Für Ein Ort für die Ewigkeit verlässt die schottische Krimi-Autorin Val McDermid ihre gewohnten Pfade. Dem Hochspannungsroman fehlen die blutigen Horrorszenarien, mit denen sie sich im preisgekrönten Thriller Das Lied der Sirenen in die Nähe eines Thomas Harris schrieb. Sie verzichtet auf den makabren Humor der Bücher um ihre Serienheldinnen Kate Brannigan oder Lindsay Gordon. Stattdessen bietet die Ex-Journalistin eine griechische Tragödie im Gewand eines klassischen englischen Krimis. Geschickt legt sie Fährten, streut Zweifel, führt in die Irre. Und malt ganz nebenbei das exakte Porträt einer verschworenen Dorfgemeinschaft, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Unrecht und Schuld hat. Ein Buch, das man trotz des Ziegelstein-starken Umfangs nicht vor der letzten Seite aus der Hand legen kann. --Beate Strobel