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  Sie haben es doch gut gemeint: Depression und Familie | Josef Giger-Bütler
 
 
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Sie haben es doch gut gemeint: Depression und Familie
Josef Giger-Bütler

Beltz, 2008 - 244 Seiten

Kundenbewertung:(16 Bewertungen)
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Leichte und zugleich harte Kost!

Das Buch ist wirklich gut und leicht zu lesen. Ein wenig stören die häufigen Wiederholungen - aber der Kern ist das Entscheidende und Helfende.
Wer sich in diesem Buch wieder findet hat oft nur die Wahl sich von denen zu distanzieren die ja letztlich für die Depression mit "verantwortlich" sind - und das sind eben die Eltern. Diese werden dem "Kind" nämlich nicht sagen: Ja, nun verstehen wir. Wir haben viel falsch gemacht.
Leugnen ist für "Täter" das wichtigste Instrument. Verständnis oder Reue sind die Ausnahmen.
Wer jedoch wirklich gesund werden will muss sich von den Leugnenden abwenden, dies aushalten und seinen ganz eigenen Weg finden - das ist der harte Teil der diesem Buch folgen kann.


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Depression - was, wie, warum und endlich weg davon

Depression ist für Nichtbetroffene etwas unnahbares, undefinierbares und im Volksmund wird diese Bezeichnung oft für eine kurz andauernde "schlechte Stimmung" missbraucht. Dass hinter einer Depression und der daraus resultierenden getrübten Gemütslage noch weitaus mehr steckt begreift man erst, wenn man sich vor Augen führt, was Depression eigentlich ist. Mit "Sie haben es doch gut gemeint. Depression und Familie" bekommt man von Josef Giger-Bütler ein Werk in die Hand, die diese Fragen beantworten und den Vorhang lüften. Was man zu sehen bekommt, ist erschreckend und Augen-öffnend zugleich.

In angenehm lockerer und leicht verständlicher Schreibweise führt der Autor den Leser vor Augen, was eine Depression eigentlich ist, wie sie entsteht, sich auswirkt und wie sie geheilt werden kann:

+ Teil 1 Annähern an die Depression
+ Teil 2 Krank machende Bedingungen in der Kindheit
+ Teil 3 Die Grundlegung depressiven Verhaltens
+ Teil 4 Das erwachsene Depressive Verhalten
+ Teil 5 Erkennen und Verändern

Jeder Teil enthält zahlreiche einzelne Kapitel, in denen ausführlich und anschaulich an Fallbeispielen erläutert wird, worum es geht. Der Autor kommt dabei mit erstaunlich wenigen Fachbegriffen aus, sodass das Buch auch für Jedermann leicht verständlich ist. Es ist ein erfreulich abgerundetes Werk und lässt keine offenen Fragen oder Bereiche zurück. Es ist nicht zu umfangreich um erschlagend zu wirken aber auch nicht zu knapp um nur an der Oberfläche zu kratzen.

Wer sich schon immer mal ein Bild davon machen wollte, was genau Depression eigentlich ist oder sich sogar selber als depressiv vermutet, ist mit diesem Werk bestens beraten. Es ist deutlich zu merken, dass Giger-Bütler direkt aus der Praxis heraus beschreibt und es sich keineswegs um ein rein theoretisches Wissen handelt. Vielleicht auch deshalb kann er depressive Menschen bezüglich ihrer Charaktereigenschaften, ihrer Wesensart und ihrem Verhalten so treffend beschreiben, dass es schon beängstigend ist. Mit dem Beschreiben des Ursprungs in der Kindheit beginnt das Augen-öffnen und ermöglicht für Betroffene und auch Angehörige ein Verstehen des depressiven Menschen. Das Verstehen durch dieses Buch ist zwar ein erster (großer) Schritt auf dem Weg der Genesung, jedoch sei eine entsprechende Psychotherapie schon fast unumgänglich, um tatsächlich den Teufelskreis der depressiven Verhaltensmuster zu durchbrechen - und zwar für immer. Der Einsatz von Medikamenten hält der Autor nur in drastischen Fällen für notwendig, da sie nur die Wirkung der Depression bekämpfen, nicht die Ursache. Das Verhalten und die inneren Zwänge müssen sich ändern, um dauerhaft Frieden und Ruhe in sich zu finden. Giger-Bütler beschreibt die Depression so eindringlich, dass jedem eines klar wird: eine Depression ist die seelische Hölle. Aber er will Betroffenen Mut machen und das kommt in diesem Buch immer und überall zum Ausdruck: es muss nicht so bleiben! Man kann gesund werden, man kann die Depression überwinden und das Lesen dieses Buches kann der erste Schritt dazu sein.


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Ein Spiegel der Depression

In diesem Buch werden sich depressive Menschen wieder finden. Die Anlage der Muster die schon in der Kindheit geschieht und die bei manchen Menschen später zu einer Depression führt. Es werden kurz und knapp die Verhaltensweisen der depressiven Menschen erklärt und beschrieben in welchen Mustern sie leben. Wer selber unter Depressionen leidet bekommt eine auch für ihn verständliche Beschreibung seiner inneren Welt. Es werden verschieden Familienkonstellationen beschrieben die depressive Verhaltensmuster schon beim Kind einprägen. Dennoch betont Herr Giger-Bütler das es oft die ganz normalen Familien sind in denen diese Muster angelegt werden. Er beschreibt anschaulich die Situation des Kindes und sein Verhalten in der Familie und die daraus entstehenden Verhalten. Beim Lesen habe ich viel über mich und mein Verhalten gelernt und habe die Muster in denen ich existiere wieder gefunden.
Es war wie ein Blick in den Spiegel und ich konnte mich in vielen Seiten wieder finden. Es war fast schon erschreckend wieviel Herr Giger-Bütler über mich wuste.


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Klar verständlich und eine Hilfe!

Endlich ein Buch, das nicht meint Depressionen Fallen einfach so vom Himmel, oder die bekommt man Plötzlich.
Leicht verständlich für jederman erklärt Herr Giger-Bütler wie schon die Grundsteine in der Kindheit gelegt werden, aber oft erst im Erwachsenenalter ans Licht kommen. Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, merkt man selber und die Umwelt,- Oh ich/Sie hatt Depressionen, wie kann das nur sein!
Gut, das es Mut macht selber etwas gegen diesen Zustand tun zu können und ihm nicht ausgeliefert zu sein.
Freue mich nun auf die Fortsetzung!


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Durchaus hilfreich, aber nicht so ergiebig, wie erwartet

Ich, als Betroffener, habe auf alle Fälle mehr über die möglichen Ursachen der Entstehung einer Depression gelernt (Teil 2). Und auch der Teil 5, der sich mit dem Erkennung und Verändern der Depression beschäftigt, war für mich sehr aufschlussreich und hilfreich.
Ansonsten fand ich das Buch streckenweise zu einseitig auf die Überforderung abgezielt. Meines Erachtens ist das Problem facettenreicher und lässt sich nicht so vereinfachen. Ich begrüße den Versuch des Autor, das Problem einfach und verständlich darzustellen, aber der Grat ist schmal und es ist ihm aus meiner Sicht nicht ganz geglückt.
Dann wieder sind die Beschreibungen zu abstrakt und ich frage mich öfter, was genau ist mit dieser Formulierung gemeint.
Die häufige Wiederholung von Fakten in verschiedenen Varianten erhöht das Verständnis, zieht das Buch aber auch in die Länge.
Die emotionalen Auswirkungen der Depression auf den Betroffenen werden hier nur ungenügend beschrieben und in ihrer Bedeutung herunter gespielt. Mag sein, dass sie für das Erkennen und Verändern der Depression nicht wichtig sind, aber für den Betroffenen haben sie eine enorme Bedeutung, die nicht unterschätzt werden darf. Ich fände es gut, wenn dafür mehr Verständnis geweckt werden würde.
Der Titel ist irreführend, denn nur der Teil 2 beschäftigt sich tatsächlich damit.


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reviews: page 1, 2, 3, 4



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