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  Obsession | Glen Duncan
 
 
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Obsession
Glen Duncan

Droemer Knaur, 2001

Kundenbewertung:(6 Bewertungen)
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Starkes Debut

Der Autor erzählt (seine) Erinnerungen an Kindheit, Jugend und Studentenjahre in der Grosstadt im heutigen England mit allem, was dazugehört. Sex, Drugs und Rock'n'Roll. Das haben Andere auch schon gemacht. Doch Duncan schreibt so gekonnt, so packend, dass man richtig in einen Sog gerät und das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die Spache, die Wortwahl, die Sätze: einfach umwerfend.
Die Einsamkeit der Grosstadt, wo jeder für sich allein vegetiert, die Suche nach zwischenmenschlichen Beziehungen, nach Liebe und Geborgenheit ist Bestandteil des Romans. Aber auch die Abgründe, die Schattenseiten, das Chaos.
Duncan erzählt von seiner ersten, grossen Liebe zum Mädchen Alicia. Von der schmerzhaften Trennung, über die er nie hinwegkommt, was ihn schliesslich zu der Nutte Hope führt. Er erzählt von seinem Freund Daniel, für ihn, Duncan, der ruhige Pol in seinem Leben. Aber er erzählt auch von seiner Kindheit an der Garth Street, seinen ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Spannend!
Klar ist auch Erotik ein Bestandteil der Erzählung. Schonungslos offen wird das Thema behandelt von den ersten sexuellen Erfahrungen bis zu den Abgründen der Pornographie. Dennoch ist für mich 'Obsession' KEIN erotischer Roman. Eher die offene, ehrliche Beichte eines Grosstadt-Menschen.
Eines der besten Bücher, das ich kenne. Vorbehaltslos empfohlen!


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Obsession

Der achtundzwanzigjährige Gabriel ist an einem Punkt in seinem Leben angekommen, wo nichts mehr richtig weitergeht. Nach dem Studium schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch, ansonsten geht er seinen erotischen Obsessionen nach. Ein gefallener Engel.
In Rückblenden erzählt er von seiner großen Liebe Alicia, die er nicht vergessen kann. Die Trennung von ihr, die er selbst durch einen Verrat verschuldet hat,betrachtet er als Wendepunkt seines Lebens zum Schlechteren. So oft er es sich leisten kann, geht er nun zu der Hure Hope und vergnügt sich ansonsten mit Pornoheften. Wegen seiner sexuellen Obsessionen bestraft er sich mit Selbsthaß und Kann doch nicht von ihnen lassen.
Immer tiefer taucht er in die Abgründe seiner Vergangenheit, um die Psychologie der unglücklichen Verkettung seines Lebens besser zu verstehen. Daneben wird Hope zu seinem wesentlichen Lebensinhalt. Doch sie beschließt, sich aus dem Gewerbe zurückzuziehen. Zum Abschied gewährt sie ihm eine letzte kostenlose Nacht, in der er einem entscheidenen Geheimnis auf die Spur kommt.

Glen Duncan zeichnet das Psychogramm einer typischen Großstadtexistenz unserer Zeit, deren Kennzeichen Vereinsammung, Ratlosigkeit und Verunsicherung im Geschlechterkampf sind. Und er wagt es, die Wahrheit, seine Wahrheit, über männliche Sexualität zu sagen.

hier ein paar kleine Ausschnitte:

?Die Zeit ist keine Linie. Die Zeit ist ein stiller See, in den Steine fallen - kleine Wellen, Zentren, sich ausbreitende Ringe, die einander berühren, sich gegenseitig stören.

?Einsamkeit ist wie ein Geruch, wie eine übelriechende Aussonderung, die Haut und Kleidung mit einem Film überzieht. Sie lässt sich nicht abschrubben. Je einsamer man wird, um so fremder wird man den anderen. Je mehr man sich bemüht, normal zu erscheinen, desto deutlicher verrät man seine Einsamkeit. Es wird immer schlimmer. Gegen Einsamkeit hilft nur ein Wunder. Und ich glaube nicht an Wunder."

? Und noch immer frage ich mich - in diesen Tagen, an denen mein Bett leer ist, in diesen Nächten, in denen ich mir Pornos ansehe-, ob es einen Frieden gibt wie den Frieden, in den Armen einer Frau zu liegen, die einen liebt, für die man genug ist, für die man die geheimnisvollen Kriterien der Seele erfüllt..."

?Einsamkeit ist ein Leben ohne Liebe in einer Geschichte vom Tod"


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Sensationell - Existentialismus heute

Sartre hätte seine helle Freude - das Sein und das Nichts. Sex und Existenz. Sexistenz sozusagen. Dabei handelt es sich gar nicht um einen erotischen Roman, auch wenn Erotik und Sex vorkommen, aber doch mehr als normaler Teil eines Studentenlebens. Tatsächlich ist es ein Beziehungsroman mit vielen interessanten -auch philosophischen- Aspekten.


unerwartet gut

Cover und Untertitel lassen eher auf ein pornographisches Buch schließen. Entsprechend war ich doch recht skeptisch, als es mir jemand zum Lesen in die Hand drückte.
Zum Glück habe ich es trotzdem versucht und einen Volltreffer gelandet.
Wer Stuckrad-Barre oder Hornby mag, wird Duncan lieben. Obsession ist ein äußerst schönes und mitreißendes Buch (inkl. Suchteffekt) über die Liebe und die männliche Psychologie. Sehr deutlich kommt das Seelenleben des Erzählers raus und auch der So-ist-es-Effekt, der diese Art von Roman so toll macht, stellt sich immer wieder ein.
Im ersten Anlauf an die Spitze meiner Lesecharts! Unbedingt versuchen.


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reviews: page 1, 2



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