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  Vergeltung | Garry Disher
 
 
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Vergeltung
Garry Disher

Droemer/Knaur, 2007 - 304 Seiten

Kundenbewertung:(2 Bewertungen)
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Aus der Sicht des Gangsters

Der Autor schildert das Geschehen aus der Sicht des Gangsters. Das ist interessant und fesselnd.
Denn, der Halunke ist irgendwie auch sympathisch.
Für mich angenehm ist auch der Schreibstil. Gerade ohne Schlenker. Gut lesbar, auch mal so für zwischendurch.
Bestimmt keine große Literatur - aber am Ende deshalb ungemein unterhaltend, weil schnell, hart, kompromisslos.
Ein prima Krimi sage ich. Und wer den Autoren nicht kennt, sollte das schnell ändern und den Roman bestellen.


Ein hammerhartes Highlight

Mit dem Kleingangster Wyatt hat der Autor eine Figur geschaffen, die aus der Kriminalliteratur einfach nicht mehr wegzudenken ist. Der Leser erlebt die Welt aus der Sicht dieses Protagonisten, einer Welt, in der für den Normalsterblichen eigentlich alles verdreht und letztlich doch nachvollziehbar normal erscheint. Denn letztlich ist es unsere heutige Welt, die wir erkennen und die einem großen Haifischbecken gleicht.

Auch in diesem Roman zieht der Autor den Leser ganz schnell in den Plot und auf die Seite von Wyatt, lässt ihn nicht mehr los, bis die Story mit dem abschließenden Punkt erzählt ist.
Hätte Wyatt gewusst, welchen Ärger ihm diese Tiffany-Brosche bereitet, er hätte sie liegen lassen. Doch er nahm sie mit, und diese Zufallsbeute ist die Ursache, dass ein jede solide Planung zunichte machendes Chaos ausbricht. Wyatts Welt wird durcheinanderwirbelt in einer Weise, in der er bald nur noch ahnen kann, auf wen er sich verlassen darf oder nicht.
Der scheue Berufsverbrecher, der allerdings auch von Waffen Gebrauch macht wenn es denn die Situation erfordert, muss aus seiner Deckung treten, fernab seines Reviers. Auf einem malerischen Anwesen der tropischen Südseeinsel Port Vila treffen unvermutet alle aufeinander. In einem grandiosen Show Down werden unumkehrbare Fakten geschaffen. Und wie geht es weiter? Das Ende macht hungrig auf Fortsetzung.

Wie in allen seinen Romanen verzichtet der Autor auf überflüssiges Füllsel, seitenfüllenden Krampf und die ach so spannende Beschreibung des Farbtons eines Teelichts, der linken Socke einer Passantin und ähnlichen Murks. Dafür bleibt der Plot straff, spannend, faszinierend von Anfang bis Ende. Er hebt sich somit beispielhaft ab von den Machwerken amerikanischer Fast-Food-Schreiber, die meinen, dass ein Krimi mindestens sechs- bis siebenhundert Seiten haben müsse, auch wenn ihr Plot nur für fünfzig ausreicht. Er hebt sich ab von Autoren, deren Stories austauschbar sind und an denen europäische Großverlage vielleicht gerade deshalb einen Narren gefressen haben. Wahrscheinlich weil sie der Vermutung folgen, ihre Leserschaft sei an Fast-Food mittlerweile gewöhnt.

Garry Disher ist längst mehr als NUR einer der erfolgreichsten Autoren Australiens. Er ist für mich ein Hero der internationalen Kriminalliteratur.
Eine ganz ganz dicke Leseempfehlung. HMcM



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