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Glück
Matthieu Ricard

Nymphenburger in der F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, 2007 - 384 Seiten

Kundenbewertung:(4 Bewertungen)
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Eine Lektüre für alle, die nicht das kleine schnelle Glück suchen, sondern dauerhaften inneren Frieden und Freiheit. Sie finden in diesem Buch eine umfassende Klärung der Frage, was Glück wirklich ist und wie wir es erlangen können, die die Erkenntnisse von Psychologie, Neurologie, Religion und Philosophie mit der spirituellen Praxis des Buddhismus verbindet. Deshalb ist Glück auch kein rein buddhistisches Buch, weil es aus dem weiten Blickwinkel einer weltlichen Spiritualität geschrieben ist.

Für Matthieu Ricard, buddhistischer Mönch, promovierter Molekularbiologe und international anerkannter Fotograf, ist Glück weder ein zufälliges Hochgefühl, noch eine angeborene Gabe, sondern das Ergebnis innerer Reifung, zu der Ricard mit seinen Worten anregt. Im Zuge dieser Reifung lernt man, sich von der Macht negativer Emotionen wie Hass, Neid und Verlangen und von der Diktatur des Egos zu befreien und sich stattdessen von Mitgefühl, Demut und Güte leiten zu lassen und im Einklang mit sich und der Welt zu leben. Dieser innere Zustand, der nicht von äußeren Umständen abhängig ist, ist der Schlüssel zu lebenslangem, tief empfundenem Glück.

?Sukha?, das dauerhafte Glück, wird von bestimmten Geisteshaltungen und Wahrnehmungen der Wirklichkeit begünstigt. Um diese Geisteshaltungen zu schulen, enthält das Buch zahlreiche Meditationsübungen, die den Blick nach innen lenken, unsere Gedanken kanalisieren und Lebensfreude wecken. ?Nur indem wir uns selbst verändern, können wir unsere Welt verändern?, stellt Ricard fest, denn ?aus der Perspektive der absoluten Wahrheit ist weder Glück noch Leid real. Beide sind Bestandteil der relativen Wahrheit, die der in Verwirrung gefangene Geist wahrnimmt.

--Dagmar Rosenberger


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das beste was ich seit langem zu diesem thema in den händen hielt

auch wer mit buddhismus nichts am hut hatte, sollte sich nicht durch das cover abschrecken lassen. wem dieses buch zum richtigen zeitpunkt in den händen fällt wird es einen quantensprung nach vorne bringen. das beste was ich dieses jahr gelesen und auch für uns europäer verständlich.


Emotionaler Gleichgewichtszustand vs. Ego-Illusion

"Jeder Mensch will glücklich werden; um das Ziel aber zu erreichen, müsste er zunächst wissen, was das Glück eigentlich sei.", meinte bereits der französisch-schweizerischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge und Komponist Jean-Jacques Rousseau. Der buddhistische Mönch und offizielle Französischübersetzer des Dalai Lamas - Matthieu Ricard - versucht sich an dieser "Begriffserklärung" in seinem Buch "Glück" und geht noch viel weiter.

Was ist Glück?
Für eben besagten Rousseau besteht Glück "aus einem hübschen Bankkonto, einer guten Köchin und einer tadellosen Verdauung."
Für andere wiederum ist es, eine Familie zu gründen, Kinder zu bekommen oder einfach nur einen Sonnenuntergang am Meer zu beobachten, vielleicht Spazierengehen unterm Sternenhimmel.
Eine psychologische Definition von Glück bietet auch Sigmund Freud, indem er von einer Befriedigung des Luststrebens spricht, die jedoch aufgrund der restriktiven kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen zum Zweck kollektiver Selbsterhaltung nie erreicht werden kann.

Jeder Mensch hat seine eigene Definition von Glück, denn jeder empfindet Glück anders und bewertet es divergent.
Unzählige Ratgeber über und vom Glück sind auf dem Markt.
Weshalb also ein weiteres Buch über Glück? Müssen wir noch so ein Buch lesen?
Wir müssen nicht, aber wir können und vielleicht sollten wir es sogar.
Denn zweifelsohne hat sich Matthieu Ricard sehr tiefgründig mit der Materie beschäftigt.
Eines kann vorweg genommen werden. Wir haben es hier auf keinen Fall mit einem Buch zu tun, was nur aus leeren Worthülsen besteht.

Ricard versucht nicht eine allumfassende Definition des Wortes Glück zu finden, sondern er elaboriert, dass wahres Glück nicht auf ein paar angenehme oder intensive Empfindungen reduziert werden kann. Denn die von den meisten Menschen spontan genannten Glücksperzeptionen beziehen sich ausschließlich auf Erlebnisse, die frei von inneren Konflikten waren. Oder sie gingen als Reflexion von äußeren Umständen, als "unmittelbares Resultat bestimmter sinnlicher, ästhetischer oder intellektueller Reize" hervor.
Und dort muss - so Ricard - angesetzt werden. Denn wahres Glück ist ein innerer Zustand und hat nichts mit der (unterschiedlichen) Wahrnehmung der Wirklichkeit zu tun und ist auf keinen Fall die bloße Jagd nach angenehmen Gefühlen oder gar "die Befriedigung des unerschöpflichen Verlangens nach äußeren Dingen."

Das Glück außerhalb von uns zu suchen gleicht dem Warten auf Sonnenschein in einer nach Norden gelegenen Höhle. Tibetisches Sprichwort

Gerade die Menschen der westlichen Welt - zusätzlich verstärkt durch die unablässige Reizüberflutung durch die Medien - sind zu stark auf die Außenwelt fixiert. "Wir schwelgen in der Vergangenheit oder spekulieren endlos über die Zukunft" und vergessen dabei den gegenwärtigen Moment zu genießen.
Andere wiederum - und dazu zählt Ricard auch Schopenhauer und Freud - betrachten Glück nur als eine "Unterbrechung von Schmerz und Entbehrung", als "ein Moment trügerischer Ruhe inmitten eines Sturmes."
Dem widerspricht der Autor vehement. Vorrangiges Ziel sollte es sein, "Unglücksursachen zu erkennen und zu beseitigen". Dabei genügt intellektuelles Verstehen allein nicht. "Wir werden nicht dadurch gesund, dass wir das Rezept des Hausarztes lediglich neben unser Bett legen oder es auswendig lernen."

Ricard empfiehlt als äußerst wirkungsvolles "Instrument" eine seit Jahrhunderten erprobte, praktischen Methode des Buddhismus: die Meditation - ein "Sich-vertraut-Machen mit einer neuen Lebensweise, einer neuen Art, da zu sein."
Dabei ist dieses Buch auf keinen Fall als Meditationsratgeber anzusehen. Nur kleine Übungen zur behutsamen Einführung sind jeweils am Ende einiger Kapitel eingeschoben.
Für einen tiefgreifenderen Einstieg sollte man sich auf jeden Fall in professionelle Hände begeben. Aus der Fülle an Angeboten aller möglichen Meditationszentren das optimale herauszufiltern, sei dabei sicher nicht leicht.
Daher überlegt Ricard, diesem Buch eventuell ein weiteres - eine kleine Meditationsschule - folgen zu lassen. Wir dürfen gespannt sein.

Matthieu Ricard greift jedoch noch weitaus tiefer. Einen großen Teil seines Buches widmet er den Emotionen und deren zum Teil verstörenden, ja zerstörerischen Wirkungen, dem Leid und dessen Ursachen oder aber dem "Schleier" des Egos - der Ichbezogenheit.
Zu sehr sind wir auf die eigene Perspektive fixiert. Der Glaube an ein gefestigtes Selbst ist eines der hervorstechendsten Merkmale unserer Zivilisation, erkennt Ricard. So wird aber nur ein künstliches Selbstvertrauen aufgebaut, welches nur auf vordergründigen Attributen wie Macht, Erfolg, Schönheit, die Meinung der anderen etc. beruht. Aber gerade dieses Gefühl eigener Wichtigkeit ergibt eine vortreffliche Zielscheibe für Attacken jeder Art, sei es nun Eifersucht, Angst, Gier oder Ablehnung.

"Um glücklich zu werden, müssen wir lernen uns zu ändern." Luca und Francesco Cavalli-Sforza

Ricard versucht, den Zusammenhängen auf den Grund zu gehen, von denen maßgeblich abhängt, ob wir glücklich sind oder leiden. Er vermittelt inspirierende Einblicke in die Funktionsweise des Geistes und des Gehirns.
Dabei bedient er sich vieler führender Kognitionswissenschaftler wie Paul Ekman oder Richard Davidson und zieht Verbindungen zur Psychologie und deren jüngstem aber durchaus erfolgversprechendem Gebiet der Positiven Psychologie.
Ricard berichtet von neuesten Forschungsergebnissen und den daraus gewonnen Erkenntnissen.

Die Auffassung von Glück, die Matthieu Ricard in diesem Buch in großer Klarheit vor dem Leser ausbreitet, dürfte die Alltagsvorstellungen von Freude bei manchem nach dieser Lektüre ins Wanken bringen.

Ob für den Einzelnen in allem ein Gewinn liegen könnte, das weiß man vielleicht nach 384 flüssig und unterhaltsam zu lesenden, aber keineswegs oberflächlichen Seiten, spätestens jedoch, wenn man sich mit diesem Mann, der von den angelsächsischen Medien zum glücklichsten Menschen der Welt erkoren wurde, auseinandergesetzt hat.

Fazit:
Obwohl das Buch die Botschaft der weltlichen, wissenschaftlich verstandenen Variante des Buddhismus beinhaltet, ist "Glück" von Matthieu Ricard kein Buch für das 'Buddhismus'-Regal im Buchhandel, "sondern für das Herz und den Verstand eines jeden Menschen, der sich ein bisschen mehr Lebensfreude wünscht und zugleich möchte, dass in seinem Leben Weisheit und Mitgefühl den Ton angeben."


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Wunderbar

Das Buch ist herrlich geschrieben und wohl auch liebevoll übersetzt.
Für jeden Menschen, der lesen kann, eine riesengrosse und freudvolle Möglichkeit zur Weiterentwicklung.
"man muss kein Mönch sein, um glücklich zu sein".
Ausgesprochen empfehlenswert!



Wissenschaftlicher Kopf erklärt Wege zum Glück

Für mich ein hervorragendes Buch, denn der Autor versteht es, komplizierte Zusammenhänge zwischen Kopf und Glauben darzulegen. Allerdings ist das Niveau des Buches sehr hoch und nicht unbedingt für unbedarfte Einsteiger gedacht. Allerdings sind die Übungen im Buch hervorragend und eignen sich für jedermann, um dem "Glück" nachzuspüren.
Leser, die eine geistige Herausforderung genießen, finden hier unbedingt Stoff zum Nachdenken und Nachleben. Aber es heißt nicht umsonst "Wissenschaft" vom Glück....


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