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1000 Tage in Shanghai: Die abenteuerliche Gründung der ersten chinesisch-deutschen Automobilfabrik
Martin Posth

Hanser Wirtschaft, 2006 - 246 Seiten

Kundenbewertung:(5 Bewertungen)
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Sehr empfehlenswerte Lektüre für alle, die China verstehen wollen

Die Business-Welt ist fasziniert von China, es herrscht fast so etwas wie Goldgräberstimmung. Dabei sind einige westliche Unternehmen schon seit Jahrzehnten dabei, den Drachen zu zähmen. Beispielsweise Volkswagen: Mit dem Gemeinschaftsunternehmen Shanghai Volkswagen betrat der Konzern bereits 1984 das Neuland im Osten, um dort den VW Santana zu produzieren. Inzwischen sind auch noch andere VW-Modelle "made in China". Der Autor Martin Posth, seinerzeit einer der verantwortlichen Manager, schildert die ersten drei Jahre nach der Unternehmensgründung sehr anschaulich. Auch wenn einige der Probleme, die es damals zu bewältigen galt, im heutigen Shanghai gelöst sein mögen, so können potenzielle China-Investoren bei der Lektüre dennoch einiges gewinnen - nicht zuletzt die Erkenntnis, dass es dem Investor nur gut tun kann, ebenso lernbegierig zu sein wie die Chinesen. getAbstract Wir empfehlen dieses Buch allen Unternehmern und Managern, die in China Geschäftskontakte pflegen oder dies in naher Zukunft planen.


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Sehr gutes Sachbuch, keine Abendlektüre!

Um es gleich klarzustellen: Dieses Buch ist keine Plauderei aus dem Nähkästchen. Wer ein Buch zum Schmökern und Schmunzeln über deutsch-chinesische Fettnäpfchen sucht ist bei Posth sicher falsch. Er hat ein Buch geschrieben vor allem für Deutsche, die beruflich in China zu tun haben. In einem gut zu lesenden, aber recht schlichten Stil beschreibt er die Herausforderungen beim Ziel, einen heruntergekommenen Karosseriebetrieb in die modernste Automobilfabrik der Welt zu verwandeln.

Posth hat mit Herz und Seele an diesem Projekt gearbeitet. Er wirbt unablässig für Verständnis den chinesischen Partnern und ihren Interessen gegenüber. Zum Beispiel gibt es keine Schimpftiraden auf chinesische Produktpiraterie (wie man sie ja oft genug hört), sondern einen Manager, der den Technologietransfer wünscht und aktiv betreibt.
Dadurch enthält das Buch viele Beschreibungen der kulturell, politisch und gesellschaftlich verursachten Probleme (und Hilfen zu deren Lösung), die es bei einem Chinaengagement zu beachten gibt.

Nach jedem Kapitel werden in einem Infokasten die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst als Leitfaden für alle Chinaaktivitäten. Für Unternehmen und Mitarbeiter, die in China erfolgreich Fuß fassen wollen oder vor der Entscheidung stehen eine Pflichtlektüre!


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Hochinteressantes Thema, schlecht geschrieben

Das Thema, der Aufbau von Shanghai VW, ist natürlich sehr interessant, auch wenn man nicht geschäftlich in China / mit China zu tun hat. Herr Posth hat alles aus erster Hand erlebt und gestaltet.
Leider ist das Buch im schlechten, holprigen Deutsch der typischen "Management Literatur" geschrieben, sogar die grau unterlegte, eingerahmte Zusammenfassung (Executive Summary!) am Ende eines jeden Kapitels fehlt natürlich nicht. Das Buch zeigt, dass etwas erlebt zu haben nicht bedeutet, es gut beschreiben zu können.
( ich lese gerade ein Buch von Christian Graf von Krockow, eine Biographie, d.h. auch ein "Sachbuch" welch ein Unterschied in der Darstellung!!!)


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Von der Idee zum Fertigungsstandort

Das ehemalige Vorstandsmitglied von Volkswagen, Dr. Martin Posth, berichtet in diesem Buch über das China-Engagement des Konzerns Anfang der 80-er Jahre. Er plaudert über anfängliche Schwierigkeiten, als westeuropäischer Automobilhersteller im Reich der Mitte eine Fabrik aufzubauen. Ausgeschmückt mit Anekdoten vermittelt er ein Bild über die Gründungszeit und die zum Teil recht unbürokratischen Vorgehensweisen wie die unterschiedliche Wertvorstellungen und Maßstäbe auf das Erreichen des gemeinsamen Ziels angeglichen wurden. Nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Unterschiede der Kulturen oder Sprache sind zu überwindende Hürden, sondern auch Devisen, Ausbildung und das Verständnis für Prozessabläufe. Mit der erforderlichen - und zu diesem Zeitpunkt zugegebenermaßen recht innovativen - Personalpolitik stieß Posth auch innerhalb des Konzerns auf Widerstände. Letztendlich stellte sich die Entscheidung, einen Standort für den asiatischen Markt aufzubauen, als richtig heraus. Ein Vierteljahrhundert später sind die katastrophalen Bedingungen behoben und Shanghai Volkswagen baut einen erheblichen Anteil Fahrzeuge für den asiatischen Markt.

Das Buch gibt natürlich nicht nur die subjektiven Erlebnisse wieder, sondern soll auch auf die Aspekte hinweisen, die zum Misslingen eines Projektes führen können. Diese sind nach jedem der zwölf Kapitel zusammengefasst in einem Kasten farbig unterlegt. So kann man die wichtigsten Ratschläge schnell nachschlagen oder einen groben Überblick verschaffen. Die 240 Seiten nehmen nicht allzu viel Zeit in Anspruch, sodass diese vom ehemaligen Oberbürgermeister Shanghais Xu Kuangdi empfohlene Pflichtlektüre auch noch im Flugzeug gelesen werden können. Für mich war es keine Vorbereitung auf einen China-Einsatz, sondern eher eine Erinnerung an die damalige Zeit. Die Beschreibungen haben mich oft schmunzeln lassen, weil es auch aus meiner Wolfsburger Sicht genau so stattgefunden hat. Die Tipps sind bestimmt hilfreich für alle, die sich bisher nicht mit der chinesischen Mentalität auseinander gesetzt haben. Vor allem der Hinweis es ist alles anders" ist nicht nur so dahergesagt. Der heutige Erfolg Volkswagens mit seinen chinesischen Standorten hat damals mit der Santana-Fertigung sein Fundament bekommen, was nicht zuletzt auf das große Engagement der seinerzeit vor Ort tätigen Expats zurückzuführen ist. Die Botschaft, dass man nicht nur Produktionszahlen vor Augen haben sollte, kommt in jedem Kapitel sehr deutlich hervor und bildet die Grundlage der Zusammenarbeit. Diese Mischung von emotionaler und wirtschaftlicher Zielsetzung ist rational vermittelt worden. Von daher kann ich nur fünf Sterne vergeben.


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aus der Pionierzeit eines deutsch-chinesischen Joint-Ventures

"Wir wussten nicht genug über China" sagt Martin Posth heute im Rückblick. Als er und Hans-Joachim Paul 1984 nach Anting bei Shanghai kamen, um das geplante Joint-Venture zwischen der staatlichen chinesischen Autofabrik STAC und dem Volkswagen-Konzern vorzubereiten, gab es dort eine einfache Fabrikhalle, in der jedes Auto von Hand gefertigt wurde. Pro 1000 Einwohner zählte China statistisch 8 Pkw. Stückzahl und Preis wurden vom Staat festgelegt und die Fahrzeuge anschließend "verteilt". Doch mit Deng Xiao Pings 1978 begonnener Öffnungspolitik kündigten sich rasante Veränderungen an. Chinesische Reformer drängten auf eine Verbesserung des Warenangebots für die Bevölkerung und auf Produktivitätssteigerungen in den bis dahin staatlichen Betrieben. Obwohl Besucher aus Deutschland stets bezweifelten, dass in der "alten Halle" in Anting je funktionierende Pkw produziert werden könnten, planten Posth und sein Team, in Shanghai eines Tages 300 000 Fahrzeuge pro Jahr zu produzieren. In einem 50/50Joint-Venture-Unternehmen, in dem keiner der beteiligten Partner eine Stimmenmehrheit hat, sind Verhandlungs-Ergebnisse nur im Konsens aller Beteiligten zu treffen. Politische Vorgaben waren zu beachten, nicht nur Sprachprobleme zu überwinden, sondern die unterschiedlichen Sichtweisen in Ost und West zu verstehen und zu berücksichtigen. Martin Posth beschreibt anschaulich und mit zahlreichen Anekdoten, wie Mitarbeiter aus beiden Kulturen miteinander und voneinander lernten. Die Pioniere aus Wolfsburg und Ingolstadt legten nicht nur den Grundstein für das erfolgreiche Projekt Shanghai-Volkswagen, sie organisierten unter schwierigen Startbedingungen eine duale Ausbildung der Mitarbeiter, entwickelten Anfänge eines interkulturelles Managements, bauten einen landesweiten Kundendienst auf und schufen ein einheitliches Unternehmensleitbild.

Dass Unternehmen Fehler, die sie aus Unwissenheit über die chinesische Kultur und Denkweise begehen, teuer bezahlen müssen, kann man bei Martin Posth zwischen den Zeilen lesen. Der Autor äußert sich nicht dazu, ob die Rechnung Technologietransfer als Gegenleistung für Marktzugang für die deutsche Wirtschaft langfristig aufgegangen ist. Damit Posths historisches Dokument jenen Unternehmen nützt, die in der Gegenwart auf den chinesischen Markt drängen, müsste er seine Erfahrungen ausführlicher analysieren und dabei der rasanten Entwicklung Chinas Rechnung tragen, die im übertragenen Sinn in einem einzigen Schritt direkt vom Abakus zum Laptop erfolgte und alle uns vertrauten Zwischenschritte übersprang.


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