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Straßen der Erinnerung: Reisen durch das vergessene Amerika
Bill Bryson, Claudia Holzförster

Goldmann, 2006 - 400 Seiten

Kundenbewertung:(21 Bewertungen)
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On the road again......

Die hinter sich gelassenen Landschaften der Kindheit und Jugend sucht man am besten nur in der Phantasie auf, weil diese die Realität eines seit langem erwachsenen Menschen mit seinem Rattenschwanz an Erfahrungen und Erlebnissen oft nicht vertragen. Für Augen, die jahrelang Londoner Großstadtleben gesehen haben, sind Staaten wie z. B. Iowa oder Idaho zwangsläufig sehr gewöhnungsbedürftig. Diese Erfahrung musste auch Bill Bryson auf seinen 14.000 Meilen langen Trips im alten Familien-Chevrolet quer durch die Vereinigten Staaten machen. Bryson, ein witziger und schlagfertiger (Reise)schriftsteller, hat Amerika mit Mitte zwanzig verlassen und lange Zeit in Europa gelebt. Das hat zwangsläufig seinen Blick auf amerikanische Befindlichkeiten und Besonderheiten verändert.

Brysons Reiseberichte sind immer amüsant zu lesen. Auch dieses Buch ist für Nordamerika-Fans ein kurzweiliges Lesevergnügen und als solches uneingeschränkt zu empfehlen. Allerdings ist der Zynismus des Autors, der gerne Schläge unter die Gürtellinie verteilt, nicht jedermanns Sache. Wenn bei kurzen Stippvisiten ganze Bundesstaaten in Bausch und Bogen verdammt werden, ist das schon bedenklich oberflächlich. Wenn man nur eine Nacht in einem schäbigen Motelzimmer mit Junkfood und TV verbringt, lernt man den Ort und seine Menschen eben nicht kennen. Natürlich gibt es die ewig gleichen Fastfoodketten-Restaurants und andere traurige Einrichtungen entlang der Ein- und Ausfallstraßen amerikanischer Orte, die allen den Anschein des öden Gleichseins geben. Aber Menschen und Landstriche, besonders wenn sie auf den ersten Blick nicht spektakulär erscheinen, brauchen Zeit, viel mehr Zeit, als Bryson bei dieser meilenfressenden Reise aufbringen wollte, um erkannt und gewürdigt zu werden. Wer sich einmal visuell mit nordamerikanischen Menschen und Restaurants fernab des Mainstreams beschäftigten möchte, der sollte sich den außergewöhnlichen Bildband "Cuties and Calories" des Deutsch-Schweizers Stephan Schacher zu Gemüte führen. Dieser Fotograf hat ebenfalls eine Reise kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten gemacht und ganz andere Eindrücke festgehalten. Auch er hat sich nirgends lange aufgehalten, aber trotzdem ein ganz anderes Werk geschaffen. Es ist eben immer die Frage, was man sehen und erzählen möchte.

Wer die Visitor-Center der amerikanischen Nationalparks nur zum Pinkeln aufsucht oder um einen Schluck Wasser zu trinken, wie Bryson das empfiehlt, versäumt übrigens eine Menge. Das Informationsmaterial ist meist gut, oft kostenlos (Karten!) und die Leute, die dort arbeiten, sind sehr nett und wirklich hilfsbereit. Außerdem gibt es nur da die tollen Stempel des jeweiligen Parks inklusive Datum, mit denen man seine Neid erzeugende Grüße an die Daheimgebliebenen und das Reisetagebuch schmücken kann. Letzteres kann besonders dann hilfreich sein, wenn man Jahre später einem total in der Zeit sich irrenden ehemaligen Mitreisenden beweisen möchte, dass man eben genau am 28. Mai 19.. am Grand Canyon war und nicht irgendwann davor oder danach. (Beliebt macht man sich mit dieser Besserwisserei allerdings nicht.)

Fazit: Lesen und schmunzeln, aber nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Helga Kurz


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Sehhhhr witzig, fast schon zu kurz.......

Als ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nahm, hatte ich zunächst keine großen Erwartungen. Doch schon nach der ersten Seite fiel ich vom Hocker: Das Buch ist so witzig geschrieben, dass ich einen Lachanfall nach dem anderen bekommen habe. Zumindest musste ich auf jeder einzelnen der ca. 300 Seiten schmunzeln. Bill Bryson nimmt in dem Werk die hinterwäldlerischen Ami-Käffer aufs Korn und rechnet knallhart mit seiner alten Heimat ab.
Nebenbei lernt man sogar das Land kennen; nicht immer von der schlechten Seite...


Schlaglöcher

Wenn ich den Klappentext hinter dem Titelbild richtig verstanden habe, schrieb Bill Bryson die Straßen der Erinnerung vor beinahe zwanzig Jahren. Nicht jedes Frühwerk eines Autoren bildet die Basis für seine zukünftigen Bestseller, denn das Buch schildert zwar eine Reise quer durch die USA, aber es fehlt an dem gewohnten Wortwitz. Der blitzt zugegebenermaßen immmer wieder durch und strapaziert das Zwerchfell des Lesers, doch die Passagen zwischen den den einzelnen Kapitel verirren sich in Erinnerungen eines Mannes, der das schreibt, was er später viel flotter und humorvoller zu Papier bringt. Das Buch ist nicht schlecht, aber es erreicht leider nicht die Qualität enes typischen Bill Bryson, der heute mit seinen Geschichten irrwitzige Unterhaltung zaubert, die mit den üblichen Reiseberichten nichts gemein hat.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5



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