Störtebeker & Co. Die Blütezeit der Seeräuber in Nord- und Ostsee | Dieter Zimmerling
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Störtebeker & Co. Die Blütezeit der Seeräuber in Nord- und Ostsee
Dieter Zimmerling
Die Hanse in der Europäischen Verlagsanstalt
, 2005 - 338 Seiten
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Ein spannend zu lesendes Sachbuch
Ein Sachbuch, das sehr detailliert auf die Ereignisse im 14. Jh. auf der
Nord
- und
Ostsee
eingeht und deswegen nicht weniger spannend ist. Während meines Skandinavien- Urlaubs war es mir eine interessante Reiselektüre entlang der Ostküste Schwedens, brauchte ich so nicht mühsam die schwedischen und englischen Erklärungen in den Burgen verfolgen. Auch Stockholm gegenüber gewinnt man eine andere Sichtweise. Da die schwedische
Blütezeit
der Großmacht im 14. noch nicht vorhanden war, erfährt man über diesen Teil der Geschichte auf den ersten Blick nämlich vor Ort nicht so viel.
Störtebeker
, als Zugpferd im Titel genannt, spielt in diesem Buch, ebenso wie in der Geschichte, nicht die Hauptrolle. Irritierend für jeden Leser, der nicht allgemein über die Vitalienbrüder sondern hauptsächlich von Störtebeker lesen wollte.
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Faktenreich und spannend
Anders als es der Titel suggeriert, widmet sich Dieter Zimmerling nicht in erster Linie dem Leben und Wirken des bekanntesten deutschen Piraten. Faktenreich und spannend beschreibt der Autor vielmehr die politischen und kriegerischen Wirren, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts zum Entstehen der Vitalienbrüder im
Ostsee
raum führte. Von den jeweiligen kriegführenden Mächten, insbesondere durch Mecklenburg, als eine Art Söldnertruppe benutzt, erlangten die Freibeuter um 1395 eine Vormachtstellung, die in der Errichtung eines
Seeräuber
staates auf der Insel Gotland gipfelte. Durch die Hanse und den Deutschen Orden bald darauf aus der Ostsee vertrieben, flohen die Vitalienbrüder in die
Nord
see, um hier mit verschiedenen ostfriesischen Grafen zu paktieren. Um 1435 war der Spuk vorbei, als die letzten Vitalienbrüder in Hamburg enthauptet wurden.
Klaus
Störtebeker
war nur einer von vielen und wurde wohl erstmals als Seeräuber aktenkundig, als er ab etwa 1398 zusammen mit dem seinerzeit berühmteren Godeke Michels Nordsee, Weser- und Jademündung unsicher machte. Bekannt wurde er in erster Linie durch seine spektakuläre Hinrichtung im Jahr 1401, nachdem sein Schiff durch die Hanse vor Helgoland aufgebracht wurde: Erstmals wurden in Hamburg nämlich mehr als 70 Vitalienbrüder auf einmal geköpft. Danach setzte die Legendenbildung ein.
Ein Nachteil: Dieter Zimmerling zitiert häufig Originalpassagen aus nieder-/ mittelhochdeutschen Quellen: Leider liefert er hier keine Übersetzungen, so dass die Texte für den "Sprachunkundigen" ziemlich unverständlich bleiben.
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