Buch: Die Russische Revolution 1905 - 1921 | Manfred Hildermeier
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Die Russische Revolution 1905 - 1921
Manfred Hildermeier
Suhrkamp
, 1989 - 350 Seiten
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Eine wirklich proletarische Revolution?
Manfred Hildermeier ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Göttingen. Der Autor erläutert in seinem Buch ?Die
Russische
Revolution
1905
-
1921
", wie und warum es zu der Revolution der Bolschewiki 1917, einer ?Premiere" in der Geschich-te, kam und wie diese Machtergreifung der Bolschewiki ermöglicht und anschließend im Verlaufe des Bürgerkrieges abgesichert wurde. Hildermeier beginnt zunächst mit einer kurzen Zusammenfassung, gegliedert nach Volksgruppen und zentralen Ereignissen, die die Verhältnisse und Entwicklungen in Russland vor 1905 erläutert. Anschließend beschreibt er ausführlich und in chronolo-gischer Reihenfolge die Ereignisse zwischen 1905 und 1921. Eingerahmt wird der Text von kurzer Einleitung und Resümee, in der die o. g. Leitfrage formuliert, disku-tiert und mit Argumentationen anderer Wissenschaftler verglichen wird.
Als direkten Auslöser für die Russische Revolution sieht Hildermeier die Krise des alten Regimes und den 1. Weltkrieg. Er schildert ausführlich die soziale Gliederung und die Lebensumstände der Bauern und Arbeiter. Die zaristische Regierung ver-schleppte nötige Reformen im Agrarsektor, der Industrie und auch bei der politischen Teilhabe des Volkes. Der Autor sieht in diesem fehlenden Mut zu Veränderungen einen entscheidenden Grund für den Sturz des Zaren. Unter der Belastung des Welt-krieges seien diese verschleppten Konflikte aufgebrochen und hätten zu der Russi-schen Revolution geführt.
Die Möglichkeit zu diesem Ausbruch gaben aber erst die Vertreter der Intelligenz, gleich welcher politischen Couleur. Er beschreibt ausführlich die verschiedenen poli-tischen Richtungen der Intelligenz, ohne den Bolschewiki, als spätere Sieger, eine übertriebene Aufmerksamkeit zu widmen. Hildermeier versucht so, den Eindruck ei-ner fehlenden historischen Alternative zu der Russischen Revolution zu vermeiden. Neben den erwähnten drei Hauptträgern der Revolution vermittelt der Autor ein weit gefächertes Bild der Ereignisse von 1905 bis 1921. Seine Erläuterungen konzentrie-ren sich zwar auf die, für die Machtergreifung der Bolschewiki, wesentlichen Aspek-te, doch ist er bemüht um viele Betrachtungsebenen (politische, soziale, kulturelle, wirtschaftliche). Diese Ebenen verknüpft Hildermeier zu einem, meist chronologisch aufgebauten Text, der die kausalen Zusammenhänge verschiedenster Ereignisse, und den dabei beteiligten Gruppen, für den Leser verständlich wiedergibt. Leider ver-zichtet der Autor vollständig auf Bilder und Grafiken, welche den Text etwas aufgelo-ckert und veranschaulicht hätten. Da die Kapitel relativ lang gehalten sind, eignet sich das Buch nicht als Nachschlagewerk. Doch durch das gute Ausdrucksvermögen des Autors ist das Buch durchaus als Lektüre für die intensivere Beschäftigung mit der Russischen Revolution zu empfehlen.
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