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  Von Zeit zu Zeit | Jack Finney
 
 
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Von Zeit zu Zeit
Jack Finney

Lübbe, 1998

Kundenbewertung:(19 Bewertungen)
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1882 und 1970, Vergangenheit

Als einen der fünf besten Kriminalromane aller Zeiten würde ich diesen bezaubernden Science-Fiction-Roman aus dem Jahr 1970, der beide Genres in sich vereinigt, nicht nennen. Einmal davon abgesehen, dass eine derartige Klassifizierung meines Erachtens sowieso nicht möglich und auch nicht nötig ist. Wer sich aber für das New York des 19. Jahrhunderts interessiert, wird von diesem Buch fasziniert sein. Jack Finney ist es gelungen, eine versunkene Welt auf sehr unterhaltsame Weise wieder auferstehen zu lassen. Außergewöhnlich ist auch die Idee, einen Roman zu bebildern. Es gibt etliche historische Fotos im Buch. Die Geschichte rankt sich um ein tatsächlich existierendes, sehr exklusives und traditionsreiches Appartementhaus in New York City, Ecke 72nd Street und Central Park West: das Dakota-Building. Es wurde zwischen 1880 und 1884 gebaut. Der Bauherr war Edward Clark, der Inhaber des Singer Nähmaschinenkonzerns. In dieses Haus wird der Protagonist des Buches in der "Gegenwart" des Jahres 1970 einquartiert. Die Atmosphäre des alten Hauses mit Blick auf den nahezu unveränderten Central Park soll ihm helfen, mit Willenskraft und Phantasie real in das 19. Jahrhundert einzutauchen. Das Experiment gelingt....

Interessant ist für den Leser nicht nur das alte New York in seiner vitalen Lebendigkeit als aufstrebende Metropole am Hudson, sondern auch die Zeit um 1970. Für die Leser des 21. Jahrhunderts ist diese Zeit eben auch schon Vergangenheit, besonders für diejenigen, die da noch nicht einmal geboren waren. Der Computer hatte seinen Siegeszug noch nicht angetreten und kein Handy klingelte und nervte weit und breit. Aber John Lennon war damals Gegenwart. Er wird im Buch natürlich nicht erwähnt. 1972 zog er jedoch ins Dakota, wo er 1980, wie wir kollektiv wissen, vor dem Haupteingang erschossen wurde. (Ist seitdem wirklich schon mehr als ein Vierteljahrhundert vergangen?!) "Rosemary's Baby" wurde 1968 im Dakota gedreht und die Liste der Prominenten, die dort real wohnen und wohnten ist lang: Sting, Bono von U2, Boris Karloff, Lauren Bacall, Leonard Bernstein und viele mehr. Yoko Ono ist nie weggezogen. Ein anderes Gebäude wird übrigens auch nicht erwähnt, obwohl es 1970 bereits in Bau, aber eben noch nicht fertiggestellt war: das World Trade Center, das heute ebenfalls schon wieder auf schreckliche Weise Geschichte ist. An diesem Punkt stellt sich einmal mehr die Frage, was wäre, wenn wir tatsächlich in die Vergangenheit reisen könnten und diese mit dem Wissen von heute ändern könnten?

Wie auch immer, dieses Buch hat eine weitere Neuauflage verdient, damit noch viele Leser eine vergnügliche Zeitreise antreten können.

Helga Kurz


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Bezaubernder SF-Krimiklassiker

Simon Morley, 28 Jahre jung, Grafikdesigner von Beruf, lebt ein ruhiges und gutsituiertes Leben in New York im Jahre 1970.
Eines Tages spricht ihn ein Mann für ein geheimes Regierungsprojekt an, dass zunächst etwas nebulös und geheimnisvoll erscheint.
Simon wird doch schnell klar, dass in diesem Projekt Versuche unternommen werden, Menschen in andere Zeiten zu versetzen.
Dies geschieht nicht auf technischer Basis mit Bau einer Zeitmaschine beispielsweise, sondern vielmehr wird eine Zeitreise versucht, in dem der Zeitreisende sich psychologisch in die Zeit zurückversetzen soll. Hierzu wird die Lebensweise des Zieljahres wie des Zielortes bis ins kleinste Detail erforscht und nachgestellt.
Mit einem "kleinen" Auftrag - der Stiefvater seiner Freundin Katy verübte Selbstmord, der Grund hierfür war in der Familie nie klar gewesen - gelingt es Morley letztlich im Jahre 1882 in New York zu "sein". Freudig erregt nimmt er nach und nach Teil an diese für ihn zunächst unbekannte "Welt".
Simon fasziniert diese Welt immer mehr, so dass ihm diese bald mehr zusagt als seine "reale" Welt. Zu dem verliebt er sich in eine junge und hübsche Frau.
Durch die anfänglichen Erfolgen bestätigt, Morley's Aufenthalte in der Vergangenheit haben keine bis geringe, aber nicht nennenswerte Auswirkungen auf die Gegenwart, möchten einflußreiche Kräfte, dass das Projekt endlich "Profit" abwirft - Morley soll dafür sorgen, dass die USA, Kuba von den Spaniern abkauft (dadurch hätte man sich das kommunistische Regime der Gegenwart direkt vor der Haustür "entledigt"). Da dies ein erheblicher Eingriff darstellt, gerät Morley in einen tiefen Gewissenskonflikt.
Wie wird er sich entscheiden?
Finney's Hauptleistung in diesem 1970 erschienen SF-Krimi liegt in der bezaubernden und nostalgischen Beschreibung des New York's von 1882. Dem Text sind immer wieder geschickt Bilder und Zeichnungen eingefügt, die das Flair bzw. die Aura dieses Jahrhunderts real erscheinen lassen. Man spürt förmlich die Begeisterung des Autors über diese Zeit in fast jeder Zeile. Der Leser glaubt wirklich in dieser Zeit zu sein, so liebevoll und detailliert wird die damalige Lebensweise geschildert. Der Roman geizt aber auch nicht an wohldosierten Spannungsmomenten, und erzählt auch eine zart-romantische Liebesgeschichte, die sich nahtlos in die Geschichte einfügt.

Leider ist das Buch zu lang geraten, 100 Seiten weniger, der gut 450 Seiten, hätten das Buch kompakter und auch spannender gemacht, ohne dass das Flair dieses alten New Yorks verloren gegangen wäre. So gut Finney das New York von 1882 beschrieben hat, so weniger gut ist ihm gelungen, die Atmosphäre bzw. die Lebensart des New Yorks von 1970 einzufangen. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, ich hätte das New York Ende der fünfziger oder Anfang der sechziger Jahre vor meinem geistigen Auge. Auch die Lebensart von Simon Morley entsprach mehr der Anfang 60'er als das des Jahres 1970.

Dennoch ich habe das Buch sehr gerne gelesen, und bin gerne Si Morley in das New York von 1882 gefolgt. Es gehört sicherlich zu den bezaubernsten Büchern, die ich bisher gelesen habe.
Klarer Fall: 4 Sterne


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Gehört in die Kategorie: Das Buch der Bücher...

Faszinierend. Einfach eine ganz wunderbare Liebesgeschichte - an ein Leben vor unserer Zeit....
Zeitreise und Kriminalroman stehen hier absolut im Hintergrund.
Eine Ode an die Zeit, als Menschen noch ein wirkliches Leben hatten - abseits von Langeweile, TV- und Handywahn.
Ohne feste Bindung würde ich sofort auf diese große Reise gehen....
Anstatt sich die Zeit vertreiben sie einfach nur ...
... das was wirklich wichtig ist.



Das beste Buch, das jemals gechrieben wurde!

In diesem nostalgischen Meisterwerk geht es um Si Morley, der ein unfassbares Angebot bekommt: Er darf aufgrund spezieller Fähigkeiten in die Vergangenheit reisen, ins späte 19. Jhdt. In wunderschön beschriebenen Szenen mit nicht zu kurz kommender Spannung werden Sis Erlebnisse wunderbar beschrieben. Ein höchst gemeines Ende, ein sehr gut recherchierter Inhalt, perfekt ausgedachte Charaktere, dieses Buch ist ein Meilenstein!


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wunderschön!!!

das buch ist das beste, was ich jemals gelesen habe - und ich lese nicht gerade wenig! :) der autor nimmt einen mit in die Vergangenheit des heutigen new yorks und zeichnet da mit viel gefühl liebevoll das leben dort nach. ich lese dieses buch immer wieder gern, denn es ist wie das abtauchen in eine andere welt.



reviews: page 1, 2, 3, 4



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