Der Name der Rose | Umberto Eco
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der name der rose
Der Name der Rose
Umberto Eco
dtv
, 2007 - 658 Seiten
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Kauftipp
Ein phaszinierendes Stueck europaeische Philosophie- und Kirchengeschichte: Von der Scholastik in die Neuzeit!
Was bleibt bei der x-ten Rezension eines weltbekannten Romans noch zu sagen? Im Grunde nur Aspekte, die bisher noch nicht, oder nicht ausreichend diskutiert wurden. Ganz grds. schliesse mich den meisten Vorrednern an: dies ist ein grossartiger Roman! Besonders phaszinierend fuer mich war jedoch nicht die Kriminalgeschichte an sich, auch nicht die uns so fremde Welt des mittelalterlichen Klosterlebens (oder so wie Eco denkt es koennte gewesen sein); nein, phaszinierend und geradezu genial ist das Stueck europaeische Philosophie- und Kirchengeschichte, das mit dem Vehikel des Kriminalromans, en passant, in Ansaetzen und seiner Grundform transportiert und dem Leser nahegebracht wird; wobei dies natuerlich zu keinem Zeitpunkt in der Tiefe thematisiert oder diskutiert wird (macht aber nichts, denn dies ist ein Unterhaltungsroman und kein wissenschaftliches Werk).
'Der
Name
der
Rose
' schildert eine Episode in einem italienischen Kloster, die zu einer Zeit stattfindet, in der sich die Philosophie in Europa an einem Wendepunkt befindet: dem Uebergang von der mittelalterlicher (Hoch-)Scholasitk zur Neuzeit. Dieser Uebergang markiert den Beginn des gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Hoehenflug Europas, der seitdem die Welt gepraegt hat. Ohne diesen Uebergang in die Neuzeit waere die gesamte wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Europa und der Welt anders verlaufen.
In Ecos Roman geht es dann eben auch um die Konfrontation des neuzeitlichen Denkens, massgeblich begruendet durch den englischen Franziskanermoench Roger Bacon (von seinen mystizistischen Anfluegen abgesehen), mit den Wissenschaftsprinzipien der Scholastik (Thomas von Aquin). Nicht umsonst ist Ecos Held - William von Baskerville - ein Franziskaner aus England in der Tradition des Roger Bacon stehend. Er trifft nun auf seiner Mission, der Vorbereitung eines politischen Treffens von Kirchenoberen, auf ein italienisches Kloster, das vollkommen in der Denktradition der Scholastik des Thomas von Aquin steht. Bei der Verfolgung seiner Aufgabe und der dann zu erledigenden Detektivarbeit aufgrund der vorkommenden Todesfaelle, gibt es dann auch regelmaessig verbale Auseinandersetzungen, die genau in den Kern der Kontroverse des Uebergangs von Hochscholastik zur Neuzeit treffen.
War der philosophische Ansatz in der Scholastik der, alle Fragen des Lebens und der Welt letztlich durch den Bezug auf, oder die Ableitung aus der Bibel, bzw. anerkannter Autoritaeten der kirchlichen Lehre (z.B. Thomas) zu loesen, stellte das neuzeitliche Denken Bacons der scholastischen Methode die Naturwissenschaft (wie das naturwissenschaftliche Experiment) entgegen. In genau diesem Spannungsfeld der philosophischen Ansaetze spielt sich der Widerstreit zwischen Baskerville und den Klosteroberen ab. Alle Auseinandersetzungen sind vor diesem Grundmotiv zu lesen. Ziehen sich die Klosteroberen in ihrer Argumentation auf die Bibel, Thomas von Aquin und andere in dieser Tradition stehenden Kirchengelehrten zurueck (durch permanentes Zitieren und Deduktion der herrschenden kirchlichen Lehrmeinungen), so wirbt Baskerville fuer einen naturwissenschaftlichen Ansatz, d.h. das genaue Beobachten der Realitaet und des Schluesse ziehens daraus, mit den Mitteln der Vernunft basierend auf Fakten, anstatt religioeser Deduktion. Vor diesem Hintergrund betrachtet, macht der Roman noch ein wenig mehr Spass.
Dieser Aspekt in Ecos 'Der Name der Rose' ist ein ungemein geistreiches und gelehrtes Moment des Romans. Es waere auch verwunderlich, wenn Eco, ein geradezu enzyklopaedisch gebildeter und gelehrter italienischer Professor, 'nur' einen simplen Kriminalroman schreibte: natuerlich will er damit sehr viel mehr Wissen und Erkenntnis transportieren, ohne sich dabei jedoch in einer Vorlesung zu verlieren. Somit ist 'Der Name der Rose' ein phaszinierendes Stueck europaeische Philosophie- und Kirchengeschichte, verpackt als Kriminalroman. Und dies begruendet die besondere Klasse des Romans.
Umberto Eco erzaehlt einen spannenden und unterhaltsamen Roman und so ganz nebenbei ebenfalls noch ein wenig von den Geburtswehen der europaeischen Neuzeit, und der Befreiung des europaeischen Denkens aus den Fesseln der Scholastik! Dass dies auch auf evtl. 200 Seiten weniger gelungen waere, sei ihm verziehen. Auf gut bayerisch ist dieser Roman ein rechtes Schmankerl.
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Spannend und geistreich, aber teilweise glaubens- und kirchenfeindlich
Der Franziskaner William von Baskerville und sein Schüler Adson, ein dem Stift Melk zugehöriger Benediktinernovize, sind zu Gast in einer italienischen Abtei, in der sich ein Verbrechen des Mordes an das andere häuft. Bei der Aufklärung ergeben sich so manche Überraschungen; zugleich führt der Roman ein in die Welt des Mittelalters und dessen geistig-literarischen Horizont. Das Spannungsmoment ist großartig durchgeführt. Die Einseitigkeit des Romans liegt darin, dass christlicher Glaube und katholische Kirche tendenziell zur Ursache alles Bösen erklärt werden. Woher mag Umberto Eco nur sein Zerrbild des christlichen Glaubens haben, wonach jeder, der die Gabe des Humors besitzt und noch lachen kann, von vornherein als verdächtig gilt, weil er vielleicht gar mit dem Teufel im Bunde steht, wie dies der finstere Mönch Jorge argwöhnt? - Als Unterhaltung ist der Roman durchaus anregend, doch sollte man die eigene Kritikfähigkeit nicht ausblenden und sich vor allem das Urteil in Glaubensfragen nicht von Umberto Eco vorgeben lassen!
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Ein phaszinierendes Stueck europaeische Philosophie- und Kirchengeschichte: Von der Scholastik in die Neuzeit!
Was bleibt bei der 101-ten Rezension eines weltbekannten Romans noch zu sagen? Im Grunde nur Aspekte, die bisher noch nicht, oder nicht ausreichend diskutiert wurden. Ganz grds. schliesse mich den meisten Vorrednern an: dies ist ein grossartiger Roman! Besonders phaszinierend fuer mich war jedoch nicht die Kriminalgeschichte an sich, auch nicht die uns so fremde Welt des mittelalterlichen Klosterlebens (oder so wie Eco denkt es koennte gewesen sein); nein, phaszinierend und geradezu genial ist das Stueck europaeische Philosophie- und Kirchengeschichte, das mit dem Vehikel des Kriminalromans, en passant, in Ansaetzen und seiner Grundform transportiert und dem Leser nahegebracht wird; wobei dies natuerlich zu keinem Zeitpunkt in der Tiefe thematisiert oder diskutiert wird (macht aber nichts, denn dies ist ein Unterhaltungsroman und kein wissenschaftliches Werk).
'Der
Name
der
Rose
' schildert eine Episode in einem italienischen Kloster, die zu einer Zeit stattfindet, in der sich die Philosophie in Europa an einem Wendepunkt befindet: dem Uebergang von der mittelalterlicher (Hoch-)Scholasitk zur Neuzeit. Dieser Uebergang markiert den Beginn des gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Hoehenflug Europas, der seitdem die Welt gepraegt hat. Ohne diesen Uebergang in die Neuzeit waere die gesamte wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Europa und der Welt anders verlaufen.
In Ecos Roman geht es dann eben auch um die Konfrontation des neuzeitlichen Denkens, massgeblich begruendet durch den englischen Franziskanermoench Roger Bacon (von seinen mystizistischen Anfluegen abgesehen), mit den Wissenschaftsprinzipien der Scholastik (Thomas von Aquin). Nicht umsonst ist Ecos Held - William von Baskerville - ein Franziskaner aus England in der Tradition des Roger Bacon stehend. Er trifft nun auf seiner Mission, der Vorbereitung eines politischen Treffens von Kirchenoberen, auf ein italienisches Kloster, das vollkommen in der Denktradition der Scholastik des Thomas von Aquin steht. Bei der Verfolgung seiner Aufgabe und der dann zu erledigenden Detektivarbeit aufgrund der vorkommenden Todesfaelle, gibt es dann auch regelmaessig verbale Auseinandersetzungen, die genau in den Kern der Kontroverse des Uebergangs von Hochscholastik zur Neuzeit treffen.
War der philosophische Ansatz in der Scholastik der, alle Fragen des Lebens und der Welt letztlich durch den Bezug auf, oder die Ableitung aus der Bibel, bzw. anerkannter Autoritaeten der kirchlichen Lehre (z.B. Thomas) zu loesen, stellte das neuzeitliche Denken Bacons der scholastischen Methode die Naturwissenschaft (wie das naturwissenschaftliche Experiment) entgegen. In genau diesem Spannungsfeld der philosophischen Ansaetze spielt sich der Widerstreit zwischen Baskerville und den Klosteroberen ab. Alle Auseinandersetzungen sind vor diesem Grundmotiv zu lesen. Ziehen sich die Klosteroberen in ihrer Argumentation auf die Bibel, Thomas von Aquin und andere in dieser Tradition stehenden Kirchengelehrten zurueck (durch permanentes Zitieren und Deduktion der herrschenden kirchlichen Lehrmeinungen), so wirbt Baskerville fuer einen naturwissenschaftlichen Ansatz, d.h. das genaue Beobachten der Realitaet und des Schluesse ziehens daraus, mit den Mitteln der Vernunft basierend auf Fakten, anstatt religioeser Deduktion. Vor diesem Hintergrund betrachtet, macht der Roman noch ein wenig mehr Spass.
Dieser Aspekt in Ecos 'Der Name der Rose' ist ein ungemein geistreiches und gelehrtes Moment des Romans. Es waere auch verwunderlich, wenn Eco, ein geradezu enzyklopaedisch gebildeter und gelehrter italienischer Professor, 'nur' einen simplen Kriminalroman schreibte: natuerlich will er damit sehr viel mehr Wissen und Erkenntnis transportieren, ohne sich dabei jedoch in einer Vorlesung zu verlieren. Somit ist 'Der Name der Rose' ein phaszinierendes Stueck europaeische Philosophie- und Kirchengeschichte, verpackt als Kriminalroman. Und dies begruendet die besondere Klasse des Romans.
Umberto Eco erzaehlt einen spannenden und unterhaltsamen Roman und so ganz nebenbei ebenfalls noch ein wenig von den Geburtswehen der europaeischen Neuzeit, und der Befreiung des europaeischen Denkens aus den Fesseln der Scholastik! Dass dies auch auf evtl. 200 Seiten weniger gelungen waere, sei ihm verziehen. Auf gut bayerisch ist dieser Roman ein rechtes Schmankerl.
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So unterhaltend wie interessant
Ein Mord in einem Benediktinerkloster im Herbst 1327. William von Baskerville, bekannt für seinen scharfen Verstand und im Auftrag des Kaisers in einer politischen Mission unterwegs, wird um Hilfe gebeten. Er ist für eine Woche zusammen mit seinem Novizen Adson von Melk zu Gast in besagtem Kloster und versucht den Mord aufzuklären. Doch es geschehen weitere Unglücksfälle.
So weit, so gut, der Inhalt dürfte hinreichend bekannt sein, daher gleich meine Kritik; Ein tolles buch! Eines, das wunderbar unterhält, gleichzeitig aber auch einen kleinen Einblick in die Religionsgeschichte, die Philosophie und überhaupt in das politische und soziale Denken der damaligen Zeit gewährt. Gewährleistet dadurch, dass Eco seine fiktive Hauptfigur mit vielen historischen Figuren zusammen treffen lässt, bzw. diese zumindest ausführlich erwähnt, so zum Beispiel Fra Dolcino, Bernard Gui, Michael von Cesena oder Papst Johannes XXII. Vorteil hiervon auch, dass man so ziemlich alle Meinungen zu diversen Gegbenheiten vor Augen hat, so dass man keineswegs behaupten kann, das Buch wäre einseitig oder Eco würde dem Leser seine Sicht der Dinge auf's Auge drücken wollen. Deswegen wird das Buch auch nie wirklich langweilig, denn sollte es mal bei der Aufklärung der Verbrechen etwas mühselig voran gehen (an einigen Stellen erschien es mir so, auch wenn die gesamten Handlung nur sieben Tage umfasst), dann lässt Eco sofort philosophische oder religionsgeschichtliche Diskussionen führen. Die Kriminalgeschichte an sich, gerät dann manchmal etwas in den Hintergrund (so mag man zumindest empfinden!), aber irgendwie scheint dann ja doch alles zusammenzuhängen und zumeist hat man sowieso viel an den Zahlen- und Zeichenrätseln zu knacken, die Umberto Eco in diesem Roman untergebracht hat. Sollte man nicht gerade Semiotiker sein, dann wird sich die wahre Tiefe der einzelnen Rätsel wohl nicht erschließen. Andererseits macht es das Buch so aber auch viel mysteriöser, finde ich.
Ich habe es sehr gerne gelesen. Die Atmosphäre, diese mittelalterliche Abtei, dazu noch im Herbst, hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist zumeist spannend, auch wenn ich William von Baskerville gar nicht mal immer so scharfsichtig empfinde, wie er zu Beginn dargestellt wird. Aber man muss natürlich bedenken, dass er sich als rationaler Geist versteht, der zwischenzeitlich doch mal an allem zweifelt und somit durcheinandergerät. Ich finde, dass immer noch zuviel in der Abtei geschieht, während er schon längst dort ist. Dennoch aber ein unterhaltendes Buch, dass nebenbei auch noch Appetit auf mehr historische Fakten machen wird und außerdem ein recht "interessantes" Ende vorzuweisen hat. Sehr gut!
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Guter bis großer Roman
Zur Handlung von "Der
Name
der
Rose
" muss man nicht viel sagen: Der Novize Adson von Melk begleitet 1327 den Franziskaner William von Baskerville sieben Tage lang auf einer diplomatischen Mission in ein Benediktinerkloster Norditaliens. Das Ganze liege, so der Erzähler, als Adsons Aufzeichnung nach mehrfacher Übersetzung vor. Leitende Franziskaner debattieren über Glaubensfragen, die das dekadente Papsttum und die weltliche Kaisermacht auseinanderdividieren. Nacheinander werden fünf Mönche ermordet und der ehemalige Inquisitor William mit deren Aufklärung betraut. Dabei spielt die Klosterbibliothek und insbesondere das "Zweite Buch der Poetik" von Aristoteles eine zunehmend wichtige Rolle.
Umberto Eco zieht den Leser von Anfang an tief in die Handlung hinein: Er zeichnet das Kloster mit all seinen Winkeln und Bildern, Eigenheiten und Figuren akribisch und mit großer Hingabe. Auch der Diskurs der Glaubensfragen und die Rollenverteilung zwischen dem fast übermenschlich gescheiten William und dem neugierigen, zweifelnden Adson ist äußerst leidenschaftlich geraten. Viel trägt die empathische Erzählstimme dazu bei und die Liebe zu den Details, wenn manches auch ein wenig redundant und selbstverliebt scheint.
"Der Name der Rose" ist ein guter bis großer Roman, weil er wuchtig, teilweise spannend, vielschichtig, mit ziemlich viel Herzblut und sogar einer Prise Ironie geschrieben ist.
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