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  Stasiland | Anna Funder
 
 
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Stasiland
Anna Funder

Europäische Verlagsanstalt, 2004 - 342 Seiten

Kundenbewertung:(11 Bewertungen)
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Was haben Australien und Ost-Berlin miteinander gemein? Ganz einfach: Wie in Australien haben die Menschen in Ost-Berlin irgendwie immer das Gefühl, "am Rande von etwas viel Wichtigerem" zu leben. So hat es Anna Funder einmal sehr treffend auf den Punkt gebracht. Und wer einmal im Osten der deutschen Hauptstadt einen Zug durch die Gemeinde unternommen und den Leuten in den Bierstuben zugehört hat, der weiß, dass nur wenige Kilometer vom neuen bundesdeutschen Regierungsviertel entfernt viele Menschen immer noch glauben, das eigentliche, das richtige Leben fände ganz woanders statt. Wie es aussieht? Keine Ahnung, jedenfalls anders als das eigene.

Leuten aufmerksam zuhören zu können und sich aus dem, was sie zu hören bekommt, ein sehr genaues Bild zu machen, gehört zu den vielen Stärken der australischen Juristin, Filmemacherin, Autorin und ehemaligen Studentin an der FU Berlin, die für die 2002 zuerst auf Englisch erschienene Stasiland-Reportage zu Recht bereits eine ganze Reihe namhafter Preise eingeheimst hat. Manche ihrer Gesprächspartner hat Funder per Zeitungsinserat in der Märkischen Allgemeinen gefunden: "Suche: ehemalige Stasi-Offiziere und Inoffizielle Mitarbeiter zwecks Interview." Daraus, was sie in diesen Interviews, in Gesprächen mit Freunden und einfach durchs Zu- und Hinschauen beim Leben in Berlin erfahren hat, hat sie ein unbedingt lesenswertes Buch gestrickt.

Was für ein Art Buch das nun ist (einfach ein Sachbuch oder besser vielleicht ein nonfiktionaler Roman?), ist dabei völlig nebensächlich. Jedenfalls aber ist es ein ungeheuer intelligent komponiertes Dokument der Zeitgeschichte, das zudem hervorragend geschrieben ist. Schön, dass es einen Verlag gefunden hat, der die Übertragung ins Deutsche auch einem guten Übersetzer (Harald Riemann) überantwortet hat. --Andreas Vierecke


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Großartig

Die Australierin Anna Funder kommt nach Berlin wenige Jahre nach der Wende und sucht Spuren der SED-Diktatur, insbesondere wie sich diese Diktatur im alltäglichen Leben der Menschen bemerkbar machte. Die Optik ist bewußt subjektiv und läßt Seite für Seite ein Mosaik der untergegangenen DDR entstehen. Aber Anna Funder möchte die Tatsachen sprechen lassen und hält sich mit Kommentaren sehr stark zurück. Höchstens schildert sie ihre Empfindungen während der Gespräche. Auf diese Weise ist ein Buch entstanden, das einem sehr nahe geht, aber gleichzeitig sehr faktenreich ist. Dank der unzähligen Details vermittelt der Text die bedrückende Stimmung des Stasilandes. Der Stil erinnert sehr an den polnischen Journalisten Ryszard Kapuscinski, der ebenso sehr detailliert beschrieb. Dadurch ist das Buch allerdings nicht unbedingt für Schnelleser geeignet.


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Gegen das Vergessen

Für mich ist dieses Buch eines der besten und mutigsten Bücher über die DDR-Vergangenheit.
Anna Funder beschreibt in einer Einzigartigkeit von den perfiden Methoden des Überwachungsstaates. Die authentischen Beschreibungen, belegt durch persönliche Schicksale, Quellen und Zitate machen dieses Buch zu einem Bestseller, der über die übliche Schwarz-Weiss-Malerei hinaus geht.

Bezeichnend für mich bleibt die Tatsache, dass Anna Funder
jahrelang keinen Verleger in Deutschland fand und das Buch zuerst in Australien erschien und dort für Aufsehen sorgte.

Ein Meisterwerk, besonders empfehlenswert!


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Kein Buch für Ostalgiker und kein Buch für Besser-Wessis

Dieses Buch hat mir meine Ex-Freundin (selbst aus Ostdeutschland und "Republik-Flüchtling") im englischen Original geschenkt. Aus ihren Worten entnehme ich, dass sie ihre eigene Geschichte an vielen Stellen wieder erlebt hat. Offensichtlich hatte die Arbeit der Stasi also System - ein System, das in diesem Buch sehr gut beschrieben ist.

Umgekehrt habe ich bei der Lektüre viele Zitate on Arbeitskollegen und Bekannten aus Neufünfland wieder entdeckt - von Menschen, die ihre eigene Arbeit als IM rechtfertigten, von Menschen, die den Stasi-Terror im Nachhinein relativierten und von Menschen, die heute, mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, ihre Würde verloren zu haben glauben.

Und ich komme zu der Einschätzung: Dieses Buch ist hilfreich für Menschen aus Ost und West und von sonstwoher, die das System der totalen Staatsüberwachung a la DDR nachvollziehen wollen. Für Menschen, die nur ihre Vorurteile bestätigt wissen wollen, ist es eher nicht.


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Ein beeindruckender Augenöffner

Ich habe mir dieses Buch passenderweise in der Gedenkstätte Hohenschönhausen gekaufen und förmlich verschlungen. Die Schicksale in ihrer Verschiedenheit und den doch ähnlichen Strukturen der Willkür, mit denen die Stasi bis ins Innerste des privaten Lebens vordrang, haben mich tief beeindruckt. Ein großes Lob der australischen Autorin, die ihren Interviewpartnern menschlich nahekommt und bisweilen tief betroffen ist. Sie gibt den Opfern eine Stimme und auch den Tätern. Ein großes Buch!


reviews: page 1, 2, 3



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