuführen oder einen Leser über das Lebens eines Opfers, Helden oder Täters aufzuklären. Sie besaß damals schon Humor, so daß man auch ein schwächeres Buch von ihr zu Ende liest.


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EIN KLASSE DEBÚT

Bereits FRED VARGAS erster Kriminalroman strahlt den Charme aus und birgt die Suchtgefahr ihrer späteren Serie um Kommissar Adamsberg.

DIE STORY:

Einem bekannten Pariser Kunsthistoriker, Henri Valhubert, wird eine bislang unbekannte Michelangelo-Zeichnung angeboten. Sie kann eigentlich nur aus der Vatikanischen Bibliothek gestohlen worden sein. Valhubert lehnt das Angebot ab und reist nach Rom, um sich mit seinem Freund Bischof Lorenzo Vitelli, dem die Bibliothek im Vatikan untersteht, zu treffen. In Rom angekommen wird Valhubert mit einem Schirlingstrank (das Gift der alten Griechen, das Verurteilten verabreicht wurde) vergiftet. Sein Bruder, Edouard Valhubert - seines Zeichens französischer Staatsminister - beauftragt den Sonderbeauftragten der französischen Regierung, RICHARD VALENCE, damit, sich der Sache anzunehmen, der italienischen Polizei auf die Finger zu schauen und dafür zu sorgen, dass die Sache nicht an die große Glocke gehängt wird. Bei seinen Ermittlungen stößt VALENCE auf seinen ihm skeptisch begegnenden Widerpart INSPEKTOR RUGGIERI, auf 3 Studenten, die sich die Namen römischer Kaiser (CLAUDIUS, NERO und TIBERIUS) sowie auf seine ehemalige Liebe, LAURA, die offensichtlich sehr tief in die Sache verstrickt ist ...

FAZIT:

Es ist der erste Kriminalroman von FRED VARGAS (1994) und der (bislang) einzige, der in Rom spielt. Allerdings spielt der Ort der Handlung in VARGAS Romanen längst keine so große Rolle, wie die einzelnen Charaktere. Im Grunde genommen ist der Ort der Handlung regelmäßig im beschränkten Maße austauschbar. Absolut erstaunlich ist, wie komplex und kompakt dieser Erstling - wenn auch nur auf knapp 210 Seiten - bereits ausgefallen ist. VARGAS fasziniert den Leser sowohl mit dem ungewöhnlichen Plot, als auch mit ihren gut dargestellten "verrückten" Charakteren bereits mit ihrem ersten Buch. Es scheint fast so, als seien RICHARD VALENCE und INSPEKTOR RUGGIERI noch die "Normalsten", wohingegen alle anderen Protagonisten (die 3 Studenten, LAURA - Femmé Fatal per exelence -, der Bischof) außergewöhnlich und teilweise auch "schräg" daherkommen. Scheinbar macht genau das die Romane von VARGAS aus, weshalb es umso erstaunlicher ist, dass dies bereits in ihrem ersten Roman derart ausgeprägt erfolgt. Gerade wegen seiner hohen Qualität - erstrecht für einen Debút-Roman - und wegen seiner Eigenständigkeit im Gesamtwerk von VARGAS muß man IM SCHATTEN DES PALAZZO FARNESE nicht als erstes Buch von VARGAS lesen. Man kann es auch zwischendurch lesen, nur sollte man es gelesen haben, wenn man die ADAMSBERG-Romane der Autorin mag.

Also viel Spaß bei dieser amüsanten Erfahrung.


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Medizin gegen skandinavische Krimi-Schwermut

Fred Vargas serviert alles, was ich von einem guten Krimi möchte: Abwechslungsreiche Dialoge, skurrile liebenswerte Personen, philosophische Exkursionen und noch dazu spannend.Perfekt!


Thriller mit drei Killern - Spannung mit leisen Zwischentöne

Man glaubt es kaum: es plätschert so munter und vergnüglich daher, ein Kaleidoskop römischer Interna öffnet sich - aber nie ganz, und mit einem Mal ist aus dem Bildungsroman à la Fin de Siècle ein krakenhaft undurchdringliches Gewirr von Fäden entstanden. Fred Vargas führt sie in meisterhaften Dialogen zum Täter, nur um das Ganze, kaum wähnt man sich an der Lösung, zu kippen und neu zu beginnen.
Ein Lesevergnügen, das viel zu rasch endet.


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