Die einzelnen Krankheiten/Symptome sind je auf ca. einer viertel bis einer Seite erklärt und die Symbolik in Körperebene, Symptomebene, Bearbeitung, Erlösung und Urprinzipieller Bezug (Astrologisches Prinzip) eingeteilt. Z.b. "Bettnässen" (wegen der Kürze hier ausgesucht, trotzdem nochmal stark gekürzt): "Körperebene: Harnblase (Druck aushalten, loslassen). Symptomebene: [...] der tagtäglich überforderte Kontrollmechanismus des Kopfes versagt nachts; totales Loslassen; Druck zurückgeben [...]; unteres Weinen [...] Bearbeitung: [...]sich den alltäglichen Druck [...] bewußtmachen [...] Einlösung: sich tagsüber von Angesicht zu Angesicht wehren können [...] Urprinzip: Mond-Pluto"
Bewertung:
Ich würde das Buch vor allem als Nachschlagewerk der Psychosomatik sehen, speziell als Ergänzung zu "Krankheit als Weg". Allein aus dem Zusammenhang gerissen, macht es auf jeden Fall nur Sinn, wenn anerkannt oder verstanden ist, daß zwischen Krankheiten/Symptomen und Symbolik ein Zusammenhang besteht. Die Einleitung ist nicht viel mehr als ein Überblick und setzt grundsätzliche Akzeptanz des psychosomatischen Prinzips voraus.
Die Liste der Krankheiten und Symptome scheint recht vollständig, wenngleich Einzelthemen deshalb etwas kurz angerissen werden (zu vielen Bildern verweist der Autor aber mit Seitenangabe auf andere seiner Bücher). Die Kürze ist aber durchaus von Vorteil, weil sie zum Entschlüsseln der eigenen Symbolik anregt. Von etwa 20 von mir nachgeschlagenen Symptomen (allesamt aus dem persönlichen Umfeld, eigene habe ich hier wegen der subjektiven Problematik außen vor gelassen) würde ich etwa die Hälfte als auf Anhieb passend einschätzen. Über den Rest kann ich mir momentan schwer ein Bild machen, da ich nicht mit den Betroffenen direkt gearbeitet habe.
Ich selbst habe übrigens mit Dahlke's strikt polar orientieren Weltbild so meine Probleme und manchmal versucht auch Dahlke einen Doppelrittberger um die Symbolik eines Symptoms auf die "richtige" Seite seiner Idee der Polarität zu befördern. Wegen der Kürze der Beschreibungen bleibt ihm aber oft nur Platz für Stichworte so daß dem Leser die Einordnung und Relevanz des Themas selbst überlassen bleibt. Das sehe ich als einen klareren Vorteil und als ein Beispiel dafür, daß weniger manchmal eben doch mehr ist.
In der Einleitung scheint Dahlke übrigens seinen Frieden mit den anderen medizinischen Schulen zu schließen, die Abgrezung ist bei weiten micht mehr so verbissen wie in "Kranzheit als Weg" und die ganze Einleitung wirkt entspannter.
Fazit:
Erfordert grundsätzliches Verständnis der weitreichenden Psychosomatik (Anwendung psychosomatischer Prinzipien auf alle oder nahezu alle Krankheitsbilder, z.B. "Krankheit als Weg" (Dahlke), Bücher von Tepperwein oder ähnliche).
Ein sehr vollständiges Lexikon der Krankheitssymbolik, relativ frei von Dahlke'scher oder anderer Dogmatik. Der Kürze der und daraus folgender Offenheit der Beschreibung wegen, ein sehr gutes Sprungbrett zur Deutung der Symbolik eigener oder fremder Symptome, ohne durch zu viel vorgefertigte Deutung die eigene Assoziation und Intuition zu stark zu beschränken.