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  A Long Way Down | Nick Hornby
 
 
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a long way down

A Long Way Down
Nick Hornby

Droemer/Knaur, 2006 - 400 Seiten

Kundenbewertung:(153 Bewertungen)
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Vier Menschen, vier Lebenswege, die ganz tief hinab führten. Am bitteren Ende -- und hier setzt der Roman ein -- geht es allerdings noch einmal hoch hinauf. Auf dem Dach eines Londoner Hochhauses treffen in der Silvesternacht vier Gestalten zufällig aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Was sie eint, ist der Wunsch, durch einen Sprung in die Tiefe ihrem Leben ein Ende zu setzen. Da jedoch keiner willens ist, den intimen Finalsatz unter den Augen Fremder zu vollziehen, wird der Versuch fürs erste abgebrochen. Unversehens bildet sich auf dem Dach eine skurrile Selbsterfahrungsgruppe -- und wir sind im Hornby-Land angekommen. Lesen Sie einen Textauszug.

Erzähler sind die Sprungkandidaten selbst. Martin, der populäre Frühstücksfernsehmoderator, dessen Ausflug ins Bett einer 15-Jährigen dazu führte, dass die Scheinwerfer für ihn endgültig ausgingen. Die altjüngferliche Katholikin Maureen, die beim einzigen ?Fehltritt? ihres Lebens ein Kind zur Welt brachte, dass seitdem im Wachkoma dämmert. Die rotzfreche Jess, für die der Selbstmord wegen eines Kerls einfach nur ein geiler Abgang zu sein scheint. Schließlich JJ, der Rockmusiker mit Karriereknick (in dem sich Hornby neben Maureen und ihrem kranken Kind, ein Schicksal, das der Autor teilt, wohl am deutlichsten verkörperte). Dieses Unglücksquartett dient Hornby als menschliche Jongliermasse, ein wahres Satirefeuerwerk über die letzten Fragen um Leben und (Frei)tod abzufackeln.

Der Autor zaubert alles aus dem Hut, was wir an ihm lieben: Dylan-Verse, Weisheiten von Oscar Wilde, Pop-Zitate und bitterlustiges Lifestyle-Gemäkel. Kritiker sahen darin die Crux des Romans. Der Suizid dürfe nicht Gegenstand ironischer Betrachtung werden. Tiefe Seelenqualen auszuloten, sei Hornbys Sache nicht. ?Eine leichte, amüsante Lektüre, aber kaum geeignet, Licht auf das wirkliche Leid von Menschen zu werfen?, merkte ein britischer Amazon-Leser an. Hornby konterte, ein depressives Buch über Depressionen hätte wohl niemanden sonderlich angemacht. Richtig so! Kein psychiatrisches Gutachten in Romanform, kein Lebensratgeber für verdüsterte Gemüter -- und trotzdem verdammt lebensklug. Hornby besitzt eindeutig die bessere Medizin. -?Ravi Unger


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Komödie über Möchtegernselbstmörder

Vier völlig unterschiedliche Menschen haben zur gleichen Zeit die gleiche Idee: sie möchten von einem Hochhaus herunter springen. Dumm nur, dass es ausgerechnet Sylvester ist, ein Tag an dem sich der Gedanke, sein Leben entweder zu ändern oder aber es gleich zu beenden, irgendwie anbietet. Noch dümmer, dass sich die vier Selbstmordkandidaten ausgerechnet das Hochhaus aussuchen, das als beliebter Ort, um sich durch einen Sprung auf den Asphalt zu töten, in der ganzen Stadt bekannt ist. So ist es kein Wunder, dass sie dort auf dem Dach zusammentreffen und sich gegenseitig in der Ausübung ihres Vorhabens behindern. Selbstmord ist doch eher eine Sache, die man mit sich alleine ausficht ohne Zuschauer und Beobachter. Dennoch dauert es eine ganze Weile, bis sich die Kandidaten dazu entschließen, erst mal den ¿long way down¿ über die Treppe nach unten zu gehen, anstatt den short way. Es ist das total durchgeknallte Mädchen Jess, das die andern dazu bewegt, ihr bei der Suche nach ihrem Freund zu helfen. Man einigt sich darauf, den Selbstmord zu verschieben und sich nach einem verabredeten Zeitpunkt wieder auf dem Dach zu treffen. Das hört sich ja alles nach einer sehr traurigen Geschichte an und ¿A long way down¿ ist auch irgendwie ganz schön traurig. Aber Hornby wäre nicht Hornby, wenn es nicht immer wieder auch sehr komische Elemente darin gäbe. Ich musste beim Lesen immer wieder lachen, denn seine ironische Schreibweise, seine witzigen Seitenhiebe, seine kleinen Absurditäten durchbrechen die Ernsthaftigkeit des Themas. Immer wenn die Geschichte droht zu sehr ins Rührselige abzugleiten (oh ja, das tut sie manchmal durchaus) unterbricht Hornby, stellt das selbst in Frage, amüsiert sich über seine Gefühlsduselei und macht dann aber doch wieder genau da weiter. So gelingt ihm eine rasante Gratwanderung zwischen philosophisch angehauchtem moralischem Roman und einer witzigen leichten Komödie.


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Eine Ode auf das Leben

Die ersten Sätze:
"Ob ich erklären kann, warum ich von einem Hochhaus springen wollte? Selbstverständlich kann ich erklären, warum ich von einem Hochhaus springen wollte. Ich bin ja kein Vollidiot. Ich kann es erklären, weil es nicht unerklärlich ist: Es war eine logische Entscheidung, das Ergebnis reiflichen Nachdenkens. Wenn auch wieder nicht allzu ernsthaften Nachdenkens."

Die letzten Worte:
"...aber das musste es wohl, denke ich."

Inhalt:
Dass das Dach von Topper's House beliebt bei Selbstmördern ist, ist allgemein bekannt. Aber dass ausgerechnet in der Silvesternacht gleich vier Menschen auf die Idee kommen, sich umzubringen, ist nun doch ein seltsamer Zufall. Oder doch mehr als bloß ein Zufall? Unterschiedlicher hätten die vier nicht sein können: Maureen, deren Alltag sich einzig und allein um ihren behinderten Sohn Matty dreht und die sich die ganze Zeit fragt, was sie denn falsch gemacht hat, dass Gott sie mit so einer schweren Bürde belegt. Martin, Fernsehmoderator einer Vormittagstalkshow, der in den letzten Wochen von der Boulevardpresse zerissen wurde, weil er mit einer 15jährigen geschlafen hat, Ex-Frau Cindy und Noch-Freundin Penny bringen auch nur Ärger und Probleme. Der Amerikaner JJ, einst begeisterter Musiker und nach der Auflösung seiner Band zum lustlosen Pizzaboten verkommen, kann die Trennung von Band und Freundin Lizzie nur schwer verkraften. Und dann ist da noch die pubertierende Göre Jess, die mit Kraftausdrücken nicht spart und ihren Mitmenschen sehr direkt sagt, was sie von ihnen hält. Die vier kommen ins Gespräch und beschließen schließlich, ihren gemeinsamen Selbstmord zu verschieben und in der verbleibenden Zeit zu überlegen, was noch für und was bereits gegen eine lebenswerte Existenz spricht. Und schon bald merkt jeder auf seine eigene Weise, wie er den anderen drei helfen kann.

Reingelesen:

- [...] man kann sich über jeden lustig machen, der unglücklich ist, man muss nur grausam genug sein. (S.55)

- Noch vor dem Bad habe ich mich auf den Teppichboden übergeben. Na ja, ich sage "Teppichboden", aber eigentlich übergab ich mich da, wo ein Teppichboden hätte sein müssen, doch er besaß keinen. Was ganz gut war, denn so war es nachher viel einfacher, sauber zu machen. Ich habe viele dieser Sendungen gesehen, in denen sie einem das Haus neu einrichten, und nie verstanden, wieso sie einem immer einreden, die Teppiche wegzuschmeißen, sogar gute, die noch einen schönen dicken Flor haben. Aber jetzt frage ich mich, ob sie zuerst einmal eruieren, ob die Leute, die in dem Haus wohnen, sich häufig übergeben oder nicht. Ich habe festgestellt, dass viele jüngere Leute blanke Fußböden haben, und natürlich übergeben die sich öfter, bei dem vielen Bier und sonstwas, das sie trinken. Und bei den Drogen, die sie heute nehmen, wohl auch, vermute ich. (Muss man sich von Drogen übergeben? Ich würde sagen, ja, oder?) (S. 117 f.)

- Also wie kommen Leute bloß ohne Schimpfworte aus? Wie ist so was möglich? (S. 174)

- Wahrscheinlich wissen Sie auch, dass man, wenn man aus dem Flugzeugfenster blickt und die Welt zusammenschrumpfen sieht, unwillkürlich an sein ganzes Leben denken muss, an alle Menschen, die man je gekannt hat. Und Sie werden wissen, dass man beim Gedanken an all diese Dinge Gott, der sie geschenkt hat, aufrichtig dankbar ist, und böse, weil er Ihnen nicht hilft, sie besser zu verstehen, bis Sie zuletzt ganz durcheinander sind und den Rat eines Geistlichen nötig hätten. Ich nahm mir vor, auf dem Rückflug nicht am Fenster zu sitzen. Ich verstehe beim besten Willen nicht, wie diese Jetset-Leute, die ein bis zwei Mal im Jahr fliegen müssen, das verkraften. (S. 237)

- Jetzt war die Zeit, zu danken, und nicht, meines Nächsten Weib oder Meerblick zu begehren. (S. 238 )

Ausgelesen:
Nick Hornby schildert auf eine eindrucksvolle, lebensnahe und intensive Weise gleich vier Geschichten von Menschen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können und doch eines gemeinsam haben: sie sehen keinen Ausweg mehr. Mit dem Wechsel der Perspektiven von Maureen, Martin, JJ und Jess ändert sich auch die Ansicht der Umwelt, die Meinung vom Leben und die verwendete Sprache. Doch die vier haben die Möglichkeit, sich gegenseitig wieder hoch zu ziehen. Und das versuchen sie auch, jeder auf seine eigene, oft komische Art und Weise. Eindrucksvoller Rpman, der ohne Kitsch zu erklären vermag, warum es sich lohnt, nicht gleich aufzugeben.




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Meister der Milieuschilderung

Nick Hornby ist ein Meister der Milieustudien. So auch in diesem Buch, das er aus vier verschiedenen Sichtweisen erzählt. Der Leser ist immer der Angesprochene, die jeweiligen Personen erzählen ihm die Dinge aus ihrer Sicht. Es ist Sylvesterabend in London. Ende des Jahres und damit auch Zeit Bilanz über sein Leben zu ziehen - und dann eben einen Selbstmord zu planen. Ein dafür beliebter Ort ist das Hochhaus Topper?s House. Zuerst trifft Martin ein, ein vormals erfolgreicher Fernsehmoderator, der durch den erwischten Beischlaf mit einer 15-jährigen sein Leben ruiniert, seine Ehe und seine Familie dadurch verloren hat. Bevor er zur Tat schreiten kann trifft Maureen ein, durch die Pflege ihres völlig behinderten Sohnes überfordert will auch sie den Sprung wagen. Während sie fast um die Ausführung streiten erscheint Jess, die 18-jährige ausgeflippte Tochter eines Ministers- ihr Freund hat sie verlassen und sie will das Leben verlassen. Und dann stösst auch noch JJ dazu, amerikanischer Pizzaboote aber im Herzen Musiker, dessen Band und seine Liebe auseinandergebrochen ist. Das gibt natürlich vorerst keinen Selbstmord- die vier so unterschiedlichen Personen, die sich, hätten sie sich anderswo getroffen, niemals zueinandergefunden hätten finden immer mehr widerwilligen Gefallen aneinander-das vermeintlich verpfuschte Leben und der geplanten Selbstmord bindet sie immer mehr aneinander. Sie vereinbaren den Valentinstag als nächsten Treff - um sich darüber klar zu werden ob einer von ihnen doch springen will. Wunderbar, herrlich direkt und ironisch witzig schildert Hornby die Geschichte aus der Sicht jedes Einzelnen. Man kann sich so richtig in die Personen hineinfühlen, leidet und lacht mit.
Ein Buch um es (so man die Zeit hat bei über 300 Seiten ) in einem durchzulesen. Man kann dem Kommentar auf der Rückseite nur zustimmen - Hornby at his best


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Bin begeistert!

Das war mein erster Hornby und ich bin ganz begeistert davon!
Der Erzählstil hat mich ungemein angesprochen und die kleinen gemeinen unterschwelligen Witzigkeiten fand ich richtig toll.
Am Schluss (na ja, eher am Ende, war eines der letzten Kapitel) hatte ich richtig Tränen in den Augen, weil ich so gerührt war.
Und was ich noch sagen wollte:
Dieses Buch gehört zu den wenigen Büchern, die ich lese und weiß, dass ich lese, aber bei denen ich vergesse, dass ich lese!
(Okay, das klingt jetzt so was von überaupt nicht logisch und scheint ein Widerspruch in sich selbst zu sein, aber das ist ein ganz besonderes Gefühl, ein ganz tolles Gefühl und es lässt sich am besten so beschreiben).



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Nicht mehr und nicht weniger.

Vier des Lebens überdrüssige Gestalten dilettieren sich durch alle Höhen und Tiefen irdischen Seins, scheitern, berappeln sich, holen sich blaue Flecken und hoffen unbeirrt weiter. Auf was auch immer. Eine lebensbejahende, teilweise fröhliche, manchmal fast kluge und herzerwärmende Geschichte zu einer sehr ernsten Frage - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Dennoch tut es gut zu wissen, dass man sich dem Thema Selbstmord auch ohne Dauerbetroffenheits-Wehklage und Psychologie-Folklore nähern kann.


reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10



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