Das Buch beschreibt die Katastrophe aus einer anderen Perspektive, nämlich aus der Sicht des Ombudsmannes der Deutschen Bahn, Prof. Otto Ernst Krasney. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, was ein Ombudsmann überhaupt ist und was seine Aufgaben sind. Kurz zur Aufklärung: Ein Ombudsmann wird als unabhängiger Vermittler bestellt. Seine Aufgabe ist es, zwischen Verletzten, Hinterbliebenen und dem Schädiger, im Fall von Eschede also der Bahn, zu vermitteln.
Das Buch ist sehr spannend und informativ zugleich. Der Ombudsmann erzählt die Katastrophe aus seiner persönlichen Sicht: wie die Opfer in den ersten Tagen nach der Katastrophe reagierten, welche Wunden sie in den Seelen davontrugen, wie Psychologen mühsam versuchten, den Traumatisierten zu helfen, wie eine Selbsthilfegruppe absurde Forderungen erhob, welche Rolle der Ombudsmann bei den Verhandlungen mit dem Bahnvorstand spielte.
Ich kann es nur jedem empfehlen, der sich allgemein dafür interessiert, wie bei schweren Unglücken zwischen Opfern und Schädiger verfahren wird.