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  Denn Du trägst meinen Namen: Das schwere Erbe der prominenten Nazi-Kinder | Norbert Lebert, Stephan Lebert
 
 
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Denn Du trägst meinen Namen: Das schwere Erbe der prominenten Nazi-Kinder
Norbert Lebert, Stephan Lebert

Goldmann, 2002 - 222 Seiten

Kundenbewertung:(8 Bewertungen)
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Das Buch ist ebenso außergewöhnlich wie die Geschichten, die es erzählt. 1959 schilderte der Journalist Norbert Lebert, wie es den Kindern der größten Naziverbrecher 15 Jahre nach Kriegsende ging. Vierzig Jahre später führt sein Sohn Stephan diese Arbeit fort. Er möchte ergründen, was es für diese Kinder bedeutet, einen Vater zu haben, der an einem Massenmord von nie gekanntem Ausmaß beteiligt war. Welches Schicksal Menschen erleiden müssen, die nur aufgrund eines einzigen Merkmals mit der blutigen deutschen Geschichte verbunden sind: ihrem Namen.

Es sind bedrückende Schicksale, die Stephan Lebert in seinen sehr emotional gehaltenen Reportagen erzählt. Dennoch fällt es mitunter schwer, Verständnis oder auch nur Mitleid zu empfinden. Denn es gibt sie eben doch, die Unverbesserlichen, die sich wie Wolf-Rüdiger Hess, Edda Göring oder Gudrun Himmler niemals von ihren Vätern distanziert haben, die sie auch heute noch leidenschaftlich vergöttern und verteidigen, und die teilweise der alten Ideologie treu geblieben sind. Andere, wie Niklas Frank, haben mit ihren Vätern gebrochen und sich für den Hass entschieden. Martin Bormann junior für die Sache Gottes. Der ehemalige Priester und pensionierte Religionslehrer hält nun Vorträge über die Gefahren des Nationalsozialismus. Im Osten benötigt er dafür Polizeischutz.

Jedes der Kinder hat seinen eigenen Weg gefunden, mit der Last des Namens umzugehen. Aber sie alle können sich aus der unheilvollen Verstrickung mit dem Nationalsozialismus nicht lösen, obwohl sie eigentlich unschuldig sind. Sie leben das Leben ihrer Väter weiter. "Wissen Sie", sagt Martin Bormann resigniert, "man kann seinen Eltern nicht entkommen, wer sie auch sind". --Stephan Fingerle


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Nicht wie der Vater

Die Berichte des Vaters aus den sechziger Jahren sind gut geschrieben, mit dem Blick für die einmalige Situation der betreffenden "Kinder" und des damaligen Deutschlands. Sprachlich exakt, zurückhaltend, doch eindringlich. Die Ergänzungen des Sohns aus den neunziger Jahren erreichen nicht dieses Niveau. Sie sind sprachlich teilweise etwas holprig geschrieben, mehr urteilend als berichtend, mehr wertend als informierend. Der Vater setzte sich neben seine Gesprächspartner; der Sohn stellt sich über sie. Diese Haltung ist ebenso unnötig wie unprofessionell. Schade; die Idee wäre sehr reizvoll gewesen.


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Nur zum Teil ein gutes Buch!

Meine Bewertung für dieses Buch fällt sehr zwiespältig aus, was daran liegt, daß hier zwei Autoren am Werk waren.
Bücher über die Opfer des Nationalsozialismus gibt es ja zuhauf. Norbert Lebert hingegen berichtet in seinem Buch über die Kinder der Top-Ranking-Nazis. Sicher war das damals sehr gewagt, als 1960 die Erinnerungen an den Krieg noch allzu frisch und der Hass auf die Nazis besonders gross war. Lebert hat es trotzdem getan und liefert uns ein beeindruckendes und einzigartiges Porträt. Kaum zu glauben, daß er es geschafft hat, die einzelnen Personen zu einem Interview zu bewegen. Das daraus resultierende Ergebnis liest sich spannend und ausgesprochen informativ. Interessante Einblicke ins Familienleben der prominenten Nazis werden geboten.
Vierzig Jahre später hat sein Sohn die Idee, die ehemaligen Interviewpartner seines Vaters noch einmal aufzusuchen und zu einem erneuten Gespräch zu bewegen. Ein brillanter Einfall, möchte man meinen. Leider haperts hier an der Umsetzung. Stephan Leberts Beiträge zu dem Buch lesen sich mitunter sehr schleppend und langatmig. Allzuoft schweift er vom Thema ab und sinniert in endloser Länge. Leider schafft er es nicht, alle Personen von damals erneut zu einem Interview zu bewegen. Wo er scheitert, schreibt er irgendwas halbwegs zum Thema passendes, fast scheint es nach dem Motto: Hauptsache, es steht was da".
Auch seine persönlichen Äusserungen zum jeweiligen Interviewpartner fallen unangenehm auf, (ob sie nun der Wahrheit entsprechen, oder nicht). Dabei hat es Norbert Lebert doch so gut vorgemacht, daß es auch anders geht.
Fazit: Norbert Leberts Werk ist aussergewöhnlich und absolut lesenswert. Das Werk seines Sohnes liegt leider weit hinter ihm zurück.



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Sammlung von Reportagen

Der Zeitungsreporter Norbert Lebert (1929 - 1993) schilderte in einer um 1960 von der Zeitschrift "Weltbild" veröffentlichten Artikelserie seine Begegnungen mit Wolf-Rüdiger Heß, Martin Bormann jr., Niklas und Norman Frank, Gudrun Burwitz, geb. Himmler, Edda Göring und Robert von Schirach. Er versuchte zu verstehen, was es für die Kinder von Rudolf Heß, Martin Bormann, Hans Frank, Heinrich Himmler, Hermann Göring und Baldur von Schirach in der Nachkriegszeit bedeutete, die berüchtigten Namen ihrer Väter zu tragen. Norbert Leberts 1961 geborener Sohn Stephan, der ebenfalls Journalist geworden war, nahm 40 Jahre später noch einmal Kontakt mit den Gesprächspartnern seines Vaters auf. Wolf-Rüdiger Heß, Martin Bormann jr. und Niklas Frank stimmten einem Treffen zu. Die Berichte über diese Begegnungen stellte Stephan Lebert in den Kontext der Reportagen seines Vaters. Robert von Schirach war inzwischen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, und sein Bruder Klaus nur zu einer kurzen Unterredung bereit; Edda Göring lehnte das erbetene Interview ab, und Gudrun Burwitz beantwortete die Anfrage gar nicht. Die dadurch entstandenen Lücken füllte Stephan Lebert mit eigenen Überlegungen und Betrachtungen.

Wer das Buch als Sammlung von Reportagen liest, erfährt einiges über die Kinder von Hitlers Paladinen. Hielte man es für ein Sachbuch, wäre man enttäuscht über die Oberflächlichkeit und den geringen Informationsgehalt.

Dieter Wunderlich, Autor von Biografien


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