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  Süden und der Straßenbahntrinker | Friedrich Ani
 
 
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Süden und der Straßenbahntrinker
Friedrich Ani

Droemer Knaur, 2002 - 206 Seiten

Kundenbewertung:(5 Bewertungen)
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Krimis mit Lokalkolorit sind bei großen Teilen der deutschen Leserschaft überaus gefragt. Auch Friedrich Ani setzt mit seinen Kriminalromanen um den Münchner Hauptkommissar Tabor Süden auf diesen Trend und feiert damit erstaunliche Erfolge bei den Lesern und Kritikern. Der erste Band der Tabor-Süden-Reihe Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels erzielte den zweiten Platz bei der Vergabe des Deutschen Krimi Preises 2002. Nun liegt bereits die Fortsetzung in den Buchregalen und auch sie hat das Zeug, zu einem Renner zu werden.

"Ich arbeite auf der Vermisstenstelle der Kripo und kann meinen eigenen Vater nicht finden." Diese etwas kurios wirkende Auskunft gibt der eigentümliche Kommissar auf die Frage nach seinem Beruf. Bei seinem neuesten Fall muss Süden allerdings nicht lange nach einem Vermissten suchen, denn der meldet sich sogar selbst bei der Polizei. Merkwürdig ist allerdings, dass Jeremias Holzapfel nie als vermisst gemeldet wurde. Er besteht aber vehement darauf, nach vier Jahren wieder aus der Versenkung zurückgekehrt zu sein. Süden, der eigentlich Urlaub hat, um seine Überstunden abzubauen, nimmt sich widerwillig des seltsamen und offensichtlich verwirrten Mannes an. Seine Ermittlungen führen ihn kreuz und quer durch die bayerische Landeshauptstadt und bringen Stück für Stück eine tragische und schmerzvolle Geschichte zu Tage.

Friedrich Ani erzählt eine sensible und aufwühlende Geschichte. Er verstrickt seinen wortkargen Helden -- der erfreulicherweise nicht dem gängigen Klischee eines Polizisten entspricht -- in eine rätselhafte Story, die bis zum Schluss offen lässt, was es mit dem Verschwinden und Wiederauftauchen des nicht vermissten Vermissten auf sich hat. Ein brillant gestrickter und unbedingt empfehlenswerter Krimi aus der Feder eines souveränen und gefühlvollen Erzählkünstlers. --Christoph Reudenbach


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Irgendwie völlig anders ...

Ein interessanter Typ ist er schon, Hauptkommissar Tabor Süden vom Dezernat 11. Schrullig, zielstrebig, einfühlsam, versoffen. Ani baut mit diesem so gar nicht ins Klischee passenden Helden eine Figur auf, mit dem eine Identifikation wegen seiner skurrilen Ungewöhnlichkeit zwar nur sehr schwer möglich ist, der jedoch zu faszinieren weiß und der Neugier und Lust auf mehr macht. Es fällt schwer, die Story nachzuerzählen, weil eigentlich gar nicht viel spektakuläre Handlung da ist, aber trotzdem wird man beim Lesen von einer mireißenden Spannung gefangen genommen. Das Buch liest sich flüssig, die Schilderung der Charaktere ist ausgezeichnet, die Sprache ist pointiert aber unspektakulär. Eine positive Abwechslung im Krimigenre, absolut zu empfehlen.


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Tabor Süden, die zweite oder: Wer vermisst die Vermissten?

Ganz langsam kommt dieser Roman des ganz zurecht mit dem Deutschen Krimipreis 2002 ausgezeichneten Autors Friedrich Ani in Gang: Eigentlich macht Kommissar Tabor Süden vom Vermisstendezernat gerade Urlaub, aber wir wissen ja alle: Wann hat ein Krimiheld schon wirklich Urlaub? Süden aber macht keine Kreuzfahrt wie Hercule Poirot oder Urlaub in den moorigen Highlands wie Sherlock Holmes, er bleibt einfach zu Hause. Doch da schiebt sich ein gewisser Jeremias Holzapfel in Südens Blickfeld, ein entlassener und vier Jahre untergetauchter, früher einmal sehr beliebter, Radiosprecher. Er taucht mit einem Satz auf, den man im Vermisstendezernat selten hört: "Ich bin wieder da!" Das Merkwürdige daran: Er war gar nicht vermisst...
Also taucht Süden in Holzapfels Geschichte ein und klärt langsam diverse kleine Geheimnisse um falsche Türschilder und einen mysteriösen Überfall. Neben dem in immer rasanterem Erzählfluss der Aufklärung entgegensehenden Geschichte gibt es mehrere klar, knapp und interessant geschriebene Ruhepunkte rund um laubige Laubfrösche und den wichtigsten Fall in Südens kriminalistischem Portfolio: seinen eigenen ebenfalls vermissten Vater.
Endlich ein deutschsprachiger Krimi, der sprachlich und durch Spannung überzeugen kann. Ani wird von manchen Kritikern mit Mankell verglichen, ich aber kann nur sagen: Ani schreibt in einer eigenen Klasse.


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Krimi ohne Mord

Also die zwei Leser, die nur einen Stern gegeben haben, verstehe ich nicht. Es handelt sich bei diesen Büchern eben nicht um monumentale Thriller, sondern um kleine unspektaktuläre Geschichten aus dem Alltag der Stadt München, die in der Vermisstenstelle des Dezernat 11 in der Bayerstraße gelöst werden. Das Ganze ist sehr knackig und mit viel Ironie erzählt, besonders schön natürlich zu lesen, wenn man München mag oder selbst Münchner ist und die Plätze wiedererkennt, den Straßenbahnfahrten wie in diesem Buch folgen kann. Wie auch im ersten Buch wird gar niemand vermisst, hier meldet sich jemand als "wieder da", obwohl überhaupt nie vermisst, ein geistig verwirrter Mann offensichtlich, dessen Geschichte Süden auflöst inklusive Aufihupferl des einzelgängerischen Kommissars Süden mit einer Zeugin, nach dem Beischlaf zieht er sich wieder an, während er sie zu dem Fall befragt, zieht sich nach dem Gespräch über den Fall aber wieder aus. Ist doch nett! Ich lese gleich den nächsten Süden-Roman, freue mich schon drauf. Diese Bücher lesen sich zwischendurch mal schnell als Entspannung, sie sind ja nur 200 Seiten lang.


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