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  Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft. | Robert Kurz
 
 
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Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft.
Robert Kurz

Ullstein Tb, 2001 - 938 Seiten

Kundenbewertung:(32 Bewertungen)
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Die Verheißungen der globalen Marktwirtschaft haben sich seit 1989 als Illusion erwiesen. Wer angesichts dieser unerwarteten Krise des Kapitalismus auf die Selbstheilungskräfte des Marktes vertraut, hängt einem Irrglauben an. Für den Philosophen und Schriftsteller Robert Kurz ist der Kapitalismus ein Auslaufmodell, das unaufhaltsam auf seinen Untergang zusteuert, unfähig Alternativen zu entwickeln, die den Weg aus der Krise weisen könnten.

"Marktwirtschaft macht arm" postuliert Kurz in seinem Schwarzbuch Kapitalismus und weist im folgenden en detail nach, daß es der großen Mehrzahl der Menschheit unter der neuen Marktordnung "in nahezu jeder Hinsicht schlechter gegangen ist als im 14. und 15. Jahrhundert". Zwar gibt es auch Gewinner, wir selbst gehören zweifellos dazu, aber in der Gesamtbilanz überwiegt doch eindeutig die Verliererseite.

Um aus der von ihm diagnostizierten Ausweglosigkeit des kapitalistischen Systems ausbrechen zu können, fordert Kurz eine Rehabilitierung der Geschichte. Die folgende präzise Analyse der drei großen industriellen Revolutionen legt den Grundstock für seine eigentliches Anliegen: ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue radikale Kapitalismuskritik.

Robert Kurz geht es nicht um eine Reform des Kapitalismus, sondern um dessen Abschaffung. "Staat und Markt" sind nicht alternativlos, doch liegt die Alternative nicht im "vorsintflutlichen Staatssozialismus", der ohnehin "nur eine gröbere, eher mickrige und auf halbem Weg steckengebliebene Billigversion des Westens" war. Die wirkliche Alternative liegt in der Selbstverwaltung der Gesellschaft durch ein umfassendes Rätesystem.

Mit seinem Schwarzbuch Kapitalismus hat Robert Kurz einen zentralen Beitrag zur aktuellen Debatte um die Zukunft unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung vorgelegt. Das Buch macht Hoffnung, daß mit dem Zeitalter der entfesselten Märkte nicht auch das Ende der Geschichte gekommen ist. --Stephan Fingerle


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Unbedingt lesen und weiter empfehlen!!!

Ich bin beim tieferen Studieren der Marktwirtschaft und ihrer Entwicklungsgeschichte bei der Suche nach unabhängiger, kritischer Literatur zum Kapitalismus, hier auf dieses Buch gestoßen. Um es vorweg zu nehmen: brilliant!!! Es ist geradezu erfrischend das zu lesen! Endlich mal jemand, der in Zusammenhängen denken kann! Man hat an zahlreichen Stellen richtige AHA-Effekte und kommt nicht umhin zuzugeben, daß der kritische Ansatz des Autors absolut zutreffend und seine sprachliche Ausdruckskraft großartig ist!!!

Die positiven Kritiken der Leser beschreiben das Buch hier bereits sehr gut, was hilfreich für die Kaufentscheidung war. Die negativen Kritiken sind nur teilweise richtig, treffen meistens aber nicht zu, zeigen eher, daß das Buch nicht vollständig gelesen bzw. verstanden wurde. Das mag daran liegen, daß der Autor bestimmte Zusammenhänge mit jeweils einem Begriff oder Namen zusammen faßt und diese kurzen Begriffe in den folgenden Kapiteln verwendet. So muß er sich nicht ständig wiederholen, sondern kann elegant auf diese, aufeinander aufbauenden Punkte, Bezug nehmen, was einen sehr guten Lesefluß ergibt. Einfach ein paar Seiten zu überspringen kann also das Verständnis behindern oder gar etwas zerstören. Man muß sich also schon die Zeit nehmen, es gewissenhaft zu lesen, zumal es sehr exakt geschrieben ist. Hier kann man quasi jedes Wort auf die Goldwaage legen. Das musste aber wohl auch sein, um sich deutlich zu artikulieren und pseudowissenschaftlichen Anfeindungen von liberalen Marktwirtschaftsbefürwortern ohne weiteres Stand halten zu können.

Falsch an den Kritiken der Leser ist: z.B. die Unterstellung, der Autor würde befürworten, daß sich Eigennutz/eigennütziges Verhalten von selbst in gemeinnützige Bahnen lenkt. Wäre das so, müsste mit der Steigerung der Produktivität irgendwann der Punkt kommen, an dem ein bedarfsgerecht erzeugtes Warensortiment auch alle materiellen Sorgen beseitigt. Die Folge wäre ein glückliches, sorgenfreies Leben für alle. Doch der Autor zeigt ja gerade auf, daß genau das Gegenteil der Fall ist. Ja mehr noch. Die maßlose, unplanmäßige Überproduktion für einen abstrakten Markt schafft sogar erst die meisten Probleme! Egal wie hoch die Wertsteigerungen an der Börse und der Produktionsausstoß im Kapitalismus auch sind oder zukünftig sein werden, dieser Punkt wird nie erreicht, sondern die Spanne zwischen Arm und Reich wird sogar noch größer anstatt kleiner! Die Summe der Handlungen der einzelnen Warenproduzenten / Dienstleister und Kapitalisten führt also zu einem ganz anderen Ergebnis, als es die Theoretiker und Befürworter der Marktwirtschaft postulieren und der Einzelne vielleicht will! Die ganze Systemlogik stimmt nicht. Wer wissen möchte warum, der wird kein besseres und fundierteres Buch wie das »Schwarzbuch Kapitalismus« sowie die gleich noch unten aufgeführten, ergänzenden Bücher, finden!
Falsch an der Kritik ist ebenfalls: »Staatskapitalismus« sei unzutreffend und ein Widerspruch in sich usw. Bereits 1974 wiesen Wirtschaftsdozenten der Uni Hamburg wissenschaftlich argumentierend eindeutig nach, daß die alte Lehrmeinung, Grundvoraussetzung und Motor der Marktwirtschaft sei das Privateigentum an Produktionsmitteln, nicht mehr zutreffend ist (nachzulesen Lösch / Ortlieb »Kapilalismus - Der Streit um die Marktwirtschaft«). Damit wird auch plausibel, warum im »Pseudosozialismus« z.B. der DDR der Staat mit seinem »Volkseigentum« als Monopolist an die Stelle des Kapitalisten treten konnte, wenn gleich das Ziel dort nicht die Kapitalverwertung war. Das Konstrukt (Warenwirtschaft, Verteilung über Geld) war aber in seiner Wirkung identisch. Falsch ist auch, daß eine kollektivierte Wirtschaft gnadenlos uneffektiv sein muß. Sie kann uneffektiv sein, muß es aber nicht. Die Gewalt in Russland und China hatte andere Ursachen. In der DDR als Kollektivwirtschaft bestand z.B. die Effektivität darin, daß alle Bürger über Arbeitsplätze sozial wie materiell (inkl. Rente) dauerhaft abgesichert waren, weit, weit besser als heute also, obwohl unsere heutige Wirtschaft ungleich leistungsfähiger ist. Soziale Zukunftsangst war dort unbekannt. Hier ist sie allgegenwärtig. Wie ist das möglich? Dieses Paradoxon kann kein neoliberaler Ökonom plausibel erklären. Eigentlich müsste es umgekehrt sein, daß wir heute die DDR natürlich alt aussehen lassen. Doch davon sind wir weit entfernt, wie man weiß, obwohl die Produktivität und die finanziellen Möglichkeiten und Ressourcen heute unvergleichlich größer sind!

Richtig an den Kritiken der Leser: Robert Kurz erspart es sich (zumindest in diesem Werk) allein aus Platzgründen jede einzelne Aussage noch durch Daten zu untermauern, sonst wäre das Buch doppelt so dick geworden und vielleicht weniger flüssig zu lesen. Deshalb empfehle ich zur Ergänzung das Buch »Götterdämmerung über der neuen Weltordnung« von Stefan Engel, welches übersichtlich und leicht verständlich die entscheidenden Gesetze der Ökonomie und Arbeit darstellt und diese durch detaillierte Grafiken und Übersichten wissenschaftlich fundiert untermauert. Die zahlreichen Daten zur Wirtschaftsentwicklung sowie die prägnant formulierten Gesetze und ihre Auswirkungen bieten dort eine Fülle an Argumenten und stellen den Charakter der gesamten Weltwirtschaft realistisch dar.

Genau das macht Robert Kurz auch, aber mit anderem Focus. Er geht schwerpunktmäßig der Frage nach, wie es überhaupt möglich ist, daß sich eine so produktive Wirtschaft wie die Marktwirtschaft unter den Bedingungen reiner Kapitalverwertungsabläufe einerseits so produktiv (maßlose Überproduktion) und andererseits so selbst zerstörerisch (zyklische Krisen, Raubbau an Umwelt und Menschen) verhalten kann. Muß das so sein oder gibt es Alternativen? Wenn ja, wo liegen die Ansatzpunkte dafür? Er bezieht wissenschaftl. Entdeckungen wie techn. Erfindungen u.v.m. in seine Überlegungen ebenso ein, wie geschichtliche Tatsachen und Abläufe und vor allem die Strukturen und Triebkräfte, die dahinter steckten bzw. wirkten.

Damit der Kapitalismus öffentlich dennoch akzeptiert wird, ist ein enormer ideologischer Aufwand notwendig. Dessen Ansätze, Ideen und Argumente nimmt der Autor ebenfalls systematisch auseinander. Dabei zeigt er sich zwar als engagierter Kritiker, ist also (positiverweise nicht neutral - dazu weiß er über den Kapitalismus auch viel zu viel...), erscheint aber eher als ein objektiver, fundiert argumentierender Beobachter auf der Bildfläche, im Gegensatz zu Autoren der neoliberalen Theorie, wo meist der Wunsch Vater des Gedanken zu sein scheint und objektive wirtschaftliche Gesetze lieber ignoriert werden, da man diese nicht in Einklang mit der eigenen Wirtschaftstheorie bringen kann.

Robert Kurz kritisiert liberale und rechte Theorien und Klassiker ebenso wie linke, wie Marx beispielsweise, zeigt aber auch was an letzterem richtig war. Er differenziert, ohne sein Grundverständnis und seine Ablehnung des Gesamtkonstruktes Kapitalismus zu verlieren. Dabei ist er einer der wenigen Autoren, denen es gelingt, bis zum eigentlichen Kern des Problems, nämlich den gravierenden Fehlern im Wertschöpfungsprozeß des Kapitalismus an sich, vorzustoßen!!!!! Allein deshalb ist dieses Buch Pflicht für BWL-Studenten!!!

Ich habe inzwischen zahlreiche Bücher zum Thema Marktwirtschaft und Globalisierung gelesen, muß aber sagen, daß die meisten nicht viel taugen, weil sie keine tiefgründige Analyse dazu betreiben. Oft ist nicht entscheidend was gesagt oder geschrieben wird, sondern was weggelassen und bewusst verschwiegen wird! Wie in den üblen TV-Talkrunden auch. Meist werden nur Teile der äußeren Erscheinungen behandelt, nie aber die eigentlichen Ursachen für die Entwicklungen. Ganz anders in diesem Buch von Robert Kurz. Er zeigt genau die Knackpunkte auf und belegt, daß die gesamte Logik der Marktwirtschaft in sich nicht stimmen kann! Alle aktuellen Fehlentwicklungen und Probleme sind hausgemacht und unnötig. Sie verfolgen nur ein Ziel, nämlich das künstlich(!) geschaffene Ungleichgewicht, welches in überwiegend eine Richtung läuft, aufrecht zu erhalten, koste es was es wolle...

Letztlich hat jeder Leser selbst die Möglichkeit sich davon zu überzeugen, ob der Autor mit den beschriebenen Gesetzen und Tendenzen der Wirtschafts- und Geschichtsabläufe ein reales Abbild unserer Gesellschaft schafft oder nicht. Ich denke, daß er verdammt nah an der Wahrheit liegt. Wenn ich jetzt Nachrichten lese/höre, fügen sich diese erstaunlich oft genau in die Vorgänge und das Bild ein, welches vom Autor hier gezeichnet wird! Jeder Leser prüfe es selbst nach!!!

Möglicherweise das beste Buch, welches je über die Marktwirtschaft geschrieben wurde! Selbst 7 Sterne wären für dieses Buch noch zu wenig!!!


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Ein Meisterwerk! Informativ, spannend, sprachlich exzellent!

"Möglicherweise das beste Buch, welches je über die Marktwirtschaft geschrieben wurde! Selbst 7 Sterne wären für dieses Buch noch zu wenig!!!"
Ich stimme da zu. Dieses Buch ist ein großartiges Werk! Es ist nicht trocken oder fad geschrieben, sondern es ist statt dessen trotz über 900 Seiten sehr spannend, weil die Zusammenhänge und die fatalen Auswirkungen des Kapitalismus als menschenverachtendes System deutlich werden.

Es werden viele einschlägige Ideologen und Kritiker zitiert und in Beziehung gebracht. Dazu gehören de Sade, Bentham, Malthus, Kant, Marx, Engels, Lenin, Ford, Taylor, Ebert und viele weitere.
Unter anderem wird die Aufklärungsphilosophie stark kritisiert. Speziell Bentham kommt schlecht weg. Aber auch Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten werden hart drangenommen.
Es zeigt sich dabei, dass Rassismus, Nationalismus, Stalinismus, Totalitarismus und (wirtschafts)liberale Demokratie den gemeinsamen Ursprung im Kapitalismus haben.

Dabei werden die drei industriellen Revolutionen genau erklärt und die Folgen wie Massenarmut und Entfremdung anschaulich gemacht. Der Kapitalismus kommt hier noch schlechter weg als bei Marx und beim Staatskapitalisten Lenin oder dem Diktator Stalin, weil die Kritik gründlicher und deutlicher erscheint.

Hilfreich ist für eine ausführlichere Beschreibung sicher mein Vorrezensent A. Antman "New Wave Ameise".


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Wenn nur der Stil nicht wäre....

Ich habe mehr erwartet. In der Tat analysiert Kurz den Kapitalismus und seine Geistesgeschichte treffend und theoretisch angemessen. Er geht auf kulturelle Grundlagen ein, beschreibt den historischen Verlauf und reißt kurz eine Perspektive für die Zukunft an. Der Schwerpunkt jedoch ist die Analyse der Marktwirtschaft. Sie beschreibt er in all ihren Details, wie sie sich einwurmt, er füllt den Begriff System mit Hinweis auf die Aufklärung (Kant) und vor allem den Liberalismus und liefert gleichzeitg eine Erklärung der Weltgeschichte aus der liberalen Maschine Marktwirtschaft.

Problematisch dabei ist dabei zweierlei.
Kurz' Stil ist bisweilen unerträglich. Das nicht, weil er fordernd und nicht einem wirren Objektivitätsdiktat folgend schreibt, sondern weil er unglaublich polemisch ist. Diese Polemik verhindert eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Ist das nun Kurz' Stil oder stellt er Kant/Bentham und wie sie alle heißen wirklich als Ideologen der Marktwirtschaft dar? Kurz' spricht immer wieder mit strategischem Vokabular, manches liest sich daher wie eine Verschwörungstheorie. Ist das so auch so gemeint oder nur polemisch? Es wird einfach an vielen Stellen nicht klar genung.
Außerdem ist das Buch zwar durchaus materialreich, dieses ist aber eher nicht wissenschaftlich, sondern wirkt willkürlich ausgewählt. Warum vertraut er den Statistiken zu der Nahrungsmittelsituation im Mittelalter? Kritiker seiner Auffassung etwa von der Geschichte sind (oder ist das wieder der Stil?) nur Opfer der Ideologie, womit für ihn anscheinend eine Auseinandersetzung mit diesen überflüssig wird. Wissenschaftlich betrachtet ist das ohne Frage keine Position. Warum wird, um liberale Ideologie zu entlarven ausgerechnet Mandeville benutzt, der einigen Stimmen zufolge (wie Kurz auch erwähnt) eine Satire schrieb? Da gäbe es deutlich bessere Autoren!

Auch wenn diese Unstimmigkeiten den Gesamteindruck deutlich herunterziehen, ist das Buch vor allem Menschen, die sich mit Wertkritik noch nicht auseinandergesetzt haben, zu empfehlen. Es bietet einen Einblick in das Gedankengebäude und setzte in meinem Denken vor allem Möglichkeiten frei und schaufelte alten, ideologischen Ballast davon.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7



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