Zu Recht. Das Buch kam genau zur richtigen Zeit. Gerade war unser Freund H. gestorben und für uns Hinterbliebene das Leben aus der Angel gehoben. Und in genau dieser Lücke bewegt sich das Gedankengut dieses Buches. Elisabeth Kübler-Ross (EKR) und David Kessler (DK) teilen mit uns die Fülle ihrer Erfahrungen und Begegnungen mit Sterbenden, Kranken, Hinterbliebenen = Lebenden und veranschaulichen in vierzehn Lektionen von A wie Angst über L wie Liebe bis Z wie Zorn das Zusammengehörigkeitsgefühl von Leben und Tod.
Unsere letzten gemeinsamen Wochen mit H. waren bodenlos und haben uns gleichzeitig sehr zart gemacht. Nichts war mehr in unserer Hand. Das Kapitel 'Anheimgeben' hat mich zuversichtlich gestimmt und entspannen lassen ('Viele von uns plagen sich mit der Illusion, dass Kontrolle immer etwas Gutes sei, dass es gefährlich wäre, wenn man die Dinge dem Universum überlassen würde'). Jede Situation im Leben und im Tod kann uns Lehrer sein. Davon erzählen EKR und DK auch aus persönlicher Erfahrung. Daß es keinen Unterschied gibt zwischen den Autoren und den Fallbeispielen, macht dieses Buch einmal mehr menschlich.