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  Callgirl: Meine lukrative Exkursion in das älteste Gewerbe der Welt | Jeannette Angell
 
 
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Callgirl: Meine lukrative Exkursion in das älteste Gewerbe der Welt
Jeannette Angell

Goldmann, 2003 - 380 Seiten

Kundenbewertung:(8 Bewertungen)
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Fragwürdig glaubhaft - treffend realistisch

Keine detaillierten Beschreibungen des "Jobs", Voyeure dürften enttäuscht sein. Ebenso ist es nicht als soziologische Fallstudie zu sehen!

Männer erfahren erneut (schmerzlich?) wie Frauen mit ihren oft archaischen Wünschen spielen; Frauen erfahren erneut wie schmal der Grat zwischen leistungsbereiter Unterordnung und Prostitution sein kann.

Für mich bleiben einige ?reale Umstände? fragwürdig, viele Gefühlsklüfte dennoch nachvollziehbar.
Ein anschaulich biografisches (?) Werk, das einige Lichter ins verruchte Dunkel bringt. (Andere Gesetzeslage in USA!)



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Ein Blick über das Erotische hinaus..

Als ich das Buch bestellte, dachte ich eine Beschreibung des "Gewerbes" zu lesen. Aber ich fand es auch auf eine andere Form wiedergegeben, die mich angenehm überraschte. Eine intelligente und mit ihren Beruf verwachsene Frau sucht aus Geldmangel und Interesse den Weg in einer Begleitagentur am Rande der Illegalität. Sie schildert hier Ihre Erlebnisse, wobei die sie umgebenden Menschen (Kunden, Freunde, betreuenden Studenten,...) im Mittelpunkt stehen. Dies geschieht auf eine interessante und analysierende Art und Weise, die tiefe Einblicke in die manchmal heuchlerische Gesellschaft gibt.


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Die obere Klasse der Sexarbeiterinnen

Das Buch "Callgirl" wird mit Sicherheit sehr verschiedene Reaktionen hervorrufen. Viele Leser werden nicht verstehen, warum eine Frau mit hervorragender Ausbildung als Callgirl gearbeitet hat.

Das Bild der Hure in der Öffentlichkeit meint normalerweise eine Frau ohne berufliche Ausbildung, der nur dieser Weg zum Broterwerb bleibt. Andere werden das Buch als Fiktion ansehen, denn eine Universitätsdozentin wird sich kaum in dieser Welt verirren. Wieder andere Leser werden sagen, dass dies eben typisch Amerika sei - in Deutschland werde dies kaum vorkommen.

Was ist an diesem Buch dran?

In der Hierarchie des Sexgewerbes stehen die Callgirls an oberster Stelle. Es sind die Damen, die nicht (nur) wegen schnellem Sex aufgesucht werden, es sind Frauen, die auch zur Begleitung - im eigentlichen Sinne des Begriffs - gebeten werden; gerade wegen ihrer sehr guten Bildung.

Damit ist Jeannette Angell bereits eine gar nicht so seltene Vertreterin dieser obersten Klasse der Prostituierten. In ihrem Buch beschreibt sie sehr spannend, wie und warum sie diese fremde Welt betreten und sich immer mehr in ihr verloren hat. Ein Leben zwischen der Angst vor Entdeckung und dem "dunklen" Zauber dieser geheimen Welt. Ein Leben zwischen dem hochgeachteten Beruf der Universitätsmitarbeiterin und dem Leben als Prostituierter. Dies, und die Erfahrungen, Ängste und Eindrücke beim Übergang von einer Welt in die andere.

Das Buch ist sehr gut geschrieben und fesselt den Leser bis zur letzten Seite. Ich für meinen Teil bin froh, dass ich es gelesen habe.


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offen und ehrlich - nicht schäbig und billig

Tagsüber Dozentin an der Universität - abends und nachts Callgirl. Welche Gründe bringen eine Frau dazu, dieses Doppelleben zu führen?
Vorweg muss gesagt sein, dass dieses Buch nur ein Schicksal von vielen ist. Hier wird das Thema Prostitution nicht beschönigt, sondern offen und ehrlich beschrieben.

Besonders gefiel mir an dem Buch, dass hier nicht im reißerischen Boulevard-Pressen-Format geschrieben wurde. Hier beschreibt eine hoch intelligente und emotional starke Frau einen Abschnitt in ihrem Leben, den sie nicht missen möchte. Die Beweggründe, die Bedenken, den ersten Kunden, den Umgang mit dem eigenen sozialen Umfeld, die Konsequenzen, gute sowie schlechte Erfahrungen... und natürlich das Wissen um ein Geheimnis.

Zwar ist es bei einer Abhandlung zu diesem Thema unerlässlich gewisse erotische bzw. sexuelle Praktiken und Tätigkeiten zu erwähnen, jedoch ist es der Autorin sehr gut gelungen, diese als "normal" und "alltäglich" zu beschreiben, ohne in die literarische Pornographie abzurutschen. Somit kommt das Ganze genau so rüber, wie Frau Angell das möchte: anspruchsvoll, nicht schäbig.

Fazit: fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Ohne schäbigen Charakter ehrlich und offen geschrieben. Mich hat es beeindruckt - 5 Sterne.



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Ein wohliges Schaudern

Dr. Jeannette Angell beginnt ihr Buch mit der Äußerung, daß es Männern in ein wohliges Schaudern versetzt, wenn sie vom Thema Prostitution hören. Zweifellos hat dieses Thema etwas Faszinierendes. Sex sells. Angells Buch ist allerdings weder Pornographie noch erotische Literatur, sondern ein Tatsachenbericht. Eines ganz eindeutig sehr subjektiven Berichts, von den drei Jahren, in denen die Autorin tagsüber als College-Lehrerin arbeitete und abends für einen Begleitservice als Callgirl gearbeitet hat. Mehrfach betont Angell, daß die Tätigkeit als Callgirl nicht mit anderen Ausprägungen der Prostitution, etwa dem Straßenstrich der Drogensüchtigen zu vergleichen ist. Gezwungen wurde die Autorin nicht, sie prostituierte sich, um ihre Schulden abzubezahlen. Ihr Freund hatte sie gerade verlassen und ihr gemeinsames Konto geplündert. Auch ihre schlecht bezahlte Teilzeitstelle am College brachte ihr nicht genug Geld ein. Das sind dann zwei Motive, die sich durch das 386-seitige Buch ziehen: Anschaffen um Geld zu verdienen und schlechte Erfahrungen mit Männern. Es liest sich sehr flüssig! Manches ist leider etwas platt, die Beschreibungen des Verkehrs mit den Kunden ist ziemlich vulgär und manche Äußerungen der promovierten Anthropologin wirken erschreckend schlicht, für eine Frau, die ständig ihre überdurchschnittliche Bildung und Intelligenz hervorhebt. Wie gesagt, das Buch ist sehr subjektiv. Was mich trotzdem störte ist, daß ein wesentliches Argument, das gegen die Prostitution spricht, völlig ausgeblendet wird, nämlich die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten. Die Gefahr sich mit AIDS zu identifizieren wird nicht mal in einem Nebensatz angedeutet. Und das obwohl Jeannette Angell auch über Vergewaltigungen durch ihre Kunden schreibt. Absolut nicht verschwiegen wird die Gefahr des Drogenkonsums, dem die Huren ständig ausgesetzt sind. Sie beschreibt sehr ergreifend und abschreckend den Abstieg einer Kollegin und Freundin, die mit Crack Selbstmord auf Raten verübte und dabei ihr gesamtes Umfeld, inklusive Angell, mit in den Abgrund zog. Die Schilderungen des College-Alltags wechseln sich mit den Erlebnissen als Hure ab, so zieht es sich durch das ganze Buch. Das wird aber nicht langweilig. Mir gefielen die Beschreibungen des Privatlebens und der Erfahrungen mit dem amerikanischen Hochschulwesen fast besser als die, im Grunde genommen doch immer gleichen, Schilderungen des Geschlechtsverkehrs. Französisch, Dreier, Fesseln, Fetische - es gibt nichts zu erfahren, was man nicht auch jede Woche bei ?Wa(h)re Liebe", in einem Herrenmagazin oder unzähligen anderen Quellen entnehmen kann. Keine Überraschungen auf der Seite, es sei denn der Leser ist extrem prüde. Dann sollte er ohnehin die Finger von dieser Lektüre lassen. Wer etwa extrem bibeltreu lebt, den wird Jeannette Angell sicherlich nicht davon überzeugen können, die Prostitution als ganz normalen Beruf zu betrachten. Das aber ist der Autorin ganz eindeutig ein starkes Anliegen. Warum sind Freier normal und Huren unnormal? Sie sind eben Beide normal! Das ist die Aussage des Buches.
?Callgirl" von Jeannette Angell ist ein gut geschriebenes und informatives Buch, mit ausführlichen Schilderungen des Callgirl-Alltags. Frauen, die freiwillig zu Huren werden, tun dies um schnell viel Geld zu verdienen. Die Zeit dafür ist kurz. Wer das nicht berücksichtigt, sich an ein Leben in Luxus und mit Drogen gewöhnt, kann durch die Prostitution ins Elend gestürzt werden. Angell zeigt beide Seiten der Medaille. Ihr größter Verdienst ist, daß sie dem Leser klarmacht, daß Huren zuallererst Menschen sind und keine verkommenen, nymphomanen Hexen. Ein Buch das mit Vorurteilen aufräumt und den Weg für einen sachlichen Umgang mit der Prostitution ebnet.


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