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  Mensch ohne Hund | Håkan Nesser
 
 
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Mensch ohne Hund
Håkan Nesser

btb HC, 2007 - 544 Seiten

Kundenbewertung:(19 Bewertungen)
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Eine schrecklich nette Familie, die da zu zwei runden Geburtstagen kurz vor Weihnachten zusammenkommt. Es ist das klassische Setting einer "family reunion", die hier als klaustrophobische Familienhölle erzählt wird, die nur in einer Katastrophe enden kann. Mit Mensch ohne Hund meldet sich Håkan Nesser und bringt einen neuen Ermittler mit: Gunnar Barbarotti.

Nesser lässt sich Zeit, ehe die Handlung an Fahrt gewinnt. Da werden alle Familienmitglieder ausführlich porträtiert, ihre Zwänge und Abgründe, gegenseitigen Antipathien, die Wut und der unterdrückte Hass. Ähnlich den länglichen Reisevorbereitungen der Protagonisten (ganz praktischer und seelischer Natur) hat es Nesser nicht eilig, einen Spannungsbogen zu konstruieren, der mit dem plötzlichen Verschwinden zuerst des missratenen Sohnes Walter und dann des Enkels Henrik seinen Anfang nimmt.

Doch zuerst zu den dramatis personae: Da ist zunächst Karl-Erik der tyrannische Patriarch, ein frisch pensionierter Lehrer, der seinen Lebensabend in Spanien plant. Seine resignierte Frau Rosemarie funktioniert seit Jahrzehnten und fantasiert, wie sie ihren Mann umbringt. Ebba, Papas Lieblingstochter mit dem großen Potenzial, hat es bis zur Oberärztin gebracht, ihre Söhne haben sich innerlich längst von ihr verabschiedet. Kristina, die jüngste ist im Fernsehgeschäft tätig, unglücklich verheiratet, empfand ihre Familie immer schon als Gefängnis. Und dann ist da noch "Wichs-Walter", der glücklose Schöngeist und Weltenbummler, über den ganz Schweden lacht, seitdem er in einer Art "Dschungel-Camp" kompromittierend abgefilmt wurde. Sie alle fallen in das elterliche Haus ein "wie zwangsrekrutierte Soldaten zu einem befohlenen Krieg."

Nachdem zuerst Walter nicht von einem nächtlichen Spaziergang zurückkehrt, verschwindet auch der Vorzeige-Enkel Henrik, der einen schwulen Lover hat, von dem niemand weiß - außer Tante Kristina, die ihn bei einem Rendezvous "auf den rechten Weg" zurückbringen will. Leider ist zur gleichen Zeit ihr Mann zu einem Überraschungsbesuch unterwegs...

Gunnar Barbarotti, Nessers "Neuer", beginnt also zunächst in einer Vermisstensache zu ermitteln. Er ist Mitte Vierzig, geschieden, Vater von drei Kindern, und bislang hat er es - trotz des Jurastudiums - nur bis zum Inspektor gebracht. Ihm erspart der neue Fall ein Weihnachtsfest mit der Ex-Frau bei den Ex-Schwiegereltern, sodass er sich mit viel psychologischem Gespür und einiger Lust an der Provokation daran macht, die beharrlich schweigende Familie unter die Lupe zu nehmen. Vorsichtig klopft er deren Panzer ab, macht hier und da eine Probebohrung, horcht, tastet sich weiter, findet schließlich einen Riss, den er aufbrechen kann.

Nesser scheint es in Mensch ohne Hund nicht in erster Linie um das so genannte "Who's dunnit" zu gehen - schließlich mündet das Buch in ein erstaunlich vorhersehbares Ende. Er erzählt eine Geschichte, die um die Grausamkeit der Heimkehr rotiert. Ein hervorragend respektloses Geschenk für das Frohe Fest! --Henrik Flor, Literaturtest


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Mensch mit Katze

Wie unterschiedlich die Amazon Leser diesen Roman empfanden! Ich habe extra nicht vorher geschaut, um mich nicht beeinflussen zu lassen. Mit der Katze auf dem Sofa, die nur dann bleibt, wenn ihr Mensch Ruhe bewahrt und lang am Buch bleibt, habe ich diesen Roman genossen. Hätte am liebsten die ganze Nacht durchgelesen. Es stimmt aber schon: Geduld und Interesse an kleinen, feinen Beobachtungen und Stimmungsbildern sollte man mitbringen, denn alle Familienmitglieder in diesem Roman werden in ihren Gedanken und "verbotenen" Gefühlen sehr ausführlich vorgestellt, bevor die Katastrophe beginnt. Wer sowas langweilig oder belastend findet, sollte die Finger von diesem Roman lassen. Mir hat er dagegen sehr gefallen, denn der "Kriminalfall" interessiert mich nur, wenn ich zuvor eine Beziehung zu den beteiligten Personen aufbauen konnte. Immer mal wieder zwischendurch glaubte man eigentlich, am Ende angekommen zu sein, aber dann gab es doch wieder eine Wende, und der Leser wusste oft mehr als die Protagonisten. Durchaus spannend! Für mich war's übrigens mein erster Hakan Nesser, aber mit Sicherheit nicht der Letzte.


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Einsam und sprachlos - Nessers "Mensch ohne Hund"

Auf den ersten Blick ein Ermittlerkrimi um einen neuen, sympathischen Inspektor - vor allem aber ein philosophisch und psychologisch inspirierter Roman, in dem es um den Zerfall einer bildungsbürgerlichen Familie und die Einsamkeit der Angehörigen dieser Familie geht. Mensch ohne Hund" - der Titel eines Romanfragments, das einer der Verschwundenen hinterlassen hat - steht als (ironische) Metapher für die trostlose und oft sogar erbärmliche Einsamkeit und Sprachlosigkeit der Figuren. Nur an wenigen Stellen gibt es Hoffnung darauf, dass einige der Romanfiguren ihre Isolation überwinden können - andere scheitern endgültig. Dass der Roman trotzdem nicht deprimierend wirkt, liegt vor allem an der stilistischen Leichtigkeit und Ironie des Autors - und auch an seinem schwarzen Humor. Trotz gelegentlicher Längen im zweiten Teil ist der Roman absolut lesenswert.


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Der Beginn einer neuen Serie mit vielen dichten sozialpsychologischen und religiösen Reflexionen


Hakan Nesser hat eine neue Serie begonnen mit einem neuen Polizisten. Inspektor Gunnar Barbarotti ist ein liebenswerter Zeitgenosse, der einen Hang hat zu philosophischen Fragen - das verbindet ihn mit van Veeteren -, der aber im Unterschied zu diesem seinen Sinnfragen auch einen religiös begründeten Unterton bemischt. Der berühmte Klimke taucht wieder auf und auch der von früher bekannte Barin hat einen Auftritt. Man wird sehen müssen in den Folgebänden, ob sich Barbarottis Suche zu einer ernsthaften Auseinandersetzung des Autors mit Gott auswächst, oder ob dies nur auf das erste Buch der Serie beschränkt bleibt.

"Mensch ohne Hund" - der Titel ist symptomatisch für den Inhalt des Buches. Da wird eine Familie beschrieben, die auseinander bricht inmitten einer Gesellschaft, die kaum noch Regeln und Netzwerke kennt, in denen sich die Menschen orientieren oder festhalten können. Jeder lebt und kämpft für sich alleine, und so gehen sie alle mehr oder weniger zugrunde. Das Individuelle und Postmoderne daran ist, dass es jeder auf seine eigene unverwechselbare Art tut.

Das Buch ist ein Kriminalroman. Doch Nesser hat dieses Mal sehr wenig Interesse daran, den Leser lange auf die Folter zu spannen, wer was getan haben könnte. Es geht ihm um Sozialpsychologie: "Ansonsten stimmt der Inhalt des Buches im Wesentlichen mit bekannten Verhältnissen überein", schreibt er in seiner einleitenden Bemerkung.
Verhältnisse, wie sie auch in unserem Land um sich greifen.

Der Rezensent hat das Buch in drei Zügen durchgelesen und war von der Lektüre begeistert. Dennoch ist ein abschließendes Urteil über die neue Serie, den neuen Inspektor, seine Lebensgeschichte und seine Philosophie und vor allen Dingen über den neuen Stil Hakan Nessers verfrüht. Man wird den zweiten Band , der für diesen Herbst angekündigt ist, abwarten müssen, um das alles besser einschätzen zu können. Dennoch, quasi als Vorschußlorbeer: fünf Punkte.



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Phasenweise gut ..

.. aber phasenweise auch sehr langweilig. Habe schon weit bessere Bücher von Hakan Nesser gelesen. Obwohl er mit der neuen Figur des Inspektor Gunnar Barbarotte wieder eine sehr interessante Persönlichkeit erfunden hat. Freu mich trotzdem auf sein nächstes Buch, denn erzählen kann er!


Nesser immer besser - diesmal nicht!

Mit freudiger Erwartung nach den VV-Romanen hab ich zwischen den Jahren "Mensch ohne Hund" von Hakan Nesser gelesen. Vielleicht hatte ich zu große Erwartungen, aber ich wurde schon ein klein wenig enttäuscht...
Das Buch lässt von Beginn an Spannung vermissen und kulminiert schließlich ziemlich so, wie es sich schon nach wenigen Seiten vermuten lässt. Lobend zu erwähnen ist Nessers bekannt gute Erzählweise, der neue Inspektor Barbarotti - der dem Lesen erst nach etwa der Hälfte des Buches vorgestellt wird - taugt gewiss auch zu ähnlchem Kultstatus wie Vorgänger Van Veeteren, nur muss Nesser im Folgeroman einen besseren Plot präsentieren.
Fazit: Gewohnt gute Sprache, unerwartet zähe und spannungsarme Handlung!


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reviews: page 1, 2, 3, 4



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