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  Erinnerungen an glückliche Tage | Julien Green
 
 
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Erinnerungen an glückliche Tage
Julien Green

Hanser Belletristik, 2008 - 272 Seiten

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Lobgesang auf das Glück der Kindheit in geborgener Familie

Julien Green wurde 1900 als das Kind protestantischer US- amerikanischer Einwanderer in Paris geboren. Er wuchs zweisprachig auf (Französisch/englisch) und ist 1998 hoch betagt in seiner Pariser Wohnung gestorben und in Klagenfurt beigesetzt worden. Er hat so wunderbare Romane geschrieben, wie "Mont-Cinere" "Fremdling auf Erden" und "Der andere Schlaf". Das zentrale Thema, auch in seinen Erzählungen und Dramen, ist die menschliche Daseinsangst und die daraus resultierenden Folgen.

"Erinnerungen an glückliche Tage" wurde aus dem Französischen von der Romanistin Elisabeth Edl übersetzt. Es sind Lebens- und Jugenderinnerungen, die der Autor unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges, als damals vierzigjähriger Mann geschrieben hat. Er schildert darin seine glücklichen Kinderjahre, am Beginn des 20. Jahrhunderts, im Kreise seiner zahlreichen Schwestern und gütigen, aufgeklärten, warmherzigen Eltern. Er war damals so glücklich, wie es ein kleiner Junge, der seinen Phantasien freien Lauf lassen durfte, nur sein konnte.

Das Buch hat zwei Erzählstränge. Im ersten Teil schildert der Autor die frühen Jahre seines Lebens in Paris, mit all den Dingen, an die er sich genau erinnern kann und die ihn in der einen oder anderen Form prägten. Er erinnert sich an des verschwundene Lebensgefühl all derer Dinge, die er als Kind so faszinierend fand, zum Beispiel ein Alltag ohne Telefon, Radio und Fernseher, die peinigenden Ängste, die von dem gnadenlosen Schulsystem ausgingen, die Harmonie und Ruhe die er von Geräuschen, wie dem Klappern der Pferdehufe auf dem Kopfsteinpflaster wohltuend empfand und schließlich die vielen markanten Gerüche, die durch die Luft zogen.

Julien Green war ein früh theatralisch und literarisch interessiertes Kind, so beschreibt sehr schön, wie er langsam spürte, dass er Künstler, Schriftsteller werden würde. Er schreibt auch von dem frühen Tod seiner Mutter im Jahr 1914, der ihn sehr prägte und von seinen anschließenden Konvertierungen in jungen Jahren, von der protestantischen Kirche zum Katholizismus, der Zuwendung zum Buddhismus und der Rückbesinnung auf den Katholizismus.

Im zweiten Teil schildert er seine Erfahrungen mit dem Ersten Weltkrieg an dem er als Sanitäter teilnahm. Das Buch endet im Jahr 1927 mit dem Tod seines Vaters. Der bewegende finale Satz lautet: "Jetzt begann mein Leben."

"Erinnerungen an glückliche Tage" ist ein ernstes, aber auch sehr gütiges, warmes, liebevolles Buch, ein Zeitdokument mit sehr direkten authentischen Lebenserinnerungen, ein brillanter Entwicklungsroman, manchmal voller Sentimentalität und Melancholie, dann über weite Strecken auch wieder erfrischend komisch.



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Gedanken aus dem verlorenen Paradies!

Julien Green schrieb seine "Erinnerungen an glückliche Tage" bereits im Jahr 1940, als eine Rückkehr an den Ort seiner Kindheit ausgeschlossen ist.
Julien Greens verlorenes Paradies heißt Paris, die europäische Kulturmetropole, die zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts nicht nur Avantgardisten und Künstler begeisterte, sondern auch Scharen von wohlhabenden Amerikanern, zu denen auch Greens Eltern gehörten.

Der Anfang in der Stadt ist für die Eltern gar nicht so einfach, doch Julien verlebt eine wunderbare Kindheit zwischen französischen Dienstmädchen, Conciergen und vielen Hausgästen, die bei den Greens ein- und ausgehen.
Julien ist ein fantasiebegabtes Kind, er spielt Theater, schlüpft in die unterschiedlichsten Rollen, deklamiert Verse und Monologe und verliert sich in seinen Spielen, die durch die weltoffene und zugleich freie Atmosphäre seines Elternhauses stets genährt werden.

Sein Rückblick ist ein anrührendes und zugleich stilles Vergnügen.
Er beschwört Geräusche, Gerüche und Emotionen aus glücklichen Tagen, lässt den Leser teilhaben an einfachen, kindlichen Freuden und der Unbeschwertheit seines Elternhauses.

Diese Gedanken aus einem verlorenen Paradies erzählen von bereits 1940 untergegangenen, glücklicheren Zeiten. Im Jahr 2008 muten diese Erinnerungen wirklich wie Nachrichten aus fernen Zeiten an.
Man muss Zeit und Muße für diese Gedankensplitter und Erinnerungsfetzen mitbringen. Dann breiten sie für den Leser ihre ganze Fülle und Schönheit aus.
Ein Buch für literarisch ambitionierte Leser, die das Besondere suchen!


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über das helle im leben

julien green ist ja nicht gerade für heitere bücher bekannt. leviathan oder adrienne mesurat, der andere sind alpträume weit weg von einer äußeren realität. und dieses buch? der grundton ist heiter, ohne jede überreiztheit, man fühlt sich wohl in diesem buch. aber trotzdem ist ein buch julien greens. es sind eben erinnerungen an glückliche tage, man merkt den mann, der anfang der vierziger in den usa sitzt und versucht, die glücklichen tage, die kindheit, das freie paris usw. zurückzuholen. ein heiterer traum, den julien green diesmal träumt. und deshalb so berührend, weil er gleichzeit weiß, daß er davon nur noch träumen kann.


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Liebeeserklärung

Welche Stadt eignet sich besser für eine Liebeserklärung als Paris. Julien Green ist tasächlich im wahrsten Sinne des Wortes verliebt in diese Stadt, aber auch in das Land Frankreich. Sicher spielt dabei auch eine Rolle, dass er Amerikaner war und zwischen alter und neuer Welt quasi wählen konnte. Er war sicherlich auch ein sehr positiver Mensch, was vielleicht etwas überraschen mag, wen man einige seiner Romane kennt. Er erzählt sein Leben vom 4. bis zum 40. Lebensjahr und strahlt dabei eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus. Das hat natürlich auch viel mit der Zeit zu tun, als noch Pferdewagen das Stadtbild von Paris beherrschten. Zeitgenossen wie Jean Cocteau oder André Gide werden von ihm voller Bewunderung beschrieben und verehrt. Auch ist schon überraschend wie schnell er mit seinen Büchern Erfolg hatte und gar nicht so sehr von Selbstzweifeln getrieben wurde wie das oft bei grossen Schriftstellern der Fall war. Seine Rückbetrachtungen sind fast immer von Schwärmerei geprägt, auch wenn da sicher schon einiges von der Zeit verschüttet war.


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