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  Der untröstliche Witwer von Montparnasse | Fred Vargas, Tobias Scheffel
 
 
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Der untröstliche Witwer von Montparnasse
Fred Vargas, Tobias Scheffel

Aufbau Tb, 1999 - 278 Seiten

Kundenbewertung:(9 Bewertungen)
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Schräge Charaktere aus den unterschiedlichsten Milieus, verbunden durch das Markenzeichen des Anders-Seins, und ungewöhnliche Fälle, auch im zweiten Krimi von drei zufällig zu Kriminalisten gemachten Historikern gelöst, ? voilà der Stoff, aus dem die Bestseller-Krimis der Fred Vargas gemacht sind. Die Autorin ist hauptberuflich Archäologin. Sie lebt mit ihrem Sohn in Paris und schreibt ihre Krimis fast ausnahmslos in den Ferien. 

Im ?untröstlichen Witwer von Montparnasse? wurde Clément, ein einfältiger, junger Mann benutzt, um in seinem Namen zwei bestialische Frauenmorde zu begehen. Clément ist der Ziehsohn der Hure Marthe. Diese wendet sich an ihren Freund Louis Kehrweiler, den ?Deutschen? und Ex-Inspektor beim Pariser Innenministerium. Ziemlich schnell ist auch er von der Unschuld des Kretin überzeugt. Doch die Polizei und ganz Paris glaubt, in Clément den Scherenmörder zu finden. Ein Phantombild in den Zeitungen soll ihn stellen helfen. Hier hilft nur eines: Man muss den jungen Mann verstecken. Clément wird also in die Obhut der drei Evangelisten gegeben. Diese drei Jungakademiker zählen zum festen Inventar der Vargas-Krimis. Es sind arbeitslose Akademiker, die sich mit diversen Jobs über Wasser halten, und sich die vier Etagen des alten Hauses mit Marcs Patenonkel, einem zwielichtigen, ehemaligen Bullen, teilen. Bei ihren Recherchen stoßen Kehlweiler und die Evangelisten recht schnell auf eine ominöse Vergewaltigung und alte, ungeklärte Morde. Es ist ein Gedicht Nervals, das die entscheidende Wende in den geheimen Ermittlungen bringt: Marc kann beweisen, dass die Tatorte in dem Gedicht vorgegeben sind. Er kann einen weiteren Mord in letzter Sekunde verhindern und den Mörder stellen.

Unter der Regie von Ulrich Lampen entstand ein Hörspiel, das fast schon minimalistisch die ganz eigene Atmosphäre des Krimis umsetzt. Klare, schnörkellose Dialoge, eine geheimnisvolle Stimme (Sophie von Kessel), die durch das Geschehen führt, ein melancholisches Akkordeon und Charakterstimmen wie Felix von Manteuffel (Louis Kehlweiler) und Gisela Trowe (Marthe) inszenieren die magische Welt der Fred Vargas. Brillant: Jens Wawrczeck, der den Kretin Clément spricht. Hörspiel, Spieldauer: ca. 54 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. -- culture.text


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Nicht Vargas' Bester!

Ja, die Idee des Krimis ist interessant, die Protagonisten wie immer originell und witzig, ABER: Dass die ansonsten intelligenten und überlegten Evangelisten, der besonnene Louis Kehlweiler und Vandoosler senior ungeniert in Gegenwart des Hauptverdächtigen von selbigem als "Trottel" und "Püppchen" sprechen, ist doch ein arger Lapsus, der sich durchs ganze Buch zieht. Deshalb ein Lob mit Bauchweh ...


Späte Rache

Clément, geistig nicht ganz auf der Höhe, erhält von seinem unbekannten Arbeitgeber den Auftrag, zwei Frauen zu überwachen. Beide sind kurz darauf tot, nach Clément wird gefahndet. Er wendet sich an eine alte Bekannte, die Prostituierte Marthe, und diese wiederum kennt Louis Kehrweiler, der Clément im Haus bei den "Evangelisten" versteckt.
Ihre Krimis sind Kunstwerke, und vermutlich gibt es nur wenige Superlative, die für ihre Bücher noch nicht ausgesprochen oder geschrieben wurden. In die Begeisterung stimme ich ein, auch wenn der vorliegende Band nicht zu ihren allerbesten zählt. Was aber nichts heißt, denn bisher habe ich von Vargas nur sehr gute und beste Krimis gelesen.
Die Frage, wer einen unbedarften Mann, der durch Akkordeonspielen in Bars sein Geld verdient, mittels eines so durchdachten und perfiden Plans zum Mörder stempeln will, muss in die Vergangenheit führen: Durch welches Ereignis hat sich Clément einen Feind geschaffen, und warum hat derjenige es gerade jetzt auf ihn abgesehen? Die Kontakte aus seiner berufstätigen Zeit ermöglichen Kehrweiler Einblick in die laufenden Ermittlungen, sein gutes Gedächtnis und seine Kombinationsgabe führen auf eine heiße Spur, ein Gedicht und ein Geschicklichkeitsspiel werden zu weiteren Fundstücken.
Die Krimihandlung dieses Bandes ist ohne Nebenstränge oder Verwicklungen, die Personenzahl überschaubar, und, vor allem, wenn man die Belegschaft des Hauses bereits aus "Die schöne Diva von St. Jacques" kennt, leicht zu sortieren. Deren besondere Eigenarten in Verbindung mit ihrem historischen Spezialfach sind hier allerdings nur am Rande gestreift.
Ärgerlich - aber für meine Beurteilung des Buches irrelevant - ist mal wieder der deutsche Titel, der zuviel verrät. (Glauben deutsche Verlage eigentlich, ihre Titel seien aussagekräftiger oder verkaufsfördernder als die der Autoren selbst oder die der Verlage im Ursprungsland?)
Wer derzeit einen besonderen Krimi sucht, kommt um Fred Vargas nicht herum. Das "französische Flair", originelle Personen, kuriose Beweise und Spuren sind ihr Markenzeichen; sie fesselt auch ohne Thrill-Effekte.


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DIE GESCHICHTE VOM SCHERENMÖRDER

Auch das zweite Buch von FRED VARGAS um Ex-Inspektor LOUIS KEHLWEILER strotzt nur so vor skurilen Typen und "denkwürdigen" Dialogen.

DIE STORY:

CLEMENT VAUQUER ist auf der Suche nach der Ex-Nutte MARTHE. MARTHE war in seiner Jugend - vor Jahren - wie eine Mutter zu ihm. Jetzt braucht er dringend Hilfe. Die Polizei glaubt, er sei der Scherenmörder. CLEMENT ist ungebildet, kaum des Sprechens fähig, kann nicht richtig lesen und ist zudem naiv. Ein richtiger Volltrottel. Weil er in unmittelbaren Zusammenhang mit zwei Morden an jungen Frauen gebracht wird (beide hatte er zuvor beobachtet, beiden hatte er einen Farntopf - gespickt mit seinen Fingerabdrücken - überreicht), geht die Polizei von seiner Täterschaft aus. MARTHE glaubt an CLEMENTs Unschuld und bittet ihren Freund Ex-Inspektor LOUIS KEHLWEILER um Hilfe. Mit seiner Hilfe wird CLEMENT bei den DREI EVANGELISTEN untergebracht. LOUIS ist von CLEMENTs Unschuld nicht überzeugt, dennoch macht er sich gemeinsam mit den DREI EVANGELISTEN auf die Suche nach dem Täter ...

FAZIT:

Wieder eine rundum faszinierende Geschichte von FRED VARGAS voller kauziger Typen und eigenartiger Dialoge, wie man dies inzwischen von der Autorin gewohnt ist. Allerdings wirkt mir die Auflösung des Falls und die Enttarnung des Täters etwas zu konstruiert und aufgesetzt, weshalb es diesmal nur vier Sterne gibt.

Dennoch viel Spaß bei dieser amüsanten und spannenden Lektüre.


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Sehr schönes intelligentes Krimi-Hörspiel

Eine Mord-Reihe mit identisch aussehenden Leichen ereignet sich in Paris. Die Opfer - allesamt Frauen - weisen stets tiefe Verletzungen durch eine Schere auf. Louis Kehlweiler, Kommissar im Ruhestand, scheint es nicht, dass der von der Polizei verdächtigte Clément Vauquer auch wirklich der gesuchte ?Scherenmörder" sein soll. In Fred Vargas' Kriminalhörspiel ?Der untröstliche Witwer von Montparnasse" hängt er dem Mörder gemeinsam mit seinen merkwürdig anmutenden Kumpanen auf den Fersen.
An seiner Seite finden sich u.a.die ?Evangelisten", drei arbeitslose Historiker, die ihm tatkräftig mit ihrem Spürsinn zur Seite stehen, und Cléments Ziehmutter, die Hure Marthe, mit der Kehlweiler befreundet ist.
Diese Konstellation der Akteure macht den Krimi außergewöhnlich und Vargas-typisch: sie bedient sich stets der merkwürdigen, nicht immer geradlinigen und perfekten Charaktere. So stimmt der ermittelnde Ex-Kommissar aus Zuneigung zu Marthe zu, den gesitig etwas zurückgebliebenen Hauptverdächtigen im Haus der Historiker, der ?Baracke", zu verstecken. Im Laufe der Geschichte treten noch mehr solcher Figuren auf - insgesamt sind es zwölf. Und hört man erstmal den Unterschied zwischen den Namen ?Clément" und ?Clairmont" heraus, was nicht ganz leicht ist, kann man sie auch auseinander halten.
Das ganze Hörspiel ist mit Klängen und Geräuschen untermalt, was es besonders lebhaft macht und dem ganzen eine spannende, düstere Atmosphäre verleiht. Man kommt sich als Hörer vor, als ob man wahrhaftig in allen verregneten Pariser Seitengässchen, dunklen Wohnungen und anderen Orten des Geschehens präsent ist. Sogar das authentisch klingende Erwürgungsgurgeln lässt einen durchaus einen kleinen Schauer über den Rücken laufen!
Erzählt wird die Rahmenhandlung von Sophie von Kessel. Mit ihrer doch recht rauen, tiefen Frauenstimme illustriert sie wunderbar die spukige Atmosphäre. Marthe wird als verrauchte Straßenprostituierte mit einer guten Seele brillant von Gisela Trowe gesprochen. Auch alle anderen Sprecher wie z.B. Felix von Manteuffel als Louis Kehlweiler und Matthias Mattschke als Marc Vandoosler (einer der drei ?Evangelisten") verleihen ihren Figuren den richtigen Ton, um dieses glänzend gelungene Kriminalhörspiel hervorragen zu lassen aus der breiten Krimilandschaft. Intelligente Wortspiele und Anspielungen ergänzen den Fall zu einem rundum sehr guten Krimi.


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Die schwarze Sonne der Melancholie

Eigentlich möchte Louis Kehlweiler nur eine Bismarck-Biografie übersetzen und seine Schuhe ordenlich in Karons verstauen. Doch dann bittet ihn die ehemalige alte Hure Marthe ihrem trotteligen Schützling Clement zu helfen, der im Verdacht steht, zwei Frauen brutal ermordet zu haben. Widerwillig bringt Kehlweiler Clement bei drei befreundeten exzentrischen Historikern unter. Doch Clement verschwindet und wieder wird eine junge Frau tot aufgefunden ...
Das besondere an den Krimis der Archäologin Freg Vargas sind ihre eigenwilligen und wenig heldenhaften Figuren, die aber gerade deswegen Dinge sehen und verstehen, die sonst niemand bemerkt. Und so sind auch in diesem Fall ein altes Gedicht von Nerval und ein altmodisches Geschicklichkeitsspiel die Schlüssel zur Lösung.


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