Die Autorin, die als Pionierin der industriellen Ideenproduktion gilt, setzt auf Prozesse, die sehr viele Leute als Ideengeber mit einbindet. Ihr Prinzip, Ideen am Fließband zu produzieren, scheint ganz einfach: Wie im materiellen Produktionsprozess gibt es Know-how, Werkzeuge und Maschinen. Entscheidend ist zu wissen, an welchem Punkt des Produktionsprozesses man welche Werkzeuge einsetzt und welche Personen einbezieht. Schnetzler macht deutlich, dass wenn Unternehmen unter sehr großem Innovationsdruck stehen, es eben nicht mehr genügt, auf die Inspiration zu warten, sondern es erforderlich ist, sich auf einen klar strukturierten Prozess einzulassen. Der beinhaltet neben den drei Hauptphasen Ideenbeschaffung, Filterung und Umsetzung auch die Steuerung und das Management der Ideen. In Zeiten, in denen neue Inputs, neue Fragen, neue Sichtweisen händeringend gesucht werden, ist ihr Buch eine mehr als spannende Lektüre, die zeigt, dass ein festgelegter Prozess die Kreativität nicht einengen muss.
Schnetzler sieht sich als Dienstleister, die den Prozess der Ideenentwicklung entschlüsselt hat und ihn weit vom unsystematischen, selbst gestrickten Image positioniert wissen will. So nimmt die Idee quasi den Status eines Rohmaterials an, das in hoher Stückzahl gefördert werden muss, um sich dann die Perlen herauspicken zu können. Durchaus vorstellbar, dass Grundmechanismen in jedem Unternehmen anwendbar sind und damit die Effizienz von Innovationsprozessen gewaltig steigen könnte.
Mit ihrem Buch legt Schnetzler interessantes Know-how offen, auch weil sie sich sicher ist, dass es Sinn macht, nicht nur Wissen, sondern auch Ideen zu teilen. Denn nur so, das ist ihre Überzeugung, haben wir langfristig eine Chance. --Petra Günzel
Schon zu Ende ihrer Gymnasialzeit sowie als Studentin hat sie - immer in Teamwork - erkannt, daß es möglich sein müßte, kreative neue Ideen systematisch zu produzieren, um so einem offensichtlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnis entgegenzukommen. Das Schnetzler-Team hat die vorhandenen, bereits damals modernen Outputs der Kreativ-Forschung kritisch übernommen. Nadja Schnetzler und ihr Team entwickeln eine systematische Vorgehensweise Ideenschaffung und -umsetzung, eben die Ideenmaschine. Psychologie und Soziologie bieten die Werkzeuge und die Einbeziehung der Betriebswirtschaft stellt den wirtschaftlichen Erfolg dieses interdisziplinären Ansatzes sicher. Von Anfang an wurden prakti-sche Probleme gelöst, d.h. daß mit der Ideenmaschine eine vorbildliche Verbindung Theorie-Praxis gelungen ist.
Die Ideenmaschine wird als Aggregat mit diversen Inputs und Outputs darge-stellt, welches in einer festgelegten Reihenfolge mit zahlreichen flexiblen Modulen funktioniert. Die Hauptmodule Ideenbeschaffung, -verdichtung, -auswahl, -umsetzung und -management werden mit ihren Untermodulen und -systemen eingesetzt. In den einzelnen Arbeitsphasen kommen unterschiedlich strukturierte und verschieden starke Teams zum Einsatz, immer eine Kopplung von Laien, Fachleuten und Koordinatoren.
Nadja Schnetzler und ihr Team haben auch mit diesem Buch bewiesen, daß mit der Ideenmaschine Kreativitätsprobleme gelöst werden können und Innovationsmanagement zum Erfolg führt. Die kluge systematische Abarbeitung eines Ideenfindungs-Auftrages bedingt einen Mindestaufwand und liegt kostenmäßig im fünf- und sechsstelligen Euro-Bereich.
Der Leser findet in dem Werk Beispiele der integrierten Anwendung und Umsetzung wissenschaftlicher und praktischer Erkenntnisse unterschiedlicher Fächer. All dies beschreibt Nadja Schnetzler in ihrem überzeugenden Werk mit dem bezeichnenden Untertitel ?Methode statt Geistesblitz". Einerseits erklärt sie das Vorgehen, andererseits stellt das Buch natürlich eine ausgezeichnete Werbung für die Ideenmaschine dar.