Simone Young: Die Dirigentin. Ein Portrait | Ralf Pleger
Bücher:
simone young: die di...
Simone Young: Die Dirigentin. Ein Portrait
Ralf Pleger
Europäische Verlagsanstalt (eva)
, 2006 - 284 Seiten
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Gelungenes Portrait einer aufregenden Musikerin
Das Leben von
Simone
Young
, der ersten
Dirigentin
von Weltrang, wird von
Ralf Pleger von ihren ersten musikalischen Schritten bis zu ihrer
jetztigen Position als Intendantin und Generalmusikdirektorin an der
Hamburgischen Staatsoper detailliert und kenntnisreich verfolgt. Wir
erfahren von ihrem Werdegang als Korrepititorin bei Dirigenten wie James
Conlon und vor allem Daniel Barenboim, der zu ihrem großen Förderer wird,
lesen von ihren ersten Dirigaten in Köln und Berlin, verfolgen ihre
Karriere weiter in alle europäischen Hauptstädte bis nach Wien, wo sie als
eine der ersten Frauen am Pult der Wiener Philharmoniker steht. Der
chronologische Bericht wird immer wieder unterbrochen von Interviews mit
Weggefährten und der Künstlerin selbst, die spannende Einblicke in die
Kunst des Dirgierens, gelegentlich aber auch (nicht zu häufig!), kleine
Anekdoten (über fliegende Taktstöcke z.B.) zum Besten geben. Es entsteht
ein stets gut zu lesendes
Portrait
, das nicht nur Auskunft über eine
aufregende Musikerin und große Dirigentin,sondern auch über einen Menschen
gibt, der sich mit Wissen, Können und Charme bei Musikern und im
Kulturbetrieb durchzusetzen versteht, über eine Frau, die ihren Kontinente
überspringenden Beruf mit der Mutterrolle zu vereinigen weiß.
Ein Muss für alle Musikinteressierte.
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Porträt einer interessanten Frau und Dirigentin
Ich habe
Simone
Young
vor einiger Zeit als "
Dirigentin
im Blumenmantel" in der Lindenoper in Berlin bei "Così fan tutte" erlebt und war sehr begeistert. Als ich mitbekam, dass ein Porträt über sie erschienen ist, war ich neugierig, hatte aber keine besonderen Erwartungen. Umso überraschter war ich dann bei der Lektüre. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Spannendes und Wissenswertes über diese Künstlerin und ihren Beruf zu erzählen gibt. Ich habe das Buch mit zunehmender Begeisterung gelesen und halte es für ein sehr gelungenes, erfrischend und anschaulich erzähltes Künstlerporträt, das zudem erfreulicherweise ohne die in diesem Genre üblichen Glorifizierungen auskommt. Gespannt verfolgt man die Abenteuer, die Simone Young in Australien und Europa zu bestehen hatte, bevor sie als eine der ersten Frauen im Dirigentenberuf Weltkarriere machte. Faszinierend, welche Energie Simone Young ausstrahlt! Unglaublich, wie sie zum Beispiel hochschwanger Wagner-Opern dirigiert hat oder mit Kleinkind im Arm um den Globus gejettet ist. Bemerkenswert fand ich, wie offen auch Tiefpunkte und Probleme in ihrer Karriere angesprochen werden. Die Beschreibungen der Lebensumstände sind trotzdem stilvoll und oft amüsant. Immer wieder fließen Gespräche und Interviews in den Text ein. Diese Mischung ist sehr kurzweilig und macht die Lektüre auch für Nicht-Kenner der Klassischen Musikszene zum Vergnügen.
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