counter
 
  Speak German!: Warum Deutsch manchmal besser ist | Wolf Schneider
 
 
Seiteninhalt:
Suche Bücher:   

speak german!: warum...

Speak German!: Warum Deutsch manchmal besser ist
Wolf Schneider

Rowohlt, Reinbek, 2008 - 192 Seiten

Kundenbewertung:(13 Bewertungen)
großes Bild anzeigen
 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit

 



Neu sind sie nicht die Kassandrarufe, die angesichts der Anglizismen-Flut das Ende des (deutschsprachigen) Abendlandes voraussagen. Wolf Schneider kann jedoch für sich in Anspruch nehmen, das eleganteste, originellste und amüsanteste Plädoyer verfasst zu haben - für ein bisschen weniger Service Point, Anti-Aging und Customer Relationship.

Wolf Schneider, das journalistische Urgestein, kennt die Argumente der Verfechter einer "lebendigen" Sprache, die schon immer Begriffe aus anderen Sprachen aufgenommen und integriert habe. Doch geht es Schneider und seiner Aktion "Lebendiges Deutsch" nicht darum, eine Wagenburg-Mentalität zu etablieren. Sein Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass 60 Prozent der Deutschen überhaupt kein Englisch verstehen und nur 10 Prozent sich sicher in dieser Sprache bewegen können. Dies bedeutet, dass eine Vielzahl der "Slogans" und "Claims", die über Werbeagenturen und andere Multiplikatoren verbreitet werden, gar nicht oder nur missverständlich ankommen. Die Übersicht von zurückgezogenen Werbesprüchen großer Konzerne gehört dabei zu den komischsten Passagen des Buches. So wurde Mitsubishis Schlagwort "Drive alive" (gemeint war "Lebendiges Fahren") leider nur von 18 Prozent der Bevölkerung richtig übersetzt; häufige Interpretationen lauteten: "Lebend ankommen" bzw. "Überlebe die Fahrt." Inzwischen hat das Unternehmen umgeschwenkt auf: "Heute. Morgen. Übermorgen."

Schneider fordert zu mehr Fantasie auf, zu mehr Mut, Anglizismen, die nicht nur unverständlich, sondern vielfach auch überflüssig oder einfach albern sind, aus dem eigenen Sprachgebrauch zu verbannen und neue deutsche Worte einzuführen. Dazu hat die Aktion "Lebendiges Deutsch" schon etliche Wettbewerbe durchgeführt und Empfehlungen ausgesprochen: So könnte aus Brainstorming leicht "Denkrunde" werden, aus Flatrate "Pauschale" oder aus Cursor "Blinker". Weniger elegant allerdings lesen sich Begriffe wie "Rufdienst" für Call Center oder "Hingeher" für Event. Auch scheint der Autor streckenweise ein wenig zu streng ans Werk zu gehen, wenn er Wörter wie Kreativität ("Modewort für Phantasie"), Netzwerk ("Netz") oder Technologie ("Technik") geißelt. Dafür klagt er im Zuge seiner ausführlicheren Duden-Schelte an, dass Goethes "Fraubaserei" (Schwatzfreudigkeit der Frauenzimmer) in der aktuellen Ausgabe nicht mehr aufgeführt wird.

Wolf Schneider ist als Korrespondent, Chefredakteur, Journalisten-Ausbilder und Buchautor einer der gewandtesten Schreiber in der deutschen und über die deutsche Sprache. Auch wenn er hin und wieder in allzu strengen Rigorismus verfällt, legt er ein insgesamt lehrreiches Buch vor, das sich mindestens so amüsant liest wie Bastian Sicks "Zwiebelfisch-Kolumnen". Vor allem aber macht der Band Lust mitzumachen: beim Erdenken, Ausspinnen und Herbeifabulieren neuer deutscher Begriffe, die die deutsche Sprache lebendig halten. -- Henrik Flor, Literaturtest


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


Ein kultureller Anstoß

Tja die deutsche Sprache. Ein tolles Ding, sehr alt und doch immer wieder neu verformbar, immer wieder erfinderisch aber in den letzten 50 Jahren eben doch ein wenig verformt von den englischsprachigen Einflüssen ? den lieben Anglizismen. Immerhin benutzen wir doch noch ein sehr deutschklingendes Wort.
Nun ja, dass Sprachen sich ständig wandeln und dies auch muss, denn sonst wären wir nicht auf dem heutigen Stand, das ist selbstredend logisch und wird vom Autor auch sehr gut beschrieben. Das sich eine Sprache aber selber derart in den Hintergrund stellt und krampfhaft alles aufsaugt was aus dem englischen Raum kommt, das kann und darf einfach nicht normal sein. Der Zweite Weltkrieg und die heutige eher zwielichtige Einstellung der Deutschen zu allem was eigentlich ihrs ist und worauf wir stolz seien können, wird von Schneider eben so als Erklärung gegeben, wie auch die Globalisierung.

?Sind wir nicht großartig, wenn wir das Mögliche tun, den Zweiten Weltkrieg auch mehr als sechzig Jahre danach wenigstens sprachlich Tag für Tag aus Neue zu verlieren??

Ein mehr als großartiger Satz in einem großartigen Buch!
Dies alles wird mehr als anschaulich, logisch und sehr unterhaltsam von Wolf Schneider beschrieben. Generell arbeitet er gut in das Thema ein, ein wenig sprachgeschichtlich, ein wenig allgemein, aber nie schwierig oder Fachchinesisch, was wirklich Zugang und Antrieb für alle Interessierten sein sollte!
Es sollte allen aufgefallen sein, dass wir im ?Deutschen? doch relativ viele Wörter benutzen, die nicht mehr viel deutschen an sich haben und all jene werden in diesem Buch auch versammelt und irrsinnige Fakten und Beispiele mehr. Das Beste daran ist aber, dass Schneider eben auch Vorschläge macht, wie denn all jene Fremdwörter dann mal wieder ins Deutsche übersetzt werden können und das es oft doch einfach und vor allem auch schöner ist. Vor allem zeigt er auch Pannen der Wirtschaft mit englischen Werbesprüchen, die mittlerweile wieder deutsch sind, da ja immerhin auch auf dem deutschen Markt geworben wird.
Ich liebe das Buch, hatte es sehr schnell durch (mehr als 6 Stunden braucht man auf keinen Fall), es läd gerade zu zum Verschlingen und im Nachhinein vor allem zum mehr Deutsch reden ein. Und darum soll es ja auch gehen, wie es der Titel so schön sagt. Vor allem macht es auch stolz auf die eigene Sprache und darum ist es eine uneingeschränkte Empfehlung für alle! Es ist ein kultureller Anstoß, so würde ich es bezeichnen, und sollte wirklich zur Pflichtlektüre, vor allem in Schulen, werden!


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


Ein zweischneidiges Schwert

Dieses Buch hätte richtig gut werden können. Der Grundgedanke von Wolf Schneider ist nur zu begrüßen.
Er verteufelt nicht die Übernahme englischer Wörter - solange sie sinnvoll ist (weil es kein entsprechendes deutsches Wort gibt) und jeder den Anglizismus versteht.
Was der unreflektierte Gebrauch englischer Wörter alles anrichten kann, stellt Schneider pointiert dar und der Leser kann ihm nur zustimmen.
Aber dann...der Vorteil deutscher Wörter wird auf seitenlangen Tabellen entworfen, die zeigen sollen, dass deutsche Wörter nicht nur verständlicher sind, sondern auch noch weniger Silben haben.
Der Abbau von Anglizismen ist bitter nötig, doch so wie Schneider es auf 10 Seiten auflistet, wirkt es eher wie das Gejammer eines älteren Herren, der verzweifelt versucht, mit seinem Sprachwissen zu punkten (Kreativität, Aktivitäten, einmal mehr - soll alles nicht mehr verwendet werden).
Unerträglich wird es im letzten Kapitel, wenn Schneider erklärt, wie man die deutsche Sprache retten könnte. Da lässt der Autor auch noch den Pädagogen raushängen.
Fazit: Guter Ansatz, artet auf Dauer in eine anstrengende Jammerei aus.
Der Kampf gegen die Angliszismen sollte unverkrampft geführt werden, ohne dass sich er Autor zum kleinen Deutschprofessor aufspielt.
Denn sonst besteht die Gefahr, dass ihr Anliegen nicht ernst genommen wird.


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


Anglizismen oder lieber Deutsch?

Wolf Schneider hat vollkommen Recht, wenn er darauf aufmerksam macht, dass man lieber Deutsch als Anglizismen verwenden sollte. Viele Menschen glauben, sie könnten sich mit englisch klingenden Worten im Ausland verständigen. In Wirklichkeit schütteln aber viele "Native Speaker" ungläubig den Kopf. Facit: lieber richtiges Deutsch sprechen als englisch klingende deutsche Worte verwenden. Im Zweifel versteht mich dann mit richtigem Deutsch auch ein Ausländer und die deutsche Sprache, mit der auch eine Kultur verbunden ist, bleibt sauber und verständlich.


Powered by Emotion!

Das Buch ist sicherlich mit einem erheblichen emotionalen Engagement geschrieben, was es letztlich auch ausgesprochen prägnant und unterhaltsam macht. Dabei benennt der Autor die Auswüchse der fortschreitenden Sprachverdummung, wenn auch nur auszugsweise und verkürzt. Jeder, der dem Anglizismus als modische Begriffshülse den Kampf angesagt hat, sei dieses Buch empfohlen, um moralische Unterstützung eines Gleichgesinnten zu erhalten. Interessant finde ich die Aspekte, die zwischen den Zeilen stehen und eine weitaus umfangreichere Komplexität entfalten, als es der reine Sprachgebrauch (besser: Sprachmissbrauch) beschreiben könnte: Oberflächlichkeit, Verantwortungslosigkeit, Ignoranz, fehlende Orientierungspunkte, Werte- und Normenverschiebung und dergleichen mehr, die sich unter anderem in der unreflektierten und nachäffenden Sprachnutzung widerspiegeln. Ein interessantes, unterhaltsames, notwendiges und durchaus empfehlenswertes Buch, dass aufgrund seines geringen Umfangs und seines eher polemischen Erzählstils mehr als "nette Lektüre" denn als Fachbuch gehandelt werden sollte. Alleine die mitunter umfangreichen Zitate stören etwas und wirkten auf mich manchmal so, als wären sie Lückenfüller, um einen bestimmten Umfang zu erreichen - daher: "nur" vier Sterne.


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


reviews: page 1, 2, 3



Folgende Artikel könnten Sie interessieren




Empfehlungen

Bücher für Journalisten - und solche, die es werden wollen
Wissenswertes über die deutsche Sprache


manchmal


Manchmal hilft nur Schweigen: Meine Arbeit als Polizeipastor
Speak German!: Warum Deutsch manchmal besser ist
Grüezi Gummihälse!: Warum uns die Deutschen manchmal auf die Nerven ...
Manchmal kommt es, daß wir Mörder sein müssen: Gesammelte Gedichte
Manchmal brauchst du einen Engel. Mit CD



deutsch


Duden 01. Die deutsche Rechtschreibung plus Duden Korrektor
Suhrkamp BasisBibliothek (SBB), Nr.1, Leben des Galilei
Suhrkamp BasisBibliothek (SBB), Nr.26, Geschichten aus dem Wiener ...
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod: Ein Wegweiser durch den Irrgarten ...
Die Ratten: Textausgabe mit Materialien



german


Speak German!: Warum Deutsch manchmal besser ist
Der Richter und sein Henker.
Glennkill: Ein Schafskrimi
Der Besuch der alten Dame: Eine tragische Komödie. Neufassung 1980
Milchgeld: Kluftingers erster Fall (Piper Boulevard)



Suche nach Büchern
besser, deutsch, german, manchmal, speak, warum


aktuelle Kategorie: Bücher
Bücher
Zeitschriften
Elektronik
Kamera und Foto
Computer Hardware
moderne Musik
klassische Musik
DVD
VHS Video
Software
PC- und Videospiele
Spielwaren
Heimwerken
Küche und Haushalt
Garten und Freizeit
Bad und Körperpflege





zufällig ausgewählt


Buch: Lernwerkstatt Das Alte Ägypten. Kopiervorlagen. 3. u. 4. Klasse Grund- u. ...