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  Die dunkle Wahrheit des Mondes: Commissario Montalbano erlebt Sternstunden | Andrea Camilleri
 
 
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Die dunkle Wahrheit des Mondes: Commissario Montalbano erlebt Sternstunden
Andrea Camilleri

Lübbe, 2008 - 271 Seiten

Kundenbewertung:(11 Bewertungen)
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Einige lüsterne Morgengedanken in Richtung der (diesmal abwesenden) Dauerverlobten Livia; der obligatorische Espresso; im Geiste wird bereits die nächste üppige Mahlzeit in der Trattoria angepeilt; anschließend vielleicht ein Verdauungsspaziergang zum Leuchtturm, wo trotz der Hitze noch ein Lüftchen geht. Nur nichts überstürzen! Fans des Commissarios Montalbano und seines schrägen Teams sind mit deren extrem entspannten Arbeitsabläufen längst vertraut. Duftiger und mediterran leichter kann die polizeiliche Ermittlungsarbeit im fiktiven sizilianischen Städtchen Vigàta eigentlich nicht mehr vonstatten gehen. Daran ändert sich zunächst auch wenig, als die verzweifelte Michela Pardo ihren Bruder als vermisst meldet. Erst als der Verschwundene in sexuell eindeutiger Pose ? aufgrund eines Kopfschusses aber leider mausetot -, in seiner Dachwohnung entdeckt wird, beginnt das Tempo unmerklich anzuziehen.

Überschäumend hektisch gings ja in der Regel noch nie zu in den Montalbano-Romanen des greisen und weisen Andrea Camilleri. Sinnlich atmosphärisches, insbesondere kulinarischer Art, genoss stets den Vorrang vor dröger Schnüfflerroutine. Sinnlich in ganz anderer Hinsicht und absolut neu hingegen, das fast schon frühlingshaft sexuelle Erwachen, das dem Commissario angesichts der spröd-erotischen Austrahlung der rätselhaften Michela Pardo den Ermittlerblick trübt. Welch seltsam tiefgehende Liebe verband dabei die stille Schönheit mit ihrem Bruder Angelo, der sich im Leben als eher gefallener Engel präsentierte? Als schließlich auch noch die schöne Elena, eine frustrierte Professorengattin und Angelos letzte Geliebte auf den Plan tritt, droht Montalbano als erotischer Sandwichbelag zu enden.

Es ist wie so oft bei Camilleri: Alles hängt mit allem zusammen. Diverse ?Drogenunfälle? in der Gegend; die dubiose Verbandelung Angelos mit hochrangigen Pharmakonzernen; seine verlorene Approbation als Arzt; schließlich seine Leidenschaften, die nun den armen Montalbano heißlaufen lassen. Andrea Camilleri hat sozusagen einen sommerlich lichtdurchfluteten, erotikgesättigten Roman komponiert, der leider nicht alle getreuen Leser zufriedenstellte. Neben der etwas leichtgewichtigen Story findet sich der Grund hauptsächlich im Wechsel des Übersetzers, dem in der Tat einige sprachliche Kuriositäten und Verrenkungen nicht abzusprechen sind. Solch sprachgenauer Leserschaft, lieber Verlag, sollte man den nötigen Respekt zollen. -- Ravi Unger


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bitte neu übersetzen!!!!! Ich kaufs gern nochmals

Die schlechte Übersetzung - Montalbano kommt manchmal wie ein linkischer Laiendarsteller heraus - fällt wirklich schon nach den ersten Seiten auf. Schnoddrige Schreibweise, absolut unwürdig für diesen Grand Senieur unter den Kommissaren. Da sitzt der Cataré plötzlich in einem "Kabuff", und Montalbano schaut "vor Ort" wie ein "Mameluck".....und ob der Commissario im Original derart ungeschlacht ordinär daherredet wage ich sehr zu bezweifeln.

Von der Handlung her ein typischer Montalbano-Giallo, mit gutem Essen, schönen Frauen, Menschlichkeit und der gottsseidank kaum zu Wort kommenden Nervensäge Lydia,sowie einem liebenswert - vermeintlich - alternden Kommissar, an dem Leser seines fiktiven Alters gewisse Parallelen in der Denkweise erkennen können. 5 Sterne für Camillieri, -2 für den Übersetzer, der in anderen Büchern (z.B. "Das Medaillon") gezeigt hat, daß er ganz anders könnte. Vielleicht handelte er im Auftrag von den zur Zeit scharenweise auftretenden Verschlimmbesserern.


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Eine Kurzgeschichte

Jahrelang verteidigte ich die deutschsprachigen Montalbano-Bücher vehement gegen all meine italienischen Freunde, die behaupteten, dass kann ja nix sein auf deutsch übersetzt. Jetzt muss ich ihnen leider recht geben - das kann ja nix sein... Schade. Der gesamte sizilianische Humor ist bei dieser Übersetzung flöten gegangen. OK - nicht der gesamte. Ab und zu erwischte ich mich schon beim Schmunzeln. Aber trotzdem ist der Qualitätsabstieg deutlich zu spüren.

Darüber hinaus wird wohl auch Camilleri mittleweile müde und alt und verliert sich in erotische Fantasien. Und Montalbano macht sich Gedanken über das Alter, über Gedächtnisschwund und über den Tag, an dem der Tod kommt.
Darüber hinaus verlässt Camilleri wohl eine gewisse Ausdauer - kaum hat man das Buch begonnen ist es auch schon zu Ende. Vom Lesegefühl her eher eine Kurzgeschichte denn ein Kriminalroman.

Schade - bisher fand ich die Serie um Montalbano ein Highlight der zeitgenössischen Literatur. Aber Camilleri und Montalbano gehen wohl leider, leider bald in Rente. Ich werde sie vermissen.


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Camilleri zu lesen ist wie einige Abende im Lieblingssessel vor einem offenen Kamin zu verbringen

Geistreich, weise und sehr unterhaltsam, dass sind die Geschichten um den Commissario Montalbano alle. Jedes Mal wenn ich wieder ein neues Buch um den kulinarischen Genießer, Frauenliebhaber und schlauen Fuchs Montalbano lese, der einen weiteren Mordfall in seinem geliebten Sizilien löst, ist es, als ob mir wunderschöne Abende in einem gemütlichen Sessel vor einem offenen Kamin geschenkt werden.
Es macht Spaß Commissario Montalbano in dem politischen, medialen, mafiösen Gestrüpp aus Eitelkeiten, Geldgier, Liebe und Legalität/Illegalität, dass die italienischen (sizilianischen) Gesellschaft prägt, lavieren zu sehen. Hinzu kommen die markant gezeichneten Personen um den Commissario, die man alle mit der Zeit lieb gewonnen hat.
Der Fall um Angelo Pardo ist nicht ganz so verzwickt, wie einige der Vorgänger und auch die Übersetzung liest sich nicht ganz so schön, aber es ist trotz alledem ein Genuss dieses Buch zu lesen. Camilleri sinniert hierbei nicht nur - wie fast immer - über die Liebe und die gesellschaftlich-politischen Veränderungen - sondern setzt sich mit dem Tod und dem "älter werden" auseinander.
Fazit: Erneut absolut lesenswert und sehr kurzweilig



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Die Last (und Weisheit) des Alters

Wird er wirklich alt, unser lieber Montalbano? Soll er sich im Laufe einer Ermittlung wirklich Notizen machen und sich nicht mehr nur auf sein Gedächtnis verlassen? Solche und ähnliche Gedanken quälen neuestens unseren Commissario...
Die Handlung ist geschickt konstruiert: Signora Michela Pardo erscheint bei Commissario Montalbano und erklärt, sie habe von ihrem Bruder seit 2 Tagen nichts mehr gehört und vermute daher das Schlimmste. Sehr schnell bewahrheitet sich ihre Vermutung: tatsächlich wurde ihr Bruder erschossen (noch dazu in einer ziemlich eindeutigen Position).
Montalbano beginnt zu ermitteln - und siehe da, Angelo Pardo, der Tote erweist sich als ein äußerst kniffliger Fall...
"Die dunkle Seite des Mondes" erweist sich als einer der besten Montalbano-Krimis: eine bis zum Schluss spannende Handlung; ein Montalbano, einerseits von Selbstzweifeln und der Angst vor dem Alter geplagt, andererseits in Hochform; sehr viel Humor: italienische Krimikost vom Feinsten (wie auch die Mahlzeiten des Commissario, der sich langsam zu einem Gourmand entwickelt!) Und dass der Commissario auch anderen Genüssen nicht abgeneigt ist (trotz seines Alters) erfreut den passionierten Camilleri-Leser ebenfalls.
Fazit: Hoffentlich noch viele Krimis mit Montalbano!


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reviews: page 1, 2, 3



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