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  Blueprint. Blaupause | Charlotte Kerner
 
 
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Blueprint. Blaupause
Charlotte Kerner

Beltz, 2008 - 204 Seiten

Kundenbewertung:(88 Bewertungen)
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Charlotte Kerner hat das heiß umstrittene Thema "Klonen -- ja oder nein?" in den Mittelpunkt ihres neuen Jugendromans Blueprint gestellt.

Professor Fisher in Montreal ist Spezialist für das Klonen von Mäusen und Kühen. An Menschen hat er sich bisher noch nicht gewagt. Bis er bei einem Konzert die bekannte und erfolgreiche Komponistin und Pianistin Iris trifft. Iris, dreißig Jahre alt, ist unheilbar an Multipler Sklerose erkrankt. Sie beschließt, daß es höchste Zeit wird für ein Kind. Da sie den geeigneten Vater kurzfristig nicht zur Hand hat und sie nicht irgendein Kind möchte, bittet sie Fisher um Hilfe. "Für mich kommt nur ein Klon-Kind in Frage. Ich könnte es nicht ertragen, mich an ein unbegabtes Kind zu verschwenden."

Und so entsteht Siri -- die exakte Kopie von Iris, selbst der Name ist nicht frei von der allgegenwärtigen, starken Mutter, die zugleich Schwester, ja eineiiger Zwilling ist.

Für Siri, die zunächst willig die Erwartungen ihrer Mutter erfüllt, wird es mit zunehmendem Alter schwer, die eigene Identität zu finden. Bei einem Blick in den Spiegel sieht sie Iris in jungen Jahren. Erst als ihre Mutter stirbt, kann Siri sich selbst als eigenständige Person entdecken.

Charlotte Kerner spielt in Blueprint die Situation eines Klons bis in feine psychologische Verästelungen durch und gibt, ohne mit dem moralischen Zeigefinger bereit zu stehen, eine Menge Anregungen, sich unbefangen dem Thema zu nähern. Ihre provokativen Thesen enthalten jedoch auch eine Menge Zündstoff für anschließende Diskussionen. --Magnus Burr


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Zu viel gewollt - zu kurz gegriffen

Der Roman beschreibt in Rückblenden und Überlegungen die Schaffung und das Leben von Siri aus ihrer eigenen Perspektive, wobei sie selbst in dieser Beschreibung immer wieder zwischen drei Beobachtungshaltungen wechselt. Diese Wechsel ? zusammen mit den stark ineinander laufenden Zeitstufen machen den Roman stellenweise ein schwer zugänglich, auch wenn in dieser Art und Weise sehr eindringlich die Probleme der Identitätsfindung eines Klons, der zu rein reproduktiven Zwecken geschaffen wurde deutlich gemacht werden.
Doch die gesellschaftlichen und persönlichen Veränderungen, die eine mit Klonen gefüllte Gesellschaft mit sich bringen könnte werden seit der Entdeckung der Doppelhelix bereits sehr ausgiebig diskutiert und dabei wurde ? etwa in ?Duplik Jonas 7? ? ein Teil der emotionalen Problematik bereits wesentlich eindeutiger dargestellt.


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muss man gelesen haben!

Dieses Buch ist wirklich genial. Wie Charlotte Kerner es hinbekommt sich so in einen Klon hineinzuversetzen... Es ist wirklich sehr einfühlsam und eher mit psychologischem Hintergrund. Dieses Buch fordert den Leser dazu auf, sich mit den Nachteilen der modernen Wissenschaft auseinanderzusetzen. Zutiefst menschlich! Absolut empfehlenswert!


Ein Menschenklon auf der Suche nach Einzigartigkeit

In Charlotte Kerners Roman erfährt eine berühmte Pianistin, dass sie an der unheilbaren Krankheit MS, Multipler Sklerose, leidet. Daraufhin lässt sich die größenwahnsinnige Musikerin Iris Sellin als erster Mensch klonen, um auf diese Weise dem Tod zu entgehen und ihr Talent für die Nachwelt zu erhalten. Die geklonte Tochter Siri, welche zugleich auch die Zwillingsschwester ihrer Mutter ist, sucht hingegen verzweifelt nach ihrer eigenen Identität. Doch Siri verliert sich immer mehr zwischen Original und Kopie... Der interessante und bewegende Roman für Jugendliche ab 14 Jahren wurde nicht nur mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, sondern auch mit Franka Potente verfilmt.
Der einfache, wenn auch provokante Verdopplungsplan geht zunächst auf. Die geklonte Siri durchlebt eine sehr glückliche Kindheit: Eine Musikpädagogin als Kindermädchen und deren Sohn Janeck werden zu ihrer Familie, während Iris beruflich unterwegs ist. Systematisch wird Siri so zur künftigen Nachfolgerin ihrer berühmten Mutter, die zugleich auch ihre Zwillingsschwester ist, ausgebildet. Doch die einst harmonische Einheit im Lebens-Duett der Sellin-Zwillinge wird schließlich zu einem Kräftemessen im Duell. In der Pubertät versucht Siri immer mehr, ihren eigenen Weg zu gehen und lehnt sich gegen ihre Mutter auf.
Mit kurzen, eindringlichen Sätzen erörtert Charlotte Kerner in ihrem Roman die Schlüsselfrage, wie weit sich die Wissenschaft bewegen darf, wo sie der Freiheit des Einzelnen Grenzen setzen sollte und wo diese auf jeden Fall überschritten werden.
Ein sehr subtiler Roman, interessant und bewegend!


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sehr interessante Schullektüre

Hab dieses Buch damals in der Schule (10.Klasse) gelesen. Es ist gelungen und am Ende muss man zwnagsläufig um das umstrittene Thema nachdenken. Die Gefühle des Klons werden sehr deutlich und gut dargestellt! Ich habe es damals sehr gerne gelesen und kann es daher nur weiter empfehlen!


Iris - Siri: DUICH UND ICHDU

Die Gen-Wissenschaft geht mit Siebenmeilenstiefeln voran. Und Charlotte Kerner geht in ihrem Roman "Blueprint" gedanklich noch einen Schritt weiter: "Blueprint" ist die Biographie eines Klons. Dabei passt das Wort "Biographie" eigentlich nicht mehr. Denn das Buch hört auf, als Siri - der Klon - richtig zu leben beginnt. Ein Leben, das den Tod ihrer Mutter bedingt:

Die hoch begabte Pianistin und Komponistin Iris Sellin ist gerade dreißig Jahre alt, als sie erfährt, dass sie unheilbar an Multipler Sklerose erkrankt ist. Sie handelt schnell und... lässt sich klonen.
Sie bekommt ein Mädchen, das sie Siri nennt. Ihr Lebensweg scheint genau vorherbestimmt zu sein, schließlich wurde sie zu dem Zweck geboren, das Talent und die Arbeit ihrer Mutter fortzuführen.

Doch wie lebt es sich für Siri als Kopie, als Blaupause ihrer Mutter? Wo hört Iris auf? Wo fängt Siri an? All diese Fragen werden für das Leben von Siri bestimmend, denn innerlich gelingt die Doppelung nicht. Siri empfindet sich mehr und mehr als Iris-Kopie, als »Du«, nicht als »Ich«.
Wo liegen die Grenzen zwischen den beiden Persönlichkeiten? Sie scheinen zu verschwimmen.

Siri wird auf eine lange und beschwerliche Suche zu sich selbst geschickt, denn erst mit dem Tod von Iris wird die Suche nach der eigenen Identität möglich...

Nicht auf die Technik des Klonens konzentriert sich Charlotte Kerner (Informationen dazu findet der interessierte Leser im Anhang des Buches), sondern auf den Klon selbst bzw. auf dessen Psyche.
Siri ist ein deutliches Beispiel dafür, wie stark das Leben eines Menschen vorgezeichnet werden kann. Sie bekommt ihr Leben quasi vorgesetzt, statt sich selbst ihren Weg suchen zu können. Ihr "Mutter-Zwilling" Iris - "Muzwi" genannt - lebt vor, wie Siri und ihr Leben später aussehen wird. Für Siri gilt es im Grunde nur, die "Schablone" Iris auszufüllen, ohne dabei zu wissen, wo ihre eigene Persönlichkeit liegt bzw. ob sie überhaupt eine hat.
Genau das macht den Kern des Buches aus.

Hinzu kommt ein anderes bedrückendes Gefühl. "Normale" Kinder entstehen aus der Liebe zwischen zwei Menschen. Siri ist lediglich das Produkt der egozentrischen Selbstverliebtheit ihrer Mutter. Und so lauert in ihr immer die Angst, nicht um ihrer selbst willen geliebt zu werden, sondern nur als Fortsetzung des Lebens ihrer Mutter. Wie eine Sklavin steckt sie in einer Haut, die irgendwie nicht so recht die eigene ist und aus der sie nicht ausbrechen kann.

Sprachlich schafft es Charlotte Kerner, ganz geschickt ihre Inhalte zu vermitteln. Sie erzählt Siris Leben aus zwei unterschiedlichen Perspektiven, zwischen denen sie immer hin und her springt. Mal erzählt sie aus einer neutralen, übergeordneten Perspektive und mal in Form innerer Monologe, die Siri abhält. Besonders diese inneren Monologe haben es in sich. Siri hat teilweise eine sehr harte Art, die Dinge zu sehen und formuliert ihre Eindrücke sehr bildhaft. Oft läuft das auf Fragen und Anklagen an ihre Mutter hinaus, von der sie sich einerseits abgrenzen will, es andererseits aber nicht schafft (bzw. nicht schaffen kann) und daran beinahe verzweifelt.

Die Finesse ihrer bildhaften, symbolbehafteten Sprache trägt dazu bei, dass "Blueprint" - obwohl es ein Jugendbuch ist - ein wenig Konzentration erfordert. Zwischen den Zeilen steckt viel Stoff für eigene Gedanken, so dass das Buch auch für Erwachsene sehr interessant und ansprechend ist. Es gibt viel zu entschlüsseln, viel zu diskutieren und wer es schafft, sich diesem für manchen Leser eventuell etwas trocken erscheinenden Roman ganz zu öffnen, der nimmt nach der Lektüre eine ganze Menge mit.

Ein ganz großes Lob an die Hörbuchfassung. Wer Schwierigkeiten mit dem Perspektivenwechsel der Erzählweise hat, dem empfehle ich unbedingt die akustische Version. Durch die hervorragenden Sprecherinnen werden die zwei unterschiedlichen Erzählperspektiven verständlicher gestaltet. Eva Gosciejewicz liest die Rolle der Siri mit einer Stimme, die Verletzlichkeit aber auch die wachsende innere Stärke wiedergibt, Sissy Höfferer übernimmt souverän den erzählenden Part.

Fazit:
"Blueprint" ist ein faszinierendes Buch, das es verdient hat, dass man ein Weilchen innehält und über all die Fragen nachdenkt, die es aufwirft. Es ist sprachlich interessant: symbolreich und teils sehr bildhaft geschrieben. Das macht die Lektüre auf der einen Seite etwas anstrengend, andererseits erhöht es aber auch den Lesegenuss.

Das Buch ist auf jeden Fall ein sehr gelungener und lesenswerter Denkansatz zum Thema Klonen. Charlotte Kerner zwingt dem Leser nicht ihre Meinung auf, sondern vermittelt anhand von Siri einen glaubwürdigen und sehr anschaulichen Eindruck davon, wie sich ein Klon fühlen könnte.
Sie wirft mit ihrem Roman Fragen auf, über die man sich zuvor nur wenig Gedanken gemacht hat. Sie fügt der Debatte um die ethische Vertretbarkeit des Klonens eine zusätzliche Facette hinzu.

Siris verstörende Geschichte ist keine leichte, aber eine zum Nachdenken animierende Geschichte.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10



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