Romantik. Eine deutsche Affäre | Rüdiger Safranski
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romantik. eine deuts...
Romantik. Eine deutsche Affäre
Rüdiger Safranski
Hanser Belletristik
, 2007 - 416 Seiten
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Sehr informatives und anregendes Werk
Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es."
Diese Definition des Romantischen stammt von Novalis und ist nach Ansicht des
deutsche
n Philosophen Rüdiger Safranski, der bereits mehrere große Biographien, u.a. über Schopenhauer, E.T.A. Hoffmann, Nietzsche, Heidegger und zuletzt über Friedrich Schiller vorgelegt hat, die beste Beschreibung jener typisch deutschen Epoche deutscher Geistes-, Philosophie- und Literaturgeschichte, die etwa zwischen 1790 und 1830 anzusiedeln ist, jedoch bis heute Nachwirkungen - gerade auch in der Aufarbeitung der geistes- und mentalitätsgeschichtlichen Voraussetzungen für den Nationalsozialsozialismus - zeitigt. Die Frage, ob die
Romantik
als deutscher Sonderweg zu kennzeichnen ist, der in letzter Konsequenz zu Hitler führte, ist bis heute umstritten. Es war der Philosoph uönd Soziologe Helmuth Plessner, der bereits in den 1930-ger Jahren in seinem 1959 wieder aufgelegten Buch: Die verspätete Nation" diese These aufgestellt hat. Seines Erachtens lag die wesentliche Differenz zwischen den Deutschen einerseits und den Völkern des alten Westens darin, dass letztere ihre nationalstaatliche Basis im 16. und 17. Jahrhundert gefunden hatten und auf diese Basis als goldenes Zeitalter" zurückblicken konnten. Dies konnten die Deutschen nicht. Der Nationalstaat wurde erst viel später - 1871 - gegründet und so musste die Blütezeit des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation die Stelle des goldenen Zeitalters" der Deutschen einnehmen. Aufgrund dieser Zeitverschiebung wurde nicht das Zeitalter der Aufklärung, sondern deren Gegenbewegung, die Romantik, in Deutschland bedeutungsvoll für die nationale Integration. Auch Karl Dietrich Bracher hat diesen Zusammenhang immer wieder betont. In seinem - bis heute bahnbrechenden - Werk: Die deutsche Diktatur" zitiert er den romantischen Staatsphilosophen Adam Müller, der schon 1809 die unlösliche, unentrinnbare Gebundenheit des Menschen an den Staat betont hat und damit die Wendung zur konservativ-machtstaatlichen, antiliberalen und antiaufklärerischen Staatsideologie Ausdruck verliehen hat. Nachdem die französische Revolution von deutschen Schriftstellern und Intellektuellen zunächst begrüßt worden war, wandten sie sich - unter anderem Goethe und Schiller - von dieser Revolution wieder ab, als sie anstelle der ersehnten Freiheit ein jakobinisches Terrorregime brachte. Die Freiheitskriege gegen Napoleon führten zu einer Begründung des deutschen Nationalgefühls, das sich im Kampf gegen den Westen und westliche Werte definierte. Sie diente pratriotischen Publizisten wie Ernst Moritz Arndt als Begründung eines deutschen Nationalgefühls von unbedingtem, einzigartigen und fast religiösem Anspruch. In dieser Zeit wuchs und vertiefte sich also die Kluft zwischen westlichem und deutschem Staatsdenken. Höhepunkt dieser Entwicklung war die Tatsache, dass die Nationalsozialisten am 14. Juli 1933, dem Jahrestag des Sturms auf die Bastille, des französischen Nationalfeiertages, die noch existierenden Parteien aus der Weimarer Republik endgültig verboten und somit - nach ihren eigenen Worten - die liberale Freiheitstradition der Französischen Revolution - für die aus Sicht der Nationalsozialisten die bisherige Demokratie der Weimarer Republik das Symbol war - beendeten, um ein neues tausendjähriges Reich" zu schaffen, welches in der antiaufklärerischen deutschen Staatstradition stand. Dies ist der Inhalt der bis heute andauernden Debatte und Kontroverse über den deutschen Sonderweg", für den die Romantik als Gegenbewegung zur Aufklärung in Haftung genommen wird.
Gegen diese These wendet sich Rüdiger Safranski. Zwar sieht auch er Hitler und die Nationalsozialisten in der Tradition der Romantik stehend, wehrt sich aber dagegen, die Romantik allein unter dem obigen Aspekt zu deuten. Die Romantik sei - so Safranski - eine glänzende Epoche des deutschen Geistes" gewesen. Sie habe große Ausstrahlung auf andere Nationalkulturen gehabt. Ihre Auswirkungen seien bis zur Studentenbewegung zu erkennen gewesen. Doch es sei falsch, die Romantik pauschal zu verdammen. Das Romantische gehöre zu einer lebendigen Kultur und sei eine Fortsetzung der Religion mit ästhetischen Mitteln. Sie dürfe die Politik, die realistisch zu sein habe und den Kompromiss anstreben solle, nicht beeinflussen. Wenn wir Vernunft der Politik und die Leidenschaften der Romantik nicht als zwei Sphären begreifen und als solche zu trennen wissen, wenn wir statt dessen die bruchlose Einheit wünschen und uns nicht darauf verstehen, in mindestens zwei Welten zu leben, dann besteht die Gefahr, daß wir in der Politik ein Abenteuer suchen, das wir besser in der Kultur finden, oder daß wir, umgekehrt, der Kultur dieselbe soziale Nützlichkeit abfordern wie der Politik. (...) Das Romantische gehört zu einer lebendigen Kultur, romantische Politik aber ist gefährlich." Die Romantik dürfe uns jedoch nicht verlorengehen, denn politische Vernunft und Realitätssinn sei zu wenig zum Leben.
Dies ist das Fazit des Buches von Rüdiger Safranski. Da bleibt ja zu fragen: Was ist Romantik? Warum ist sie gerade in Deutschland so ausgeprägt?
Wer hierauf eine Antwort hören will, der sollte zu dem Titel von Rüdiger Safranski greifen. Das Buch erzählt über diese Epoche, die an den Idealismus und die Aufklärung anschloss (damit hatte sich der Autor in seiner Schiller-Biographie beschäftigt). In einem ersten Teil gibt Safranski einen Überblick über die Geistes- und Literaturgeschichte der Romantik. Er stellt Schriftsteller und Philosophen dieser Epoche, u.a. Novalis, Schlegel, Tieck, die Brentanos, Eichendorff und E.T.A. Hoffmann mit ihren Werken und Ideen vor.
Im zweiten Teil: Das Romantische" untersucht Safranski die Auswirkungen der Epoche, die Karriere des Romantischen" bis in die Gegenwart. Sie führt über Heine, Richard Wagner, Nietzsche, Thomas Mann, Stefan George bis zur Philosophie Heideggers und den Verbindungen zwischen Romantik und Nationalsozialismus. Auch nach dem Zusammenbruch werde immer wieder eine Beziehung zwischen Nationalsozialismus und Romantik hergestellt. Es habe - so Safranski - Traditionslinien der Romantik gegeben, die der Nationalsozialismus aufgegriffen habe: die Ideen über Volk und Volkskultur, die romantischen Organismus-Vorstellungen in Bezug auf Staat und Gesellschaft und die romantischen Mytheninterpretationen eins Görres und Creuzer. Es war Joseph Goebbels, der mit dem 30. Januar 1933 die Zeit des Individualismus durch ein sogenanntes Völkisches Zeitalter", ersetzt sah. Hiermit knüpfte er an romantische Traditionen einer Volksgemeinschaft" an. Allerdings vertrat der Nationalsozialismus auch Positionen, die nicht in dieser romantischen Tradition standen. So forderte etwa Ernst Krieck, ein maßgeblicher Ideologe im Bereich der Erziehungswissenschaften, den radikalen Bruch mit der geistigen Tradition der Romantik und des Idealismus. Ähnliche Positionen wurden im Amt Rosenberg" verteten, das für die weltanschauliche Schulung der Parteimitglieder zuständig war. Volksgemeinschaft, so hieß es dort, dürfe nicht mit einer romantischen Idylle verwechselt werden. Das Romantische sei zu quietistisch und habe bei ihrer Flucht vor der unbewältigten Wirklichkeit die einfachen Menschen verraten. Die Angriffe auf die historische Romantik wurden bisweilen so heftig vorgetragen, dass Propagandaminister Goebbels dagen Einspruc erhob und daran erinnerte, dass die Romantik zum kulturellen Erbe gehöre, auf die das deutsche Volk auch gegenüber dem Ausland stolz sein könne.
Die Beziehung zwischen Romantik und Nationalsozialismus sind also - so zeigt Safranski - sehr zwiespältig gewesen. Hitlers Ideen selber seien keinesfalls romantisch gewesen, jedoch stehe er für die Verbindung von Weltfremdheit und weltumstürzenden Furor. Hitlers Politik gründet auf einen Wahn, der sich bewahrheitete, indem er verwirklicht wurde. Die Menschen, über die Hitler Macht gewann, wirkten dabei mit, als Gläbuige, als Befehlsempfänger, als willige Helfer, als Eingeschüchterte, als Gleichgültige. Die sittliche Kultur der Gesellschaft vermochte jedenfalls diesem Treiben kein Ende zu setzen. Normalerweise trennt der Wahn einen Menschen von seiner Umgebung ab, isoliert ihn und schließt ihn ein. Das Ungeheure des Falels Hitler liegt darin, daß er die Einsamkeit des Wahns überwand, indem er seinen Wahn erfolgreich vergesellschaftete. Es hat verschiedene Motive gegeben, Hitler zu folgen, aber das ändert nichts an dem Ergebnis, daß hier eine ganze Gesellschaft daran beteiligt war, ein Wahnsystem in die Wirklichkeit umzusetzen. Es waren, wie schon gesagt, keine romantischen Ideen, die hier umgesetzt wurden, aber solche Gstalten wie Hitler, die eine ganze Gesellschaft in den Bann schlagen, sind in den Fieberträumen der Romantiker bereits antizipiert worden, etwa in den dämonisch-nihilistischen Machtfiguren Jean Pauls oder in der Gestalt des großen Magnitiseurs bei E.T.A. Hoffmann. (...) Das Volk aber, das sich in diesen kalten Taumel des mörderischen Wahns hineinziehen ließ - gab es damit nicht den stärksten Beweis für seinen mangelnden Realitätssinn, zeigte sich darin nicht doch etwas von dieser Verbindung aus romantischer Weltfremdheit mit dem Furor des Weltensturzes? Dafür spricht, daß der Zusammenbruch der NS-Herrschaft von vielen wie das Erwachen aus einer Benommenheit erlebt wurde, wie das Ende eines Spuks, als sei der Bann gebrochen. Von einem Tag auf den anderen erschien, was eben noch geherrscht hatte, ganz irreal, und es dauerte nicht lange, dann wollten die Menschen sich gar nicht mehr in em wiedererkennen, was sie soeben noch gewesen waren."
Diese Sätze gehören zu dem Besten, was meines Erachtens über die Verbindung von Romantik und Nationalsozialismus geschrieben worden ist. Daher kann ich nur sagen: Wer über die Epoche der Romantik näher informiert werden möchte, der greife zu diesem wichtigen, sehr lesenswerten Buch.
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Als Überblick über die deutsche Geistesgeschichte der letzten 200 Jahre uneingeschränkt zu empfehlen
Wer die Bestseller-Listen verfolgt, kennt Rüdiger Safranski. Mit seinen Büchern über Nietzsche und Schiller demonstrierte er zuletzt einem breiten Publikum, wie spannend und unterhaltsam Geistesgeschichte sein kann. Während er sich in seinem Schiller-Buch mit der Epoche des Idealismus auseinander setzte, so tut er es in seinem neuesten Sachbuch-Bestseller mit der
Romantik
. Er schildert die Romantik bewusst als eine
deutsche
Eigenart. Obwohl sie auch auf andere Länder Auswirkungen hatte, so war sie dennoch die einzige Epoche, die ihren Ursprung in Deutschland hatte.
In der ersten Hälfte des mehr als 400 Seiten starken Werks geht es um die Epoche der Romantik. Safranski stellt die wichtigsten Vertreter vor, erklärt dabei ausführlich und trotzdem auch für den philosophisch-kulturellen Laien leicht nachvollziehbar die theoretischen Ideen Schlegels, den Subjektivismus Fichtes, die Religionsphilosophie Schleiermachers, selbstverständlich aber auch Novalis, Tieck, Hölderlin, Hoffmann und Eichendorff, die in keiner Gesamtdarstellung fehlen dürfen.
Doch im zweiten Teil geht Safranski über die Epoche hinaus und erklärt die Folgen des romantischen Geistes für die deutsche Kulturgeschichte, darunter Hegels Weltgeist, Wagners Musikdramen, Thomas Mann, Stefan George, bis hin zum eminent Politischen. Bereits aus Schillers berühmter These aus seinen Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen" lässt sich eine für das Selbstverständnis der ersten Romantiker wesentliche Annahme herleiten: "Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt", d. h. in einer Gesellschaft, in der der Mensch durch eine Ökonomisierung und Rationalisierung aller Bereiche seines Lebens keine Möglichkeiten mehr zur Entfaltung seiner ihm eigenen künstlerischen und phantasievollen Anlagen hat, verkümmert er und lebt einen wichtigen Aspekt seines Lebens nicht. Dieser Gedanke beeinflusste deswegen die romantische Generation, weil gerade diese eine Gegenbewegung zu dem oft geradlinigen, kühlen, gefühlsarmen Vernunftoptimismus der Aufklärung darstellte und mit ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen, Unsagbaren, Unaussprechbaren - die sinnbildliche blaue Blume - den Gefühlen wieder eine Aufwertung zuteil werden ließ. Wie sehr Schillers These ausartete, zeigt schon Novalis' Forderung der "Poetisierung" des Gewöhnlichen und Alltäglichen, also die konsequente Mystifizierung. Hieraus entsteht wiederum der Gedanke, der über die abgegrenzte Epoche der Romantik hinaus in Deutschland Hochkonjunktur hatte: die Verzerrung der Realität durch eine "Verzauberung durch den Irrealis". Und genau diese Verzauberung ist dann, wenn sie nach der Politik greift, extrem gefährlich, denn sowohl der Nationalsozialismus als auch die Achtundsechziger tragen, ohne hingegen einzig darauf zu basieren, romantische Züge, darunter die Meinung, Politik müsse dem Dionysischen mehr Spielraum einräumen.
Dennoch ist die Romantik nicht zu verdammen, im Gegenteil: "[P]olitische Vernunft und Realitätssinn ist zu wenig zum leben. Sie ist der Mehrwert, der Überschuß an schöner Weltfremdheit, der Überfluß an Bedeutsamkeit" (S. 393).
Natürlich lässt sich die Romantik in allen ihren Aspekten unmöglich auf 400 Seiten darstellen, doch hätte Safranski dies getan und beispielweise noch die gesamte Entwicklung der romantischen Kunst und Musik innerhalb und außerhalb Deutschlands beschrieben, oder das Romantische am Expressionismus und der aktuellen Jugendkultur zu hinterfragen versucht, wäre er möglicherweise über das Ziel hinausgeschossen, den präzisen Gedanken der Romantik als den Gedanken einer deutschen
Affäre
auszuführen. Um einen Überblick über die Geistesgeschichte der vergangenen zweihundert Jahre zu bekommen, ist dieses Buch dennoch uneingeschränkt zu empfehlen, da es sich gerade gegen die Tendenz aus der Zeitgeschichte herausgerissener Einzelbetrachtungen wendet, sondern stets den Überblick behält, Rückbezüge zu vorausgegangen Kapiteln herstellt und auch kritisch beurteilt.
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Wie der Geist der Romantik die Zeit überdauerte
"Die
Romantik
als Epoche ist vergangen, das Romantische als Geisteshaltung aber ist geblieben."
Rüdiger Safranski nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die
deutsche
Geschichte.
Diese beginnt im ersten Teil seines Buches, in dem die Epoche der Romantik beschrieben, erklärt und analysiert wird. Ausgangspunkt ist die Seereise von Herder, kurz vor der Französischen Revolution.
Der Autor legt dar, welchen Einfluss diese Revolution hatte und warum es den menschlichen Geist in phantastische Gefilde verschlagen hat und aus welchem Grund gerade das Mittelalter und die Antike verklärt und idealisiert wurde. Die Philosophien von Kant, Fichte, Schlegel, Hölderlin und vielen mehr werden hier beleuchtet und in ihrem wechselseitigen Entwicklungsprozess dargelegt.
Im zweiten Teil seines Buches beschäftigt sich der Autor mit dem Romantischen an sicht. Die literarische Epoche, wie sie in Literaturgeschichten zu finden ist, ist vorbei, doch ihr Geist ergreift weiterhin die Gedanken der Menschen. Sehr schön wird beschrieben, wie sich dieser Geist immer wieder behaupten muss - egal wie groß der aufklärerische Druck auch war und noch heute ist.
Doch wird dieses Romantische von Safranski auf keine Weise verklärt. Er lässt auch die Kritiker der jeweiligen Zeit zu Wort kommen. Er ist mehr ein Moderator, der die Diskussion zwischen Realisten und Romantikern leitet und dafür sorgt, dass jeder seine Meinung äußern kann.
Stellenweise ist Safranskis Sprache etwas zu metaphorisch, was das Verständnis nicht gerade vereinfacht. Dennoch lohnt sich die Lektüre diese Buches alle mal. Erfährt der Leser doch wo und wie der romantische Geist Einfluss auf die verschiedensten Personen und Ereignisse unserer Geschichte genommen hat.
Abschließend wird sehr schön deutlich, dass der Mensch weder rein romantisch, noch rein politisch-rational sein Leben meistern kann, sondern dass ein gesundes Gleichgewicht gefunden werden muss.
Der Geist der Romanik war, ist und wird immer Bestandteil des menschlichen Lebens sein.
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Eher für Philosophie-Freaks
Der richtige Titel für dieses Buch hätte lauten müssen "Die
Deutsche
Romantik
in Philosophie und Literatur und deren Einfluss auf die Politik", denn Safranski benützt den Begriff "Romantik" im engeren Sinne und lässt die Bereiche Musik und bildende Kunst außen vor. Lediglich dem Werk Richard Wagners widmet der Verfasser einige Seiten, aber nur deshalb, weil er von Nietzsches philosophischer Deutung ausgeht.
Der Autor gliedert das Buch in eine, wenn auch verengte Schilderung der Romantik als Zeitepoche mit ihren Hauptvertretern in Philosophie und Literatur und in eine Beschreibung des Romantischen, die weit über die Epoche hinausreicht und recht interessante Zusammenhänge zum Nationalsozialismus und zur 68er Bewegung herstellt. Der Leser kann die Gedanken weiter spinnen und sich so manchen deutschen Sonderweg in der Gegenwart erklären.
Das Buch ist für Liebhaber der Philosophie geschrieben. Wer bisher ohne die Erkenntnisse eines Fichte, Schlegel, Schelling oder Novalis auskam und sich auch nie mit Heidegger und Adorno auseinandersetzte, wird durch die oberstudienrätische Darstellung Safranskis nicht unbedingt dazu ermuntert, tiefer in die Philosophie einzudringen. Er hält es eher mit der nüchternen Feststellung Dorothea Veits, der Lebensgefährtin Friedrich Schlegels: "... die Herren sind etwas toll ... ich will aber wetten was einer will, sie verstehen sich selbst nicht, und einander nicht."
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