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  Das Luxemburg-Komplott | Christian von Ditfurth
 
 
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Das Luxemburg-Komplott
Christian von Ditfurth

Droemer/Knaur, 2008 - 379 Seiten

Kundenbewertung:(4 Bewertungen)
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Ein Ex-Kommunist auf antikommunistischem Kreuzzug

C. v. Dithfurt ist auf jeden Fall ein interessantes Buch gelungen. Wie oft stellt sich der historisch interessierte Mensch die "was wäre wenn"-Frage. Mit seinen "history fiction"-Romanen versucht Herr Dithfurt Antworten zu geben und gleichzeitig zu unterhalten. Was wäre, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten, die Wiederverinigung andersherum gelaufen wäre, die Spartakisten die Revolution zum Sieg geführt hätten?

Zugegeben: Wenn man sich für Geschichte interessiert und einem die handelnden Personen nicht völlig fremd sind, dann ist das Buch spannend zu lesen. Ich selbst habe es in zwei Tagen verschlungen.

Allerdings: Ein alternativ-historischer Roman dieser Art ist eben nicht nur Unterhaltung. Es stellt sich auch immer die Frage nach der Aussage. Und die ist in diesem Fall überdeutlich:
Der Ex-Kommunist Dithfurt bemüht die historische Person Luxemburg als Beleg dafür, dass Sozialismus nicht funktioniert und zwangsweise entweder zu Terror oder zu Anarchie führt, also in jedem Fall scheitern muss.

Das Buch ist zutiefst antikommunistisch. Es belegt vermeintlich die bürgerlich-sozialdemokratisch-idealistische Position, der Kommunismus wäre zwar ganz nett, aber eben reine Theorie, mit den Menschen im hier und jetzt nicht machbar.

Nach einer spannenden und unterhaltsamen Lektüre bleibt am Ende ein fader Beigeschmack. Dithfurt ist ein Demagoge. Er missbraucht dabei die Marxistin Luxemburg als Kronzeugin. Das ist arm, aber durchaus geschickt. Der Bürgerliche fühlt sich in seinen von Unkenntnis genährten Ressentiments bestätigt - vermeintlich durch die Sachkenntnis eines Historikers untermauert.

Nur: Das Buch ist ein Roman, nicht mehr und nicht weniger, ein Produkt der Phantasie eines Literaten, nicht die wissenschaftliche Arbeit eines Historikers. Wir wissen eben nicht, was passiert wäre, wenn Spartakus die proletarische Revolution zum Sieg geführt hätte.

Nebenbei: Verschwörungstheorien sind immer spannend, aber zielführend sind sie selten. In der Regel kommt gefährlicher Unsinn dabei raus, wie nicht zuletzt die Ergüsse pseudolinker und sonstiger Spinner zum Thema nine-eleven zeigten.

Fazit: Lesen, verstehen, vergessen. Als Unterhaltung ok, wer darüber hinaus etwas lernen will, der wird aufs Glatteis geführt.


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Politkrimi mit History-Thrill

März 1919. Lenin macht blutige Revolution in Russland, Rosa Luxemburg versucht in Berlin das Gleiche - ohne Blut und Terror. Totzdem wird sie ermordet. In wessen Auftrag? Der Historiker und Politkrimi-Autor Christian von Ditfurth gibt auf diese Frage eine ganz neue Antwort und schildert dabei sehr intelligent und sehr eindringlich, wie weit Revolutionäre Rücksicht auf "die Freiheit der Andersdenkenden" (Rosa Luxemburgs berühmtester Ausspruch) nehmen können oder dürfen. Ist blutiger Terror notwendig, um von der Revolution zu einer stabilen Regierung zu kommen oder geht das auch über demokratische Mehrheitsentscheidungen? "Das Luxemburg-Komplott" lässt die historischen Kommunisten auferstehen, die nach dem ersten Weltkrieg in Russland und Deutschland um eine Antwort und den Sieg rangen, aber: Auch wegen der ausführlich geschilderten Debatten ist der Krimi spannend für alle, die sich für Politik interessieren. Wer's nicht tut, kann stattdessen den elegant-knappen, männlich-nüchternen Stil genießen, über perfekt aufgebauten Thrill staunen und über den total überraschenden, einleuchtenden und bösen Schluss.


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Historischer Polit-Thriller vom Feinsten

Rosa Luxemburg entkommt ihren Häschern vom Freikorps, führt die Revolution in Deutschland zum Sieg und wird
Mitglied der provisorischen Regierung aus Sozialisten und Kommunisten, in der bald Richtungskämpfe aufflammen. Das Land schwankt zwischen Terror und Anarchie, der "große Bruder" Lenin sucht die Dinge in seinem Sinne zu lenken, und auch die Konterrevolution formiert sich.
Aus dieser Grundkonstellation entwickelt der Historiker und Autor Christian von Ditfurth ein fulminates Wechselspiel zwischen historischen Fakten und Fiktion, das den Leser durch sein rasantes Tempo und seine durchaus plausiblen, aber völlig unerwarteten Wendungen bis zur letzten Seite fesselt.
Ein Buch, über das man nicht lange schreiben, sondern das man möglichst bald lesen sollte!


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Brillant, wirklich brillant

Gerade gekauft, über Nacht und Tag gelesen: ein irres Buch. Es ist erst einmal ein extrem spannender und perfekt komponierter Thriller mit einem Schluss, der sich gewaschen hat. Ein außergewöhnlicher literarischer Held: Sebastian Zacharias, der in russischer Kriegsgefangenschaft zum Bolschewiken wird und dann auch zum Mitarbeiter der russischen Geheimpolizei Tscheka. Er wird unvermeidlich in deren Verbrechen verstrickt, bei der Bekämpfung der Konterrevolution oder dem, was die Bolschewiki dafür halten, und bei der gewaltsamen Beschaffung von Nahrungsmitteln für die hungernden Städte.
Schon im russischen Kriegsgefangenenlager hatte Zacharias Ernst Reuter kennen gelernt - ja, den späteren Regierenden Bürgermeister von Westberlin. Der wurde 1918 Volkskommissar des deutschen Wolgagebiets, ging dann nach Berlin als Leiter der Berliner KPD-Organisation und war ein bedeutender Vertreter des ultralinken Flügels der Kommunisten.
Lenin und Feliks Dserschinski, Leiter der Tscheka und Ex-Genosse Rosa Luxemburgs, schicken bald auch Zacharias nach Berlin. Sein Auftrag: Über Rosa Luxemburg wachen, auch in dem Sinn, nach Moskau zu berichten, was sie vorhat.
Bald entdeckt Moskau, dass Luxemburg unter Revolution und Sozialismus etwas anderes versteht als Diktatur und Zentralismus. Als mehr durch einen Zufall die Revolution in Berlin ausbricht im März 1919, da wird schnell klar, dass die Dinge in Deutschland anders laufen als in Russland. Während sich die Bolschewiki bemühen, das selbst verursachte Chaos mit Terror zu ersticken, besteht Luxemburg darauf, die Arbeiter zu überzeugen und an der Macht teilhaben zu lassen. Reuter ist der Kopf der "Leninfraktion" in der deutschen KP, auch Zacharias erhält von Moskauer Boten, wie dem superfinsteren Bronski, den Auftrag, Luxemburg auszuschalten. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod. Mehr wird nicht verraten.
Das Buch ist aber nicht nur ein Thriller, sondern der Leser erfährt ungemein viel über die Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten des Jahres 1919, in dem in Deutschland die Weichen gestellt wurden in Richtung 1933 und 1939, dem Machtantritt der Nazis und der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs. Ich finde das Buch noch intensiver als die ausgezeichneten Ditfurth'schen Vorgänger "Der 21. Juli" und der "Consul".


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