Anhand der Bankiersfamilie Baring zeichnet Landes zu Beginn die Entstehung des modernen Bankwesens nach. Die Barings-Bank war die erste moderne Universalbank, die über mehrere Generationen über beträchtliche finanzielle und auch gesellschaftliche Macht verfügte -- bis sie irgendwann "am eigenen Erfolg erstickte": Dieser Erfolg nämlich hatte die meisten Familienmitglieder bewogen, sich aus dem aktiven Geschäft zurückzuziehen, beziehungsweise sich davon von vornherein fernzuhalten, und sich stattdessen anderen Betätigungen zu widmen, "die ihnen ihr Wohlstand und ihre Stellung möglich machten". Dieser Verlauf von Aufstieg und Niedergang wiederhole sich, resümiert der Autor, in der Geschichte der Unternehmerdynastien ein um das andere Mal. Das Ende der Baring-Bank ist bekannt: Das Unternehmen verzettelte sich, verlor im wahrsten Sinne die Kontrolle und wurde von einem Angestellten durch betrügerische Geschäfte mit Derivaten ruiniert.
Wie das Schicksal der Barings im Negativen, so zeigt, neben anderen, das Beispiel der Rothschilds, welche enormen Vorzüge der familiäre Zusammenhalt mit seinen klaren Loyalitätsbeziehungen für ein erfolgreiches Unternehmen -- gleich welcher Größenordnung -- bietet, und wie wichtig eine an gemeinsam getragenen Überzeugungen ausgerichtete Firmenpolitik ist. In der Summe jedenfalls bestärken uns die insgesamt 11 Porträts in der Ahnung, die wir insgeheim schon vor der inspirierenden Lektüre hatten -- So sehr man manchmal auch an ihnen verzweifeln und in ihnen leiden mag: Familien sind die besseren Unternehmer! -- Andreas Vierecke