Endlich frei: Schritte aus der Depression | Josef Giger-Bütler
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Endlich frei: Schritte aus der Depression
Josef Giger-Bütler
Beltz
, 2007 - 330 Seiten
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Eine weitere Bestätigung zum Verstehen der Depression
Auch wenn ich das erste Buch von Josef Giger Bütler noch nicht gelesen habe, muss ich sagen, dass dieses Buch einfach genau das widerspiegelt was ich im Zusammenhang mit meiner depressiven Mutter erlebt habe. Verhaltensweisen der ständigen Überforderung und der laufende Blick auf andere Menschen. Es handelt sich bei depressiven Menschen wirklich fast ausschließlich um Andere. Was denken die Anderen, was machen die Anderen und wie komme ich bei den Anderen an. Und das alles ohne sich selbst zu kennen. Seine eigenen Gefühle, seine Bedürfnisse, seine Wünsche. Das Buch beschreibt auch ganz klar, dass der Weg aus der
Depression
ein Weg zu sich selbst ist. Ein harter Weg in ein unbekanntes aber einzig und alleine richtiges Land. Nämlich das zu seinem Ich, welches durch die Brüchigkeit in der Familie von kindesbeinen immer mehr und mehr verschleiert wurde. Die Kindheit wie ich auch in zahlrechen Werken von Alice Miller gelesen habe, spielt eine bedeutende, wenn nicht die bedeutenste Rolle in der Festlegung depressiver Verhaltensmuster. Das ist auch deutlich in dem Verhalten während der Depression festzustellen. Die Hilflosigkeit auf der einen Seite und den Zwang zum "Müssen" auf der Anderen. Und ich denke ausschließlich Betroffene und damit meine ich in erster Linie neben dem kranken Menschen auch der engste Familienkreis wissen, was es bedeutet sich um einen depressiven Menschen zu kümmern. Ihn in dieser Zeit anzunehmen und zu akzeptieren wie er ist. Ohne Medikamente die die unterkellerten Gefühle noch mehr in's Abseits schieben würden und ohne ein von sich weg schieben in eine Psychiatrie. Es kostet den depressiven Menschen sehr viel Kraft aber es verlangt den Angehörigen die sich der Sache nur mit Liebe und Verständnis annehmen können, ebenfalls enorme Gduld ab. Ich beschäftige mich seit Monaten aus gegebenem Anlass mit dem Verstehen der Depression und dieses Buch belegt all das was ich bereits vermutet habe und auch in vielen anderen Büchern wiederzufinden ist. Das niemand ein Leben lang depressiv sein muss und dieser Zustand ein Ausnahmezustand darstellen sollte und eine letzte Warnung des Körpers ist. Es is ein Zeichen zur Veränderung des eigenen Lebens, welches man Anhören, verstehen lernen und akzepieren sollte, um
endlich
zu seinem innersten zu gelangen. Das beschreibt der Autor absolut sinnig und für jeden verständlich. Natürlich für jeden der auch verstehen möchte und nicht die Augen vor dieser rein seelisch bedingten Krankheit verschliesst und dies als Phase ansieht die ausschließlich mit Antidepressiva zu behandeln ist! Diejenigen die das so sehen, haben von Depression überhaupt keine Ahnung. Denn es handelt sich nicht um einen kurzen Kopfschmerz, den man mit einer Tablette besänftigt. Die Depression zeigt dem depressiven Menschen auf, dass ein Leben so wie er es bisher gelebt hat für ihn nicht lebenswert ist und er es verändern muss um die inneren Gefängnismauern zu durchbrechen. Denn Krankheit ist immer noch ein Ausnahmezustand und Gesundheit ist der Normalzustand.
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herrlich
Ich kann nur bestätigen, was hier schon geschrieben wurde.
Es handelt sich nicht um einen Ratgeber im herkömmlichen Sinne, vielmehr ist es ein "Augenöffnen".
Lange Zeit habe ich mich gewehrt, die Vergangenheit mit einzubeziehen. Was Josef Giger-Bütler hier jedoch erklärt, ist versöhnend. Ohne Schuldzuweisung.
Das Hauptmerkmal in seinem Buch ist die Überforderung. Ob es nun den Eltern so erging, oder wir selbst es erleiden - das Ergebnis ist immer die Erschöpfung.
Jahrelang habe ich es gemerkt, wie erschöpft ich bin, wie leer die Akkus sind, dass selbst Therapie (tue Dieses und lasse Jenes, rein in die Angst, aushalten, selbst wenn Dir das Herz bis zum Anschlag schlägt...)nur noch weiter erschöpft.
Jetzt dieses Buch gelesen zu haben, erleichtert! Langsam, langsam ist schnell genug. Ruhe gönnen, wie auch immer diese aussehen mag beim Einzelnen. Und zu guter Letzt, mit sehr, sehr viel Geduld, zurück zu sich selbst zu finden...herrlich!
Giger-Bütler beleuchtet immer und immer wieder die Themen Überforderung, zur Ruhe kommen, Gefühle ernst nehmen, Muster verstehen und verändern von allen möglichen Seiten. Was zunächstg den Anschein der Wiederholungen erweckt, im Nachhinein aber unbedingt notwendig ist.
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Eines der besten Bücher zum Thema Depression
Der Autor zeigt auf, wie der depressive Mensch, der durch ständige Ueberforderung sich weit von sich entfernt und total erschöpft hat, den Weg zu sich zurück in kleinsten
Schritte
n gehen muss, um zu gesunden.
Mit den Aussagen des Autors kann der depressive Mensch sich ernstgenommen und angenommen fühlen.
Die Empfehlungen, im Hier und Jetzt zu leben, das Bei-sich-bleiben zu lernen, das Sichabgrenzen, das Auf-sich-hören, das Aus-sich-heraus-leben.
Dies alles sind für den depressiven Menschen wertvollste Hilfen.
Krückstöcke, an denen er den schweren Weg zu sich zurück gehen kann. Die er dann hoffentlich bald wegwerfen kann.
Selbst einmal wichtig sein dürfen, ja sogar müssen, es nicht abgesprochen zu bekommen, sich selbst ernst zu nehmen, dieses Ernstgenommen werden wollen, auch beim Umfeld einzufordern.
Dies muss, wie der Autor es auch tut, in der Wiederholung des Gesagten, den Betroffenen regelrecht "eingetrichtert" werden. Damit sie verstehen und es nie mehr vergessen.
Die
Depression
als Ergebnis der langandauernden Ueberforderungen und der daraus resultierenden, sicherlich unterschiedlichen Erschöpfungsgrade zu erkennen, den depressiven Menschen diese ihre Befindlichkeiten verständlich zu erklären, ihnen Wege und Schritte aus der Depression aufzuzeigen, ist der grosse Verdienst von Dr. Josef Giger-Bütler.
Nur wer die "Karriere" eines unverstandenen, missverstandenen, depressiven Menschen durchlaufen hat, kann den Wert der Hilfestellungen in diesem Buch "
Endlich
frei
" Schritte aus der Depression vielleicht wirklich ermessen.
Ein ungeheuer hilfreiches Buch als Begleiter auf dem Weg, aus der Depression herauszufinden.
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Endlich! Das Buch für Betroffene
In diesem Buch wird der Depressive als das beschrieben, was er ist: Ständig am Rudern und Leisten, immer wieder aufstehen, immer orientiert an dem, was die anderen brauchen (aber nicht im altruistischen oder narzißtischen Sinn, sondern, weil er es gar nicht anders gewöhnt ist), innen oft leer, Ich-los, immer traurig, auch das schönste Erlebnis verhuscht sofort, Glück für 100% gibt es nicht, usw.
Sämtliche Therapien wollen immer, dass der Depressive sich zusammenreißt,
endlich
aufsteht, in die Gänge kommt, sich tolle Hobbies sucht. Aber da ist es schon wieder: Ich muss. Und genau darum geht es: Er kann nicht mehr. Er ist meist ein ständig überfordertes Kind gewesen und hat sich als Erwachsener auch ständig überfordert, weil sonst "funktioniert" er nicht, und dies muss er: Funktionieren, weil die anderen schaffen es doch auch.
Dieses Buch zeigt endlich auf, dass es nicht um?s Funktionieren und Müssen geht, sondern darum, zu verlangsamen, sich seiner ureigensten Bedürfnisse Schritt für Schritt gewahr zu werden, dadurch sein "Ich" zu finden, sich Pausen gönnen, Konflikte nicht als existenzbedrohlich wahrzunehmen.
Es ist ein liebevolles verstehen-wollendes Buch. In der ersten Hälfte beschreibt der Autor nochmal, was er im ersten Band ("Sie haben es doch gut gemeint", auch empfehlenswert!) ausführlich erklärt, im zweiten Teil geht es darum, was der Depressive tun kann, um seiner Katastrophenspirale zu entkommen. Das beste, was ich bisher über
Depression
gelesen habe.
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