Wer sich in Sachen Israel/Naher Osten auf spannende Weise bilden will und Interesse an historischen Zusammenhängen hat, der wird das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Einziges Manko: Manche Szenen sind unnötig blutrünstig beschrieben.
Dennoch respektiere ich den sicherlich großen Aufwand, den Michener getrieben hat, um sich zu informieren; und wenn das Buch Verständnis für historische Entwicklungen fördert, dann hat es sehr viel erreicht.
Die Schwierigkeit zwischen Wissenschaft und bekömmlicher Literatur zu vermitteln, und damit zusammenhängender Rezeption ist die Schere, die sich hier weit öffnet.
Obwohl (oder gerade weil) ich aus männlicher Perspektive schreibe, muß ich erwähnen, daß Michener eine furchterregende Meinung von Frauen haben muß, nie habe ich eine so schlecht gezeichnete weibliche Figure kennengelernt.
Dennoch eine Leseempfehlung, zumindest für Menschen, die Israel und/oder Judentum wenig kennen, oder vielleicht sogar Vorurteile besitzen (leider werden es die kaum lesen).
Der Roman gibt in verständlicher Weise einen historischen Überblick und kann jedem, der am Thema Israel und Geschichte von Judentum, Christentum und Islam interessiert ist, empfohlenwerden. Auch als Lektüre für den Urlauber vor Ort in Galiläa ist es gut geeignet.