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  New Wave: Ein Kompendium 1999-2006 | Christian Kracht
 
 
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New Wave: Ein Kompendium 1999-2006
Christian Kracht

Kiepenheuer & Witsch, 2006 - 317 Seiten

Kundenbewertung:(10 Bewertungen)
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?Bienen auf dem Kuchen?, so das ?Fragment einer Erzählung?, sorgen während einer Autofahrt entlang den steilen Schluchten auf dem Dach der Welt für Unruhe im Wageninnern. Dann wieder blitzt der allseits berüchtigte Bonvivant auf, der mitten im innerasiatischen Hochland ein ?Le Cafe Chinois? entdeckt, und eine ?Grande Lowfat Triple Latte? sämtliche Unbill vergessen lässt. Einige Kapitel zuvor, im ?Tagebuch der Entsagungen?, schufen Heilfasten plus Einlauf in der Überlinger Buchinger-Klinik, einer ?Welt ganzheitlichen Wohlbefindens? (Eigenwerbung), schlackenreinste innere Klarheit. Große Sprünge, große Sprüche, kluge Gedanken, abseitige Welterklärungstheorien. Und immer -- großer Stil. Christian Kracht meldet sich wortreich und schwergewichtig zurück!

Kein Zweifel, der Mann, der einst mit Faserland das Koordinatensystem der Popliteratur überhaupt erst definierte, hat mit den von Uslars und Lottmanns dieser Welt nicht das Geringste mehr gemein. Christian Kracht ist im besten, wenn oft auch nicht immer verständlichsten Sinne, abgehoben. Nichts ist ihm auf seinen weltumspannenden Meditationsfeldern abseitig und esoterisch genug, um nicht miskroskopisch genau betrachtet zu werden. Ob der eingesargte Reaktor von Tschernobyl, die Suche nach dem sagenhaften mongolischen Nationalgericht Boodhkh, einem mit dem Schneidbrenner gegarten Murmeltier, der Mythenforscher Kracht empfängt seine Schwingungen inzwischen aus anderen Galaxien.

Merkwürdigkeiten und Kuriosa allerorten. Seinen ?Weg zur Absorptionskältemaschine? fand -- so die Einsicht des Autors -- der ungarische Physiker Leó Szilárd erst nach eingehendem Studium seines Flatulenzverhaltens in der Badewanne. Ob Kracht selbst das Pulver der Kava-Wurzel, das bei Südseeinsulanern Angst- und Spannungszustände mildern, Euphorie und Gesprächigkeit fördern soll, genossen hat, liegt im Dunkeln. Seine Spurensuche nach der Mythengestalt des John Frum auf den Neuen Hebriden nährt allerdings diesen Verdacht. Literarische Gemmen, schwindelerregende E-Mail-Korrespondenz und buchstäblich absurdes Theater lösen einander ab. Das den rätselhaften Titel ?Hubbard? tragende Theaterstück um zwei arme Teufel, die als Maler zu Geld kommen wollen, könnte gut und gerne von Botho Strauß plus Beckett nach ausgiebigem Kavawurzelgenuss stammen. Christian Kracht gibt Rätsel auf -- aber schöne! --Ravi Unger


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Durchgezogene Distanz

Dies ist ein letztes Jahr erschienenes Buch von Kracht, der eigenltich wegen seiner Romane bekannt ist; "Faserland" ist ja sogar Schullektüre.
"New Wave" ist ganz anders, denn es ist eine Sammlung von Texten, sogar eine Art Theaterstück ist dabei. Es war streckenweise schon ein Quälerei - nicht nur wegen der teilweise sehr langen Email-Gespräche, sondern auch etwas langweilig. Was mir auffällt ist die bis zum sinnlos/komischen Ende durchgezogene Distanz des Ich-Erzählers und Autors. Aber Kracht schreibt auch lustig, in einem Interview hat ja er gesagt, dass im Herbst ein neuer Roman erscheint, und ich glaube, dass Kracht Romane besser gelingen.


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Durchwachsen, aber eben doch Kracht, deshalb vier Punkte!

Ich bin zugegebenermaßen ein großer Fan von Christian Kracht, mag seinen Humor und seine ganze Art, vor allem aber seinen Dandystil. Deswegen habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, nicht zuletzt wegen des Amazon Promo-Interviews, das ich gelesen hatte, in dem Christian Kracht seine Abneigung gegenüber dem Begriff "Reiseschriftsteller" betonte. Dem kann ich mich doch nur anschließen! Als ich das Buch dann tatsächlich in der Hand hatte, war ich nach wenigen Seiten maßlos enttäuscht. Statt moderner, kühl-distanzierter-Blick, etc. Erzählungen geht es viel um Alles Mögliche, soviel Reisebericht ist es gar nicht, eine Enddreissiger der dringendst ein Zuhause bräuchte und allerhand Seltsames erlebt. Nach der Lektüre dieses Buches ist mir etwas unklar, worauf Christian Kracht eigentlich hinauswollte - und das finde ich schade, aber wenn das stimmt mit dem neuen, dritten richtigen Roman im Herbst, dann muss man zu ihm halten. Deshalb doch vier Punkte.


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Für Kracht-Fans ein großer Schrei der Erleichterung.

Christian Kracht ist der große Prophet der Innerlichkeit in der Popliteratur. Introspektiver und dichter ist kein Autor in seinen Texten je gewesen. Und das hier ist vielleicht nicht sein Meisterwerk, aber ein durchaus nützliches, dickes (317 Seiten!) Buch für alle, die sich fragen, was jetzt noch kommt. Teilweise fast meditativ oder mantra-ähnlich lesen sich die einzelnen Stücke und "Reportagen". Allein 3 der hier versammelten Texte würde ich unter die Top 100 der poetisch dichtesten Geschichten der deutschsprachigen Literatur überhaupt rechnen. Trotz des Rohrkrepierers "Hubbard" (dem Theaterstück) und der etwas schwächeren Geschichte aus Kairo "Das ägyptische Furnier" bleiben 17 inspirierte Stücke auf dem Höhepunkt des Schaffens eines wirklichen Ausnahmekünstlers. Aber obacht: Man muss es mögen. Diese zutiefst schweizerischen Wurzeln entspringende Mischung aus Selbstmitleid, flüchtigen Assoziationsketten und schwarz-bitterem Humor ist sicher nicht jedem zugänglich. Wer keine Sensoren dafür hat, wird sich zu Tode langweilen oder Aggressionen kriegen, wie immer bei Kracht.


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Ein Buch nicht wie die Schweiz.

Endlich habe ich "New Wave" gelesen, quergescnhnitten und vernetzt, denn Kracht demonstriert in "New Wave" einen literarischen Querschnitt der letzten sieben Jahre. Es scheint mir zweifelsohne ein Kompendium im Sinne eines Abrisses zu sein, zwischen verschiedenen Themen, Genreformen ebenso wie zwischen diversen Textsorten schwebend. Kern des Buches bilden Besuchsberichte aus Afghanistan, der Buchinger Klinik oder Tschernobyl. Darüber hinaus gipfelt "New Wave" in dem Versuch eines Drehbuches zu seinem ersten Roman "Faserland". Die Besuchsberichte werden weiter mit Interviews und Briefkorrespondenzen gepaart. Dazwischen reiht sich ein Theaterstück mit dem schönen Titel "Hubbard", welches den Kuntsmarktwahn von Art Basel bis Art Basel Miami Beach thematisiert sowie postmodernes Theater zu Tode stilisiert. Diese Kombination wirkt herrlich grostesk und 'zu viel'. Unter den Texten befindet sich auch die gelungene Erzählung "Der Gesang des Zauberes", die schon in "Mesopotamia . Ein Avant-Pop-Reader" zu lesen ist. Kracht zeigt sich in New Wave" erneut und deutlicher als postmoderner Autor, der die mediale Welt als das begreift was sie ist: Text (oder etwas ensprechendes), und damit bewusst spielerisch verfährt. Kracht und der Leser (also 'ich') oszillieren zwischen literarischen und ästhetischen Grenzen. Und so scheinen mir seine Texte demnach das Gegenteil der Schweiz zu sein: "[...] also wenn du die Schweiz jetzt vollständig in eine Glasglocke einglockst - beginnt sie irgendwann durch die immense Wärmeerzeugung zu schweben." Und: "Die Schweiz ist ein völlig geschlossenes System". "New Wave" ist weder eingeglockt noch autonom, denn das Buch lebt durch einen hohen Grad an Textbezügen, einem stetigen Wechsel zwischen Themen und Genre sowie von individueller oder kollektiver Textproduktion. Aus diesem Grund ist alles möglich und nur eins sicher: Das Buch "New Wave" hat nichts mit Depeche Mode zu tun. Der Rest bleibt wie immer ein Geheimnis. Ein Muss!


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Leider kein Roman aber gut geschrieben

Ich habe das Buch gelesen, da Freunde es mir empfohlen hatten. Klang eigentlich sehr interessant. Ich hatte mir das Buch wesentlich spannender vorgestellt. Kracht steht überwiegend im Hintergrund, obwohl er wie immer, schon bei "Faserland", einer der Protagonisten ist. Der Großteil des Buches "New Wave" ist reine Beschreibung über Krachts Entdeckungen, die meist in der Antarktis liegen, oder über seltsame dunkle Löcher, aus denen irgendwas herausgerufen wird. Der Spannungsbogen sackt bei diesen Beschreibungen ganz schön ab und danach fällt es einem schwer weiter zu lesen. Das Buch ist für Leute zu empfehlen, die sich für Popliteraten und vielleicht auch für den Protagonisten von "Faserland" interessieren, auch wenn dieser mit diesem Buch im Schatten von Benjamin Stuckrad-Barre und Daniel Kehlmann steht. Auch für Fans von Daniel Kehlmann ist das Buch nur teilweise zu empfehlen, da die Geschichte mit Gauss und Humboldt wesentlich spannender ist. Genießern von spannenden Thrillern (z.B. Tannöd oder Dan Brown) würde ich hiervon abraten, da das Buch zwar teils biografisch aber teils eben auch fiktiv ist, was dazu führt, dass man nicht mehr weiss, was was ist. Dann habe ich gelesen, dass Kracht im Herbst einen neuen Roman herausbringt, was mich wirklich freut, da ich "Faserland" und auch "1979" gerne gelesen habe, und die Romane kann man (denke ich) nicht vergleichen mit den sonstigen Büchern.


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