Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) | Arkadi Strugatzki, Boris Strugatzki
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Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch)
Arkadi Strugatzki
,
Boris Strugatzki
Suhrkamp Verlag
, 1981 - 214 Seiten
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Kauftipp
interessantes Werk mit großartigem Nachwort
Irgendwann gab mir irgendjemand Gluhkowskys "Metero 2033" mit. Eine schlechte Rezension war nach Beendigung der Lektüre unumgänglich. Beim Stöbern in den Beiträgen anderer Reszensenten wurde schnell klar, dass sich "Metro 2033" anscheinend am Computerspiel Stalker orientiert (oder zumindest so liest wie sich dieses spielt). Das Spiel wiederrum basiert auf "
Picknick
am
Wegesrand
". Dass der Abklatsch des Abklatschts nicht gut sein kann war klar, aber da die Idee bei Gluhkowsky bereits vielversprechend wirkte, lag es nahe sich mit dem Picknick zu beschäftigen. Resümee: interessantes Szenario, gute Science Fiction und das bündig auf weniger als 200 Seiten. Was allerdings wirklich störend wirkt, ist die deutsche Übersetzung. Dass die Übersetzerin der deutschen Umgangssprache mächtig ist, ist zu bezweifeln. Entsprechende, umgangssprachliche Passagen klingen bestenfalls veraltet, wirken aufgesetzt, wenig authentisch, wenn nicht sogar lächerlich. (Ich kann mir nicht vorstellen, dass in den 70ern wirklich so gesprochen wurde.) Aus dem "Stalker" im Original einen "Schatzsucher" und Ähnliches zu machen ist ebenfalls eine unglückliche Wahl, die die Atmosphäre verfälscht, indem dem Ganzen ein biederer, romantisierender Touch verliehen wird. Deshalb nur drei Sterne.
Was sich aber fast mehr lohnt als die
Erz
ä
hlung
selbst, ist das Nachwort von Stanislav Lem. Hier setzt er sich zum einen theoretisch und kritisch mit den Alien-Geschichten in der Science Fiction auseinander, um anschließend eine Analyse und somit auch Erklärung des "Besuchs" im Picknick zu liefern. Zum Schluss kritisiert er (berechtigterweise) das Ende der Erzählung. Interessant ist dieses Nachwort nicht nur weil es von einem renomierten Sci-Fi-Autoren ist, der die Strugatzki-Brüder kannte, sondern auch weil es den Leser anregt über das Wesen der Science Fiction selbst nachzudenken.
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Ein düsteres, melancholisches Meisterwerk ...
... der Science-Fiction-Literatur, auf das ich, so muss ich gestehen, erst vor kurzem aufmerksam wurde.
Die Autoren schildern ein trostloses (Über-)Leben in einem der von Besuchern teilweise zerstörten Orte: Schatzsucher, Händler, Schmuggler, Schaulustige, Mutanten und durch bizarre Artefakte Verstümmelte - alle versuchen, das beste aus dem "Besuch" herauszuschlagen - oder einfach nur zu überleben.
Ein hervorragend geschriebenes Meisterwerk mit originellen Ideen und Ansätzen - so erfährt man über die Besucher überhaupt nichts, über ihre Intentionen, über ihre rätselhaften Hinterlassenschaften wie "Hexensülze" - vieles bleibt vage, unklar. Kein actionreicher Science Fiction, sondern ein in die Tiefe gehendes, philosophisch angehauchtes Werk. Trotzdem aber immer spannend - man blättert weiter und möchte wissen, wie es Roderic, unserem tragischen und vom Pech verfolgten Helden, weiterhin ergeht, ob er seine Schatzsuchen denn auch überlebt, wie es seiner Familie ergeht, was mit dem Ort passiert.
Das Nachwort von Lem, in dem er akribisch die gesamte
Erz
ä
hlung
seziert und das seiner Meinung nach unpassende Ende rügt, finde ich dagegen wenig angemessen und etwas ärgerlich: Lem liefert zwar einige sehr gute Ansätze und Überlegungen zur Science Fiction Literatur im allgemeinen(und der amerikanischen im besonderen), aber im Grunde redet er mehr oder weniger Strugatzkis Erzählung "klein".
Fazit: Hervorragende, originelle, unverbrauchte Science Fiction Literatur aus Russland - sicherlich nicht das letzte, was ich von den Brüdern Strugatzki lesen werde! Sehr zu empfehlen!
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...ein Versuch über die Nebensächlichkeit der Menschen
Was wäre wenn... eine der zentralen Fragen der SF, deren Antwort sich in diesem Buch auf gänzlich ungewöhnliche Weise genähert wird. In seiner Nabelschau, stellt sich der Mensch immer vor er wäre so wichtig, dass ihn "Außerirdische" besuchen könnten. Was aber wenn sie ihn gar nicht wahrnähmen und ihr intergalaktisches
Picknick
zufällig auf dem blauen Planeten feiern würden, ungeachtet der "Ameisen" am
Wegesrand
, die sich noch Jahrzehnte lange mit dem himmlischen Müll beschäftigen könnten, ohne ihn auch nur ansatzweise zu verstehen.
SF-Klassiker mit unterschätzter moralphilosophischer Komponente
Ich möchte keine großartige Inhaltsangabe machen, das haben schon etliche vor mir getan. Was mich an diesem Buch immer wieder fesselt, sind dessen moralphilosophische Implikationen: Die von Außerirdischen offenbar achtlos oder auch versehentlich auf der Erde zurückgelassenen Artefakte förden die schlechten Seiten der Menschen, welche sich um sie bemühen - Habgier, Eitelkeit, Abenteuerlust. Ob sie dabei von "außen" wie bei einem Experiment beobachtet werden oder nicht, bleibt ungewiss. Ich muß hier immer wieder an den Umgang mit isoliert im Regenwald lebenden indigenen Stämmen denken und an die große moralische Verantwortung, die die "weiter entwickelte" Menschheit hier hat. Kann man den Indios den Kulturschock der Zivilisation zumuten oder nicht? Werden sie daran zerbrechen? Soll man ihnen helfen, Krankheiten mit moderner Medizin zu heilen oder nicht? Eine endgültige Antwort zu geben, ist schwierig.
Eine weitere schwerwiegende moralphilosophische Frage eröffnet sich mit der Handlungsweise des gebrochenen Haupthelden Schuchart, der um jeden Preis die legendäre goldene Kugel erreichen will, um seine durch die "Zone" erkrankte Tochter heilen zu können (die Kugel erfüllt angeblich Wünsche). Die Frage, wie unmoralisch man handeln darf, um ein hochmoralisches Ziel zu erreichen, wird hier ganz klar deutlich und auch nicht abschließend beantwortet - wie sollte sie auch. Dieser Aspekt, der praktisch mit den letzten Sätzen des Buches zutage tritt, ist es wohl, der dieses Buch für mich immer wieder fesselnd und aufwühlend gemacht hat.
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Immer geeignet
Meine Geschichte mit der "Zone" begann zuerst mit Stalker SOC, dann Clear Sky, danach die SciFiRomane mit David Rothe.
Picknick
am
Wegesrand
ist sozusagen der Vater all dieser Geschichten und einfach nur gut.
Der Inhalt hat nicht diesen typischen SciFI Beiklang, sondern ist mehr seriös.
Das Buch beinhaltet auch philosophische Aspekte, wie z.b. Gott/etc und ist dennoch eingebetet in eine unterhaltsame Geschichte, deren Ende es mir echt angetan hat.
Super Buch!
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